Davis Cup auch im Ski-Sport?
publiziert: Samstag, 12. Feb 2005 / 09:17 Uhr / aktualisiert: Samstag, 12. Feb 2005 / 10:43 Uhr

Am Sonntag werden die alpinen Skiweltmeisterschaften mit einem Teamwettkampf beendet. Mit dieser Premiere, die eine über zehnjährige Zangegeburt ist, soll ein Hauch von "Daviscup" ins Veltlin gezaubert werden.

Guenther Hujara will den "Teamwettbewerb" promoten.
Guenther Hujara will den "Teamwettbewerb" promoten.
Renndirektor Günther Hujara flehte die Medien bei der Präsentation dieses Wettbewerbs beinahe an, den "Teamwettbewerb" zu promoten. "Dann kann er eine spektakuläre Sache werden". In der Tat ist die Idee bestechend: Das Alpine Skifahren ist zwar ein Einzelsport, aber er lebt von patriotischen Emotionen.

Die Zweikämpfe Klammer - Russis waren einst auch eine Art Ski-Länderspiele Österreich - Schweiz. Die Erzrivalität dieser beiden Länder prägte über Jahrzehnte den Skisport. Jetzt wird in Bormio erstmals ein klassischer Teamwettbewerb aus der Taufe gehoben.

Russi als "geistiger Vater"

Bernhard Russi ist quasi der "geistige Vater" dieses Bewerbs. Das will er zwar nicht sein und sagt: "Er ist das Werk einer Arbeitsgruppe, in der ich Mitglied war. Sicher habe ich einige Impulse gegeben." Der erste Impuls kam in den Neunziger Jahren von IMG, der Managementgruppe, mit der Russi seit seinem Olympiasieg zusammenarbeitet.

IMG offerierte eine Preissumme von einer Million Franken für einen Teamwettbewerb, doch bei der FIS hatte damals niemand ein offenes Ohr.

Vor fünf Jahren wurde die Idee wieder aufgenommen und der Wettbewerb sollte eigentlich in den Weltcup integriert werden. Der Austragungsort stand schon fest.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen torpedierte aber Österreichs Verbandspräsident Peter Schröcksnadel das Projekt, bis endlich der FIS-Konrgress definitiv auf "Grünes Licht" schaltete. Am Sonntag ist es nun soweit.

Ein "Puff" um Östers FIS-Punkte

Voraussichtlich acht bis elf Nationen, Meldeschluss ist Samstag 14.00 Uhr, mit vier bis sechs Rennläufern (davon mindestens zwei pro Geschlecht) werden um die ersten Medaillen im Mannschaftswettkampf kämpfen.

Dabei wird in zwei Durchgängen aus vier Serien in den Sparten Super-G (ab 09.30 Uhr) und Slalom (13.00) um Rangpunkte gefahren. Wer am wenigsten Rangpunkte hat, gewinnt. Österreich, die USA, Italien und Schweden gelten als Favoriten, die Schweiz, im Weltcup Vierte der Nationenwertung, gilt als Aussenseiter.

"Wir nehmen diesen Wettbewerb ernst und setzen die Besten ein", sagt Martin Rufener, der als Teamchef amtiert. Nominiert wurden Sonja Nef, Marlies Oester, Nadia Styger, Silvan Zurbriggen, Daniel Albrecht und Didier Défago.

Nun gibts aber unvermittelt ein Problem: Marlies Oester, die für den Super-G vorgesehen war, ist - wie Renndirektor Huajara bestätigte - in dieser Disziplin gar nicht startberechtigt, weil sie mehr als 120 FIS-Punkte hat.

Verlegenheitslösung?

Als Alternative käme Sonja Nef in Frage, die - vor ihrem Kreuzbandriss - einst klammheimlich, u.a. an den slowenischen Meisterschaften, Super-Gs bestritt und die notwendige (geringe) Anzahl FIS-Punkte hätte.

Ob sie aber Lust verspürt, als Verlegenheitslösung sich ausgerechnet an einer WM in dieser Disziplin zu produzieren? Oder ob Fränzi Aufdenblatten nach Bormio zurückkehren muss, um sich ihrerseits über den Slalom, ihre schwächste Disziplin, zu quälen?

Irgendwie ein symptomatischer Abschluss dieser WM.

(kst/Si)

 
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