Dawydenko: Vielspieler ohne Ferienambitionen
publiziert: Samstag, 9. Sep 2006 / 00:21 Uhr

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fordert heute Nikolai Dawydenko den Weltranglisten-Ersten in der Schlussphase eines Major-Turniers. Roger Federer wird ihn aber nicht unterschätzen: Der Vielspieler spielt mittlerweile auch viel gut.

Dawydenko ist der Vielspieler unter den Profis schlechthin.
Dawydenko ist der Vielspieler unter den Profis schlechthin.
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Alexei Stachanow wäre stolz auf Nikolai Dawydenko. Der russische Kumpel, der in den Dreissigerjahren durch extensive Arbeitsleistung Berühmtheit erlangte und seither als Symbol für Schwerarbeit gilt, würde sich im 25-Jährigen wieder erkennen.

Dawydenko ist der Vielspieler unter den Profis schlechthin und hat damit die Nachfolge von Jewgeni Kafelnikow angetreten. Im Vorjahr bestritt Dawydenko 30 Turniere, elf mehr als Federer beispielsweise. Heuer hat er schon wieder an 25 Events teilgenommen und 76 Matches (54:22) bestritten, mehr als jeder andere und auch drei mehr als Federer (68:5).

Den Begriff «Ferien» kann Dawydenko wohl kaum buchstabieren. In diesem Jahr hat er lediglich in der Woche vom 30. Januar und jener vom 17. Juli pausiert. Nach dem US Open wird er sein Pensum nicht reduzieren. Bevor er in zwei Wochen mit Russland den Daviscup-Halbfinal gegen die USA in Moskau bestreitet, ist er nächste Woche noch in ...Peking gemeldet.

Für ihn, der auch ohne Ausrüstervertrag spielt, ist diese Vielspielerei normal. Während praktisch alle anderen Cracks über einen überladenen Kalender klagen, hat er ein anderes Credo: «Ich will jede Woche versuchen, den Viertelfinal oder Halbfinal zu erreichen. Wenn ich nicht verletzt bin, wieso sollte ich dann nicht viele Turniere spielen? So bleibe ich auch fit.»

Früher Abgang nach Westeuropa

Dawydenko wurde am 2. Juni 1981 in Sewerodonezk in der Ukraine geboren. Mit 15 trat er dann den Weg an, den vor ihm schon andere Spieler wie Marat Safin oder Swetlana Kusnezowa aus dem weiten Osten gegangen sind, jenen nach Westeuropa. Ein Sponsor lud ihn nach Salmtal (De) ein, wo er seither neben einem Zweitwohnsitz in Monte Carlo seine Basis hat.

Für ihn der damals einzig gangbare Weg: «Wer nicht aus Moskau kommt, hat keine Chance. Man wird dann gar nicht an die grossen Turniere geschickt.» In seiner Wahlheimat spielte er dann anfänglich in der Ober- und der Regionalliga und daneben an vielen Preisgeldturnieren.

Sein Leistungskurve verlief stetig nach oben, was seine Klassierungen zwischen 1999 und 2005 am Jahresende belegen (658, 134, 79, 85, 44, 28, 5). «Ich hatte nie grossen Druck und konnte mich kontinuierlich verbessern. Davon profitiere ich heute.»

Verschmäht von Deutschland

Der passionnierte Angler, der in Deutschland auch seiner Vorliebe für schnelle Autos frönen kann, wollte dann für seine zweite Heimat auch Davis Cup spielen: «Der russische Verband hat nie etwas für mich gemacht. Ich habe schon lange in Europa gespielt und niemand in Russland hat gewusst, dass da ein Spieler namens Dawydenko ist. Da habe ich Patrik Kühnen (Deutschlands Daviscup-Captain, Red.) angerufen und gefragt, wie es mit dem Pass ausschaue und ob ich für sie spielen könne.»

Doch der DTB reagierte zu langsam und kurz nach Dawydenkos erstem Titel (2003 in Adelaide) folgte dann die erste Einladung für die «Sbornaja».

(von Marco Keller, New York/Si)

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