Bekanntes Gesicht
Dänische Polizei kannte den mutmasslichen Attentäter von Kopenhagen
publiziert: Sonntag, 15. Feb 2015 / 16:21 Uhr

Kopenhagen - Die dänische Polizei hat den mutmasslichen Attentäter von Kopenhagen identifiziert. Er sei den Ermittlern bekanntgewesen, hiess es bei einer Medienkonferenz am Sonntagmittag.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Identität des Mannes wollten Polizei und Sicherheitsbehörde zunächst aber nicht preisgeben. «Er kommt aus Kopenhagen, das ist alles, was wir sagen können», sagte der Chef der dänischen Sicherheitsbehörde PET, Jens Madsen.

Der Anschlag gegen das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar in Paris könnte den Attentäter nach Einschätzung von PET zu den Taten inspiriert haben.

Kein Komplize

Nichts deute bislang darauf hin, dass der Mann einen Komplizen gehabt habe, sagte Madsen, noch gebe es Hinweise darauf, dass der mutmassliche Täter sich als Dschihadist in Syrien oder im Irak aufgehalten habe. Die Ermittler fanden eine Waffe, die die Tatwaffe sein könnte.

Bei den Attentaten in der dänischen Hauptstadt waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmasslichen Täter am frühen Sonntagmorgen erschoss.

Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt brachte ihre Erleichterung zum Ausdruck. «Die Polizei hat nach Lage der Dinge den mutmasslichen Täter, der hinter beiden Angriffen steckt, neutralisiert», heisst es einem Statement der Regierungschefin.

Karikaturist als Zielscheibe

Der Angriff im Kopenhagener Kulturcafé hatte vermutlich dem schwedischen Zeichner Lars Vilks gegolten. Er ist seit Jahren in islamistischen Kreisen wegen seiner Mohammed-Karikaturen in der Kritik und war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Islamisten setzten ein Kopfgeld in Höhe von 150'000 Dollar auf ihn aus. Vilks blieb bei dem Anschlag unverletzt.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve legte Blumen am Kulturzentrum Krudttønden niedergelegt. Er besuchte den Anschlagsort am Sonntag gemeinsam mit der dänischen Justizministerin Mette Frederiksen und dem französischen Botschafter in Dänemark, François Zimeray. Der Diplomat war unter den Gästen der von einem Attentäter angegriffenen Kulturveranstaltung, blieb aber unverletzt.

Schockiert über Angriff

Der Schweizer Journalistenverband impressum zeigte sich schockiert über «den erneuten Angriff auf die Meinungsäusserungsfreiheit». Auch die Vertreterin für Medienfreiheit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dunja Mijatovic, verurteilte den Angriff. Religiöse Führer müssten sich gegen Gewalt erheben und demokratische Werte schützen, teilte sie mit.

Die höchst umstrittene dänische Grimhøj-Moschee in Aarhus distanzierte sich denn auch scharf von den Angriffen. «Wir sind natürlich gegen jede Art von Gewalt und Terror gegen Unschuldige», sagte der Vorsitzende der Moschee, Oussama Mohamad El-Saadi, der Zeitung «Jyllands-Posten». Er sei traurig über die Ereignisse. El-Saadi warnte vor einer pauschalen Verurteilung aller Muslime, falls es sich bei dem Täter um einen Muslim handle.

(flok/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Sieben Wochen nach den ... mehr lesen 1
Der dänische Geheimdienst PET in Søborg.
Kopenhagen - Im Gefängnis machte der Kopenhagener Attentäter keinen Hehl aus seiner Begeisterung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Jetzt wird Kritik an den Ermittlern laut. ... mehr lesen
Kopenhagen - Nach den Anschlägen von Kopenhagen hat die dänische ... mehr lesen
Die Polizei nannte den Namen des Attentäters nicht.
Kopenhagen - Nach dem Terrorangriff auf ein Kulturcafé in Kopenhagen und Schüssen vor einer Synagoge hat die Polizei am frühen Sonntagmorgen in der dänischen Hauptstadt einen Mann getötet. Er habe nahe des Bahnhofs Nørrebro das Feuer auf die Polizisten eröffnet, diese hätten es erwidert, teilte die Polizei mit. mehr lesen 
Kopenhagen - Nach dem mutmasslichen Anschlag in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist es in der Nacht zu einer Schiesserei an einer Synagoge gekommen. Dabei sei einer Person ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kopenhagen - Bei einer Schiesserei ... mehr lesen 2
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 11°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 5°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 5°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 4°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 6°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 5°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 8°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten