Trennungsschmerz
Dauer-Herzschmerz durch Social Media
publiziert: Montag, 30. Sep 2013 / 13:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Sep 2013 / 15:42 Uhr
Trennungen sind durch abrufbares Bildmaterial schwerer zu verarbeiten.
Trennungen sind durch abrufbares Bildmaterial schwerer zu verarbeiten.

Kalifornien/Wien - Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter können User daran hindern, schmerzhafte Ereignisse zu verarbeiten.

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Schuld daran ist laut Experten vor allem das jederzeit verfügbare Bildmaterial, das den Nutzer immer wieder mit der Vergangenheit konfrontiert. Zum einen üben diese Erinnerungsstücke einen negativen Einfluss auf die Fähigkeit aus, jemandem zu verzeihen. Zum anderen ist es dadurch schwerer, endgültig über eine Trennung hinwegzukommen.

Heilmittel Zeit nutzlos

Wie gross der Einfluss eines Netzwerks tatsächlich ist, hängt auch stark vom jeweiligen Typ Mensch ab. «Es gibt sowohl Menschen, die sehr gut mit Trennungen zurechtkommen als auch jene, die mit einem derartigen Verlust schwerer umgehen können. Vor allem für die letztgenannte Gruppe könnte der Umgang mit Fotografien und Postings, die an schmerzliche Ereignisse erinnern, problematisch sein», so Psychologe Dominik M. Rosenauer im pressetext-Gespräch.

«Wenn uns schlechte, traurige oder auch unbedeutende Dinge zustossen, sorgt die Zeit unter normalen Umständen dafür, dass wir diese Erlebnisse allmählich vergessen können. Deshalb heisst es auch, dass die Zeit alle Wunden heilt», lässt sich Nigel Shadbolt, Chairman des Open Data Institutes, von der Daily Mail zitieren. Doch auch das wirkungsvollste Mittel gegen Herzschmerz erweist sich als nutzlos, wenn Sozialplattformen wie Facebook und Co für einen Stillstand oder sogar Rückschritt sorgen.

Daten nicht für Ewigkeit bestimmt

Shadbolt beschreibt dieses Phänomen als «komplettes Playback von Menschen und Lebensabschnitten». Experten sind deshalb der Ansicht, dass die alten Postings und Bilder auf Benutzerkonten nach gewisser Zeit von der Bildfläche verschwinden sollten. «Was ich zu diesem Zeitpunkt mit Freunden teile, ist viele Jahre später vielleicht ausschliesslich für die Familie bestimmt oder umgekehrt», so Jonathan Zittrain, Jura-Professor an der Harvard University.

Doch dieser Ansatz birgt auch Nachteile. «Ich halte die Idee, dass Status-Updates oder Bilder nach einem bestimmten Zeitraum automatisch gelöscht werden, für weniger sinnvoll, da ich darin eine Art Bevormundung sehe», so Rosenauer. Überdies solle jeder selbst darüber entscheiden können, welche Informationen er mit seinen Mitmenschen teilt und welche nicht. «Man sollte die Menschen nicht gegen ihren Willen ihrer Erinnerungen berauben, da diese auch als schön empfunden werden können», erklärt der Experte abschliessend.

(asp/pte)

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