Das «Milliarden-Spiel» im Römer Olimpico
publiziert: Dienstag, 26. Mai 2009 / 19:46 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Mai 2009 / 21:13 Uhr

Manchester United hat in der Champions League keines der letzten 25 Spiele mehr verloren. Der FC Barcelona will der fabelhaften Serie des englischen Meisters im restlos ausverkauften Traum-Final in Rom ein Ende setzen.

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Das Wirtschafts-Treffen der G8 beginnt erst am Donnerstag. Die «G2» der beiden führenden Fussball-Verbände, deren Vertreter je elfmal den Meistercup gewonnen haben, veranstalten ihr wichtigstes Meeting des Jahres bereits heute im Olimpico.

Seit 1992 wird der europäische Elite-Zirkel als Champions League vermarktet. Nicht jeder Teilnehmer wird der Etikette gerecht. Auch Verlierer (auf hohem Niveau) treten im Zirkus der Sterne auf.

Die stärksten Meister treten gegeneinander an

Die diesjährige Affiche wird indes allen Ansprüchen gerecht. Kein Werbestratege hätte eine attraktivere Finalzusammensetzung entwerfen können: Die Meister der beiden stärksten Meisterschaften kämpfen um die wichtigste Klub-Trophäe.

Mehr sportliche Qualität und Glamour hat der Fussball Europas derzeit kaum zu bieten. «Barça» gilt als das perfekte Muster einer Offensiv-Mannschaft. Kein Team aus den grossen fünf europäischen Ligen hat in der Meisterschaft über 100 Treffer geschossen.

Mit 104 Toren hat der FCB eine kaum übertreffbare Marke gesetzt. Das wunderbare Trio Messi-Henry-Eto´o produzierte die magischen Momente gleich serienweise.

Teuerste und beste Liga der Welt

Manchester United hat im Kreativbereich mit Weltfussballer Cristiano Ronaldo, Carlos Tevez oder Wayne Rooney ein ebenso hochkarätiges Triumvirat anzubieten. Die United beherrschte in ihrer aussergewöhnlich guten Besetzung die gegenwärtig teuerste und beste Liga der Welt.

Ihre Strategie ist durchaus mit jener der Katalanen zu vergleichen. Teams von Sir Alex Ferguson haben Konstruktives im Sinn und sind immer in der Lage, mit offenem Visier zu spielen.

«Eine Milliarde Euro am Start»

Mit dem Wort «Schwergewicht» sollte man vor allem im volatilen Bereich Spitzenfussball sorgfältig umgehen - aber im Falle von «Barça» und Manchester United ist die Bezeichnung seit Jahrzehnten zutreffend.

Die beiden Klubs wirtschaften mit Budgets in astronomischer Höhe und leisten sich nur das teuerste Personal. Die spanische Zeitung «Marca» schätzte den Marktwert der erwarteten Startformationen auf gegen eine Milliarde (!) Euro.

Keine Schwächen auszumachen

Zu favorisieren ist kein Team. Schwächen sind praktisch in keiner Zone zu erkennen. Beidseits bewegt sich auch die Abwehr auf Top-Niveau. Im Gegensatz zum einst «galaktischen» Real Madrid legt die Führungscrew von «Barça» auch auf die Arbeit der Abwehr grossen Wert.

Carles Puyol, seit Jahren Captain und Vorkämpfer der Defensive, wird ebenso geschätzt wie die brillanten Torproduzenten. Vor Xavi und Iniesta, zwei der wichtigsten Figuren bei Spaniens EM-Gewinn, verneigen sich sämtliche Experten.

Gleiches lässt sich von ManU sagen. Ferguson hat die defensive Basis in seiner Planung nie vergessen. Rio Ferdinand, der nach 24-tägiger Verletzungspause zurückkehren dürfte, ist in der teaminternen Skala so hoch einzustufen wie der Mittelfeld-Star Cristiano Ronaldo.

Rekordmann Sir Alex

Zur selben Kategorie zählen zweifelsfrei auch die «Evergreens» Paul Scholes und Ryan Giggs, auf die Ferguson seit über einer Dekade setzt.

Zu beweisen hat ManU-Trainer Alex Ferguson der internationalen Fussball-Gemeinde nichts mehr. Seit 23 Jahren hält er sich mit überwältigendem Erfolg an einer der nobelsten Adressen Englands.

In den letzten 17 Jahren führte er ManU elfmal zum Titel und baute die Meisterteams immer wieder um. In der Champions League stand er 1999 nach einem dramatischen Final gegen die Bayern und vor Jahresfrist dank dem Penalty-Triumph gegen Chelsea zuoberst auf dem prestigeträchtigen Podium.

«Kauziger Schotte»

Im Wettbewerb der Meister könnte Ferguson mit einem weiteren Erfolg gegen die Spanier auf die Stufe des legendären Liverpool-Coaches Bob Paisley vorrücken.

In der Öffentlichkeit schenkt der kauzige Schotte, der aus einem rauen Vorort von Glasgow stammt, solchen Rekordwerten zwar keine Bedeutung, aber er schätzt sie. Es war ihm beispielsweise sehr wichtig, dass Manchester nun gleich viele Titel (18) wie Liverpool vorzuweisen hat.

«Sir Alex ist ein Mann mit Seele und Herz. Er wird das Adrenalin haben, um im entscheidenden Moment auf dem Top-Level sein zu können», analysierte Inter-Coach José Mourinho.

Guardiola - eine FCB-Ikone

Der ehemals grosse Gegenspieler Fergusons redet aus Erfahrung - 2004 war er mit dem FC Porto nicht zu stoppen. «Er ist ein Super-Manager. Ein Sieg oder eine Niederlage würde ihn weder besser noch schlechter machen. Aber wenn er gewinnt, wäre er der grösste Klub-Trainer.»

Das Palmarès von Ferguson ist beeindruckend gross und vielfältig. Unter diesem Aspekt wirkt Pep Guardiola wie ein Rookie. Aber der 38-jährige Chef an der Linie von Barcelona ist eine aussergewöhnliche Erscheinung. Im Alter von 13 Jahren wechselte er zum Kult-Klub.

Während elf Jahren schuf er sich als Captain einen goldenen Namen. Nach dem Ende seiner Karriere schaffte der ehemalige Balljunge vom Camp Nou mit der B-Auswahl des FC Barcelona die Promotion und empfahl sich für höhere Aufgaben. Das Vertrauen in den jungen Trainer zahlte sich bislang mehrfach aus. Mit dem Double will sich «Pep» nicht begnügen.

Sieger nach Ländern:
1. England, Italien, Spanien je 11 Titel 4. Deutschland, Holland 6 Titel 6. Portugal 4 Titel 7. Frankreich, Rumänien, Schottland, Ex-Jugoslawien 1 Titel

(tri/Si)

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