Daniel Albrechts Comeback rückt näher
publiziert: Samstag, 28. Nov 2009 / 13:52 Uhr

Im Oktober und Anfang November gönnte sich Daniel Albrecht eine sechswöchige Skipause. In den letzten Wochen trainierte der im Januar in Kitzbühel schwer gestürzte Walliser aber wieder mit dem Team und er machte dabei riesige Fortschritte.

Daniel Albrecht: «Ich darf die Geduld nicht verlieren.»
Daniel Albrecht: «Ich darf die Geduld nicht verlieren.»
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Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr in den Weltcup noch in dieser Saison ist durch die zuletzt guten Trainingsleistungen gestiegen. Nichtsdestotrotz wollen Daniel Albrecht, der nach seinem Unfall drei Wochen im künstlichen Koma lag und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, und sein Trainer Sepp Brunner beim Comeback nichts überhasten.

Männer-Cheftrainer Martin Rufener meint dazu: «Dani hat recht gut mitgehalten. Doch Training und Rennen sind zwei verschiedene Dinge.» Für den Athleten reduziert sich deshalb nach wie vor alles auf die Frage: «Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Rückkehr?»

Voll integriert

Zuletzt war Daniel Albrecht wieder voll in die Mannschaft integriert. Bei den Trainings auf der Reiteralm in Österreich und in den letzten zwei Wochen in Nakiska (Ka) gings mit dem 26-jährigen Walliser steil aufwärts. Er sage es nicht einfach nur, damit es gesagt ist, sondern er sei nun mehr denn je überzeugt, dass er das Comeback schaffen könne, so Albrecht.

«Obwohl die Teamkollegen ihr Training während meiner Abwesenheit voll durchgezogen haben und immer besser in Form gekommen sind, verliere ich nun klar weniger Zeit auf die Besten», verrät Albrecht, ohne aber den Abstand präzisieren zu wollen.

Comeback wohl im Riesenslalom

Gemäss Aussagen der Trainer büsst der Kombinations-Weltmeister von 2007 im Training auf eine Minute Fahrzeit zwischen einer und drei Sekunden ein. «Es kommt sehr darauf an, welche Sichtbedingungen herrschen und wie schwierig das Gelände ist. In manchen Läufen fehlt nicht mehr wirklich viel, in anderen wieder mehr. Drei Sekunden sind es allerdings nicht mehr», sagt Sepp Brunner.

Die längere Trainingspause sei genau das Richtige gewesen, so Brunner. «Dani ist nun viel weniger müde, wirkt generell frischer und macht erstaunliche Fortschritte.» Der Österreicher glaubt deshalb - im Gegensatz zu vor ein paar Wochen - auch wieder an die Möglichkeit eines Comebacks noch in diesem Winter.

Für den ehemaligen Privattrainer von Sonja Nef käme als erster Renneinsatz am ehesten ein Riesenslalom in Frage: «Abfahrt und Super-G würde ich wegen des Risikofaktors eher ausschliessen. Im Slalom hat Dani momentan am meisten Mühe, es geht ihm noch zu schnell. Ich traue ihm deshalb im Riesenslalom am meisten zu.»

Kann noch nicht mit der Spitze mithalten

Gleichzeitig betont Brunner aber auch, dass «Dani noch nicht wie vor dem Unfall mit der Spitze mithalten kann» und fragt, ob es «in diesem Fall Sinn macht, möglichst bald im Weltcup einzusteigen». Albrecht sagt, dass er sich zuletzt auch in steilerem Gelände und bei harten Schneebedingungen viel besser zurechtfand.

Dank der zuletzt gezeigten Fortschritte reist Albrecht zumindest einmal heute Samstag von Kanada weiter nach Colorado, wo nächste Woche in Beaver Creek drei Weltcuprennen auf dem Programm stehen. Der Riesenslalom in gemäss Brunner «vergleichsweise einfachem» Gelände findet am Sonntag statt.

Weltcup oder gar nicht

Darauf angesprochen, dass das doch eine gute Gelegenheit für einen Einstieg sei, meint Albrecht: «Ich bin Profisportler und will natürlich so schnell wie möglich wieder Rennen fahren.» Umgehend ist man geneigt, an sein baldiges Comeback zu glauben.

Doch schon im nächsten Satz relativiert der Fiescher seine Aussage wieder: «Aber ich darf keinesfalls die Geduld verlieren und zu früh Rennen fahren.» Wenn Albrecht von Renneinsätzen spricht, so meint er nur solche im Weltcup und keinesfalls im Europacup oder dessen nordamerikanischen Pendant NorAm.

Zeitfenster bei Mitte Januar

«Wenn ich im Training gegen die besten Fahrer der Welt antreten kann, macht ein Vergleich auf unterklassiger Stufe keinen Sinn.»

Albrecht, der die Olympischen Spiele noch nicht gänzlich abgeschrieben hat, sieht ein Zeitfenster für sein Comeback bis Mitte, höchstens Ende Januar: «Wenn ich es bis dann nicht gepackt habe, ist es gescheiter, die nächste Saison ins Auge zu fassen.»

Wenn es denn so komme, so sei dies keineswegs ein Unglück, sagt Albrecht. «Ich habe mir von Anfang an zwei Jahre Zeit gegeben, um das Comeback zu versuchen.» Auch Sepp Brunner rät seinem Athleten, sich auf jeden Fall die nötige Zeit zu nehmen: «Dann kommt es schon gut.»

(Valentin Oetterli, Lake Louise/Si)

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