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Das Tote Meer starb vor 120'000 Jahren
publiziert: Mittwoch, 7. Dez 2011 / 08:51 Uhr
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Erste Hinweise auf Austrocknung in früheren Wärmeperioden.
Erste Hinweise auf Austrocknung in früheren Wärmeperioden.

Genf - Das Tote Meer verliert so viel Wasser, dass sein Spiegel jährlich um einen Meter sinkt. In der Vergangenheit war der tiefstliegende See der Welt jedoch bereits viel trockener als heute, hat ein internationales Forscherteam herausgefunden.

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«Erstmals konnte gezeigt werden, dass das Tote Meer in früheren Zeiten deutlich weniger Wasser führte oder sogar ausgetrocknet war», erklärt Forschungsleiter Daniel Ariztegui von der Universität Genf. Veröffentlicht wurden die ersten Ergebnisse im Fachblatt «Eos».

Natürliche Trocknung

Aussergewöhnlich ist das Tote Meer nicht nur aufgrund seiner Lage auf derzeit 422 Meter unter dem Nullpunkt, sondern auch wegen des rund 30-prozentigen Salzgehalts. Hauptgründe dieser Konzentration sind die Wasserentnahmen aus den Flüssen der Anrainerstaaten, die landwirtschaftliche Düngung sowie die Verdunstung, die von der künstlichen Salzgewinnung noch deutlich erhöht wird. «Sichtbar wurde nun jedoch, dass es in Warmzeiten auch einen natürlichen Rückgang gibt», betont der Schweizer Geologe.

Die Forscher bohrten in Stellen auf 235 Metern Seetiefe nahe der tiefsten Stelle des Toten Meeres und werteten die Sedimente aus. «Überraschend fanden wir Kieselsteine, die sonst nur an Ufern vorkommen, sowie grosse Salzzonen. Das deutet darauf, dass der Seespiegel früher auf diesem Niveau und womöglich noch darunter lag», erklärt Ariztegui. Auch Gips, Aragonit, Schlamm und Kalk kam zutage. Die genaue Datierung diese Trockenperiode steht noch aus, die Forscher schätzen sie bisher jedoch auf 120'000 Jahre vor der Gegenwart.

Vorbote für Nahen Osten

«Das Tote Meer ist ein guter Sensor für die Globaltemperatur. In Eiszeiten war sein Wasserstand deutlich höher - vor 25'000 Jahren etwa 260 Meter über dem heutigen Niveau, womit es über das gesamte Jordantal bis hinauf zum See Genezareth reichte. In den Wärmeperioden dazwischen sank der Wasserspiegel jedoch deutlich», so der Forscher. Wichtig sei diese Erkenntnis auch deshalb, da laut heutigen Klimamodellen mehreren Regionen des Nahen Ostens ein vergleichbares Schicksal der Austrocknung bevorsteht.

(bert/pte)

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