Das grosse Airline-Sterben
publiziert: Freitag, 16. Sep 2005 / 06:49 Uhr

New York - Die US-Fluggesellschaften haben seit der «Deregulierung» der Luftfahrtbranche 1978 ein beispielloses Massensterben erlebt. Jetzt sind Delta Air Lines und Northwest Airlines dazu gekommen.

Seit September 2001 haben insgesamt 14 Airlines Insolvenzverfahren beantragt.
Seit September 2001 haben insgesamt 14 Airlines Insolvenzverfahren beantragt.
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Nach einer Aufstellung des Dachverbandes Air Transport Association beantragten insgesamt 160 Airlines die Insolvenz.

Viele Firmen waren gleich zwei- oder dreimal beim Insolvenzrichter. Jetzt sind Delta Air Lines und Northwest Airlines, die umsatzmässig dritt- und viertgrössten US-Fluggesellschaften, hinzugekommen. Sie wollen weiter fliegen und sich unter Aufsicht des Insolvenzgerichts in New York sanieren.

Problem Billig-Fluglinien

In den achtziger und neunziger Jahren waren die meisten insolventen Airlines dem harten Konkurrenzkampf, aufgeblähten Operationen und monumentalen Schulden und Kosten zum Opfer gefallen oder waren in einer beispiellosen Fusionswelle geschluckt worden.

Inzwischen sind die Billig-Fluglinien, die Terroranschläge vom 11. September 2001 mit enormen Rückschlägen im Flugverkehr und astronomische Flugbenzin-Preise hinzugekommen.

Seit September 2001 haben insgesamt 14 Airlines Insolvenzverfahren beantragt, darunter vier der sieben grössten US-Fluggesellschaften. United Airlines, die amerikanische Nummer zwei, hatte vor knapp drei Jahren Gläubigerschutz gesucht. Die momentan in Insolvenzverfahren operierenden Fluggesellschaften repräsentieren mehr als die Hälfte der US-Gesamtkapazität.

US Airways nahm diesen Schritt innerhalb von zwei Jahren gleich zwei Mal vor und wird jetzt von der America West gekauft. ATA Airlines zählt ebenfalls zu den Insolvenzfirmen. Die US-Airlines haben seit 2001 rund 38 Mrd. Dollar Verluste gemacht. In diesem Jahr dürften noch zehn Mrd. Dollar hinzukommen.

Billig-Fluglinien wie Southwest und JetBlue haben inzwischen in den USA Marktanteile von 33 Prozent gegenüber nur sechs Prozent vor 15 Jahren. Dies ist vor allem auf Kosten grosser Fluggesellschaften wie United, Delta, Northwest und US Airways gegangen.

Lediglich American Airlines, der Branchenführer, hat sich dank Milliardenkonzessionen seiner Mitarbeiter besser behauptet. Das gilt auch für die Continental Airlines, die zuvor allerdings zwei Insolvenzverfahren überstanden hatte.

Traditionsfirmen sind verschwunden

Traditionsfirmen wie Pan Am, TWA, Braniff International und Eastern verschwanden ganz von der Bildfläche. Die meisten der kleineren Firmen wurden liquidiert oder von anderen Airlines gekauft.

Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts, die es angeschlagenen Fluggesellschaften ermöglicht, weiterzufliegen und Sanierungsbemühungen durchzuführen, bieten somit keine Erfolgsgarantie.

Es wird sich zeigen müssen, ob die hohen Überkapazitäten bei United, US Airways, Delta und Northwest ausreichend reduziert werden können, oder ob das Insolvenz- und Fusionsroulette in der US-Luftfahrtbranche weitergehen wird.

(Peter Bauer/dpa)

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