Apps können Überwachung verhindern
Darum sollten Sie ihre Mobilfunkdaten schützen
publiziert: Freitag, 7. Jun 2013 / 16:06 Uhr / aktualisiert: Samstag, 8. Jun 2013 / 08:13 Uhr
Wie schütze ich meine Identität?
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NSA verlangt Nutzer-Informationen - Europa muss sich fügen.

13 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

«Silent Circle»
Weltweit verschlüsselte Kommunikation.
silentcircle.com

FISAA legalizes surveillance of EU citizens and their cloud data, claims study
Mehr Informationen zur Überwachung von EU-Bürgern stehen unter zur Verfügung.
net-security.org

Wickr
Leave no trace.
mywickr.com

Nachdem der US-Geheimdienst NSA den Mobilfunkanbieter Verizon verpflichtet hat, Daten seiner Kunden weiterzugeben, gewinnen Apps zur Verhüllung dieser bei der US-Bevölkerung an Bedeutung. Verschiedene Programme zur Verschlüsselung der Identität sowie der Gespräche stehen für Android- und iOS-betriebene Geräte bei Google als Download zur Verfügung. «Silent Circle» oder «Wickr» verprechen dabei eine millitärähnliche Verschlüsselung, die Gespräche über 3G, 4G und Wi-Fi leiten und somit vermeiden, Anrufe über den Betreiber zu führen. Die Apps behaupten, Abhöraktionen unmöglich zu machen und Fotos, SMS und Videos zu zerstören.

Verbindungsdaten bleiben sichtbar

Die Frage bei derartigen Apps ist, wie sicher sie wirklich sind. Auch Snapchat hat versprochen, versandte Inhalte innerhalb von Sekunden zerstören zu lassen. Diese konnten schliesslich jedoch wieder rekonstruiert werden.

«Die Inhalte bleiben zwar unsichtbar, aber die Verbindungsdaten sind sehr wohl nachvollziehbar, das heisst wer mit wem kommuniziert hat. Der Schutz durch Verschlüsselung ist somit unzureichend», erklärt Datenschutz-Expertin Marit Hansen vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gegenüber pressetext.

Aus diesem Grund sei eine zusätzliche Anonymisierungstechnik bedeutsam. Auch bei der Transportschichtsicherheit (SSL) zur sicheren Internetdatenübertragung würden Informationen nur zwischendurch verschlüsselt - am Endserver seien sie jedoch wieder unverschlüsselt, worauf die NSA Zugriff hätte.

Armutszeugnis für Europa

Vielen ist die Problematik gar nicht bewusst. Alleine das Verwenden von Suchmaschinen oder grosser amerikanischer Dienstleister erleichtert eine Überwachung. «Wenn jemand - auch aus Europa - beispielsweise Siri von Apple anwendet, werden die Sprachdaten über den amerikanischen Server geleitet und in der Apple-Cloud gespeichert», führt Hansen aus.

Diese Informationen würden in biometrische Profile angelegt, wobei die NSA darauf Zugriff hätte und alle Gespräche über die Stimme identifizieren könnte. Die USA hat das Recht auf europäische Daten zuzugreifen - die EU jedoch nicht. «Die Menschen sollten sich bewusst machen, dass sich Dienstleister auch dann, wenn sie selbst kein Interesse an den Daten haben, dennoch nicht wehren können, wenn die USA sie verlangt. Das ist ein Armutszeugnis für Europa», betont die Fachfrau.

(bert/pte)

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