DNA-Test beweist Vaterschaft in Inzestfall
publiziert: Dienstag, 29. Apr 2008 / 17:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Apr 2008 / 22:35 Uhr

Wien - Der 73-jährige Österreicher, der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Keller eingesperrt und missbraucht hat, ist in Untersuchungshaft genommen worden. Ein DNA-Test ergab, dass alle in dem Horrorhaus gezeugten Kinder von ihm stammen.

Der Rentner muss im Falle einer Verurteilung mit einer langen Freiheitsstrafe rechnen.
Der Rentner muss im Falle einer Verurteilung mit einer langen Freiheitsstrafe rechnen.
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Dies sagte der Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Franz Polzer, auf einer Medienkonferenz. Zudem hätten die DNA-Untersuchungen ergeben, dass der Verdächtige mehrere Briefe seiner Tochter, die deren freiwilliges Verschwinden belegen sollten, angefertigt hatte. Er habe sie zum Verfassen der Briefe gezwungen und diese dann selbst verschickt.

Um auch über das Geständnis hinaus die Missbrauchsvorwürfe beweisen zu können, untersuchten Kriminaltechniker weiter das Kellerverlies in dem Haus in Amstetten, in dem die heute 42-jährige Tochter eingesperrt war.

Sie brachte in ihrem Gefängnis sieben Kinder zur Welt. Zwei Söhne im Alter von 18 und fünf Jahren und eine 19-jährige Tochter waren bis vor wenigen Tagen mit der Mutter im Keller eingesperrt und sahen in ihrem bisherigen Leben kein Tageslicht.

Drei weitere Kinder aus der erzwungenen Beziehung nahm der Verdächtige in seinem Haus auf, wo er sie mit seiner Ehefrau betreute, die von seinem Doppelleben nichts geahnt haben soll. Nach aussen hin behauptete der Verdächtige, seine Tochter lebe in einer Sekte und habe die Kinder den Grosseltern übergeben.

Behörden getäuscht

Mit dieser Darstellung soll er auch die Behörde getäuscht haben, die ihm die Kinder anvertrauten. Ein siebtes Kind sei kurz nach der Geburt gestorben. Der Verdächtige sagte der Polizei, er habe die Leiche im Ofen verbrannt. Der Rentner muss im Falle einer Verurteilung mit einer langen Freiheitsstrafe rechnen.

Die Opfer des Martyriums, werden nach wie vor in einem geschützten Bereich einer Klinik in Amstetten-Mauer betreut und behandelt.

Den Vorwurf, sie hätten von der Existenz des Keller-Verlieses schon vor Jahren erfahren müssen, wiesen die Behörden zurück.

(smw/sda)

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