Das neue Internet?
publiziert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 10:29 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 10:57 Uhr

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche skizziert W3C-Präsident Berners-Lee die Umrisse des neuen Internets.

Das Internet wird laut Tim Berners Lee die Grenzen der fest vernetzten Welt sprengen.
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World Wide Web Consortium
Das weltweit wichtigste Internet-Standardisierungsforum.
www.w3.org/

«Das Internet wird die Grenzen der fest vernetzten Welt sprengen. Schon bald wird es mehr Mobiltelefone mit Web-Zugang geben als klassische Schreibtischcomputer.»

«Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten und Anwendungen», so Berners-Lee, der in den Achtziger Jahren das Konzept für das World Wide Web (WWW) entwickelt hat.

Das World Wide Web Consortium (W3C) ist heute das weltweit wichtigste Internet-Standardisierungsforum.

Internet in 15 Jahren

Eine konkrete Prognose, wie das World Wide Web in 15 Jahren aussieht, mochte der Wissenschaftler nicht abgeben, generelle Trends hingegen jedoch deutlich machen:

«Stellen Sie sich vor, Sie kommen abends nach Hause, gehen ins Wohnzimmer und Ihr Handy schaltet automatisch das Licht neben Ihrem Lieblingssessel ein, auf dem Plasmabildschirm an der Wand erscheinen die Bilder des grossartigen Sonnenuntergangs, den Sie auf dem Heimweg fotografiert haben, und der digitale Videorekorder zeichnet eigenständig den Film auf, den Sie im Büro beim Lesen des TV-Programms auf dem Laptop markiert haben.»

«Diese Kommunikation zwischen den verschiedenen Endgeräten und der selbstständige Austausch der Daten werden unser Leben grundlegend verändern.» Bis zu dieser Entwicklung werde es nicht mehr 15 Jahre dauern.

Noch ist es Zukunft: Semantic Web

Zukunft ist auch noch der Aufbau des Semantic Web, einer intelligenteren Variante des WWW. Berners-Lee: «Heute enthalten Internetseiten in erster Linie Informationen - Texte und Bilder -, deren Inhalte wir Menschen erfassen können. Computern hingegen bleibt der Inhalt der Seiten weitestgehend verschlossen. Sie finden dort nichts als eine Ansammlung von Buchstaben.»

«Wir wollen das Web nun so umgestalten, dass alle Dateien, Bilder oder Web-Seiten auch von Computern über alle Anwendungen hinweg verarbeitet und ausgetauscht werden können. Unabhängig davon, mit welchem Programm sie erstellt und mit welchem sie geöffnet werden. Dafür ist es vor allem erforderlich, die Daten in ihrer Funktion und Bedeutung genau zu beschreiben, also semantisch zu definieren.»

Bislang gebe es hier keine marktreifen Anwendungen, jedoch funktionieren Prototypen unter Laborbedingungen bereits. Die erforderlichen Werkezeuge seien fertig, wie etwa die Technologie zur Kennzeichnung und Beschreibung beliebiger Informationen im Netz, das sogenannte Ressource Description Framework, kurz RDF.

Schleichender Prozess

Dies werde dazu führen, dass Programme selbständig Aufträge im Web ausführen können. «Wenn heute jemand seine Auszüge per Online-Banking aus dem Netz holt, dann sieht er zwar, wie viel Geld noch auf dem Konto liegt. Aber nicht immer erfährt er, wohin das Geld in den zurückliegenden Wochen geflossen ist. Im Semantic Web würde ich dazu einfach den digitalen Kontoauszug mit der Computermaus auf den elektronischen Kalender des Rechners ziehen.»

«Der Kalender würde dann beispielsweise unter dem gleichen Datum den Eintrag »Golf« sowie ein paar Telefonnummern finden, die er automatisch im Adressbuch nachschlägt und zwei Geschäftspartnern zuordnet. Spätestens dann dürfte dem Nutzer wieder einfallen, dass er am fraglichen Tag seinen Vertriebstermin aufs nächstgelegene Green verlegt und die Kunden später zum Mittagessen eingeladen hat.»

Semantic Web werde sich nicht von heute auf morgen durchsetzen, vielmehr könne man einen schleichenden Prozess erwarten, so Berners-Lee weiter.

Schutz des Individuums ist von äusserster Wichtigkeit

Berners-Lee betont gegenüber der Wirtschaftwoche, dass der Schutz des Individuums und seiner persönlichen Daten im Zentrum der tagtäglichen Arbeiten am W3C stehe. «Gelegentlich schicken wir Projekte noch einmal auf eine Ehrenrunde, wenn sie noch nicht zu Ende gedacht sind. Die Zeit nehmen wir uns.»

Unfehlbar sind aber auch die Wissenschaftler und Unternehmen am W3C nicht: E-Mail «ist eine geniale Erfindung, das wird niemand ernsthaft bestreiten. Dennoch haben sie uns die Spam-Plage beschert, die Flut unerwünschter Werbung, die uns die elektronischen Postfächer verstopft.» Derartige Schwachstellen könne man auch beim Internet der Zukunft nicht ausschliessen.

(Martin Müller/teltarif.ch)

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