«Das Gesundheitssystem ist kein Selbstbedienungsladen»
publiziert: Donnerstag, 10. Dez 2009 / 09:29 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Dez 2009 / 13:15 Uhr

Bern - Santésuisse-Direktor Stefan Kaufmann will prüfen, ob die Krankenkassen die Behandlung von Bagatellerkrankungen künftig bezahlen müssen. «Wir sollten damit aufhören, dass die Krankenkassen jeden Luxus und jeden kurzen Arztbesuch finanzieren», sagte Kaufmann in einem Interview mit der «Mittelland Zeitung».

Mehr Eigenverantwortung der Patienten senkt die Kosten.
Mehr Eigenverantwortung der Patienten senkt die Kosten.
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Er appelliert an die «Eigenverantwortung» der Menschen: «Wenn ich eine Grippe oder eine Erkältung habe, dann zahle ich den Arztbesuch oder das fiebersenkende Mittel selbst.»

Als anderes Beispiel nennt der Santésuisse-Direktor einsame Menschen: Bloss weil diese gute Erfahrungen mit dem ärztlichen Gespräch oder einer Physiotherapie machten, müsse das die Allgemeinheit nicht über die Prämien finanzieren.

Kostenexplosion ist ein Teufelskreis

Mit seinem Vorschlag will Kaufmann die Prämienexplosion eindämmen. «Wenn jeder die Spitzenmedizin in Anspruch nimmt und das Kollektiv der Prämienzahlenden zur Kasse bittet, wird das extrem teuer», begründet er seinen Vorstoss.

Der Santésuisse-Direktor will den Menschen klarmachen, «dass das Gesundheitssystem kein Selbstbedienungsladen mit einem uneingeschränkten Angebot zu einem festen Preise ist».

Weil die Krankenkassen heute praktisch alles bezahlten, habe niemand mehr einen Anreiz, sich vernünftig zu verhalten. Die Kostenexplosion sei ein Teufelskreis: «Mit steigenden Prämien sinkt die Schwelle, zum Arzt zu gehen», stellt Kaufmann fest.

(fkl/sda)

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Witz komm raus
Ich habe nur Grippe behandle ich selbst O.K.. Nur der Hacken ist, ich bin berufstätig, ab dem dritten Tag brauch ich ein Arztzeugnis. Stelle ich mir auch selber aus?

Der Herr Kaufmann ist ein Komiker.
Leerläufe vermeiden
Solche Fälle wie der geschilderte sind natürlich zu vermeiden.
Mehrmals kurz falsch ist gefählicher und teurer als einmal länger richtig.

Um die Bagatellfälle in den Arzpraxen zu reduzieren, könnte man es estmal versuchen mit einer Reduktion des Selbstbehalts, falls man vor dem Arztbesuch die Hotline der Krankenkasse anruft. Wer realistischerweise diese Bedingungen (Sprachkenntnisse, Kindesalter, Unzurechnungsfähigkeit ...) nicht erfüllen kann, sollte davon ausgenommen werden.
Ja, aber
Da spielen doch die meisten Patientinnen und Patienten nicht mit. Denn es geht um ihre Gesundheit. Und weil viele immer noch der festen Meinung sind, dass ja die Kasse die Konsultationen und Medikamente bezahle, muss ein Umdedenken stattfinden.

Und jetzt, gegen Ende des Jahres, gehen wiederum viele Menschen noch schnell zum Arzt, weil ab Januar eine neue Franchise gilt!

Und der Arzt? Er ist auch Händler. Er handelt mit Medikamenten. Und das ist ein lukratives Geschäft, mit Gratispräparaten, Einladungen zu Kongressen - usw.
Ich finde es ja richtig...
...dass man wegen einem lapidaren Husten oder einer kleinen Grippe nicht gleich zum Arzt rennen muss. Doch wie viele Prozent der Bevölkerung rennen wegen sowas schon zum Arzt? Wie soll ich mich denn verhalten, wann weiss ich, dass ich bloss ein Bagatellfall bin?!
Die Frage ist auch, wo wird der Strich gezogen? Ein gebrochenes Bein kann ich auch selber diagnostizieren. Den Gips kriegt man im Fachhandel für ein paar Franken - Arztkosten gespart und noch ein bisschen zuhause rum gegipst ;-)

Kürzlich war ich beim Arzt, habe mir aber gedacht, es sei ein Bagatellfall (Schweinegrippe). Dieser machte jedoch keine Diagnose, sondern gab mir Schmerzmedikamente "en masse". Am nächsten Morgen (Sonntag) sass ich im Notfall vom Spital. Der Arzt versuchte gar nicht, eine Diagnose zu stellen, sondern gab mir einfach eine noch höhere Dosis Schmerzmedikamte. Am nächsten Tag wandte ich mich nach bereits 2 schlaflosen und äusserst Schmerzhaften Tage und Nächten erneut an den Hausarzt, dass ich einen Abstrich machen lasse wolle. "Sorry, heute keine Zeit!" - war die Antwort.
Am Nachmittag erschien ich dann auf einem anderen Notfall und erklärte, dass ich meine Tagesdosis an Schmerzmedikamente bereits überschritten habe und nicht wisse, wie ich den Nachmittag und die kommende Nacht überstehen soll. Endlich! Man machte einen Abstrich und stellte mir binnen Minuten (!) eine genaue Diagnose. Am nächsten Tag wieder beim Hausarzt. Dieser gab mir nun Opioide und starke Antibiotika zur Schmerzlinderung und Ursachenbekämpfung.
Ergebnis: 2 Wochen Arbeitsausfall und total 5-facher Arztbesuch.
SO, lieber Herr Kaufmann, kann man natürlich auch versuchen, Geld zu sparen!
Ein guter Ansatz
Das ist mal ein wirklich guter Ansatz um die Krankenkassen zu sanieren. noch besser wäre, wenn die Kassen gar keine Leistungen mehr erbringen würden und wenn dann im Gegenzug die Prämien erhöht würden, wäre unser GesundheitsSysthem so rentabel, dass mann es an eine ausländische Investorengruppe Verkaufen könnte. Mich würde ja schon interesieren, wieviel so ein Schmarotzer , wie Stefan Kaufmann verdient?
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