Dean setzt auf harten Kurs gegen Bush
publiziert: Freitag, 16. Jan 2004 / 15:59 Uhr

Washington - Noch vor einem Jahr war Howard Dean ein unbekannter Provinzpolitiker. Jetzt hat der frühere Gouverneur des Ministaates Vermont im hohen Nordosten der USA die besten Chancen, für die Präsidentenwahl am 2. November nominiert zu werden.

Der frühere Arzt hat sich zielstrebig zum Anti-Bush aufgebaut. Falsch nennt er den Irak-Krieg, die Steuersenkungen, das Haushaltsdefizit, falsch nennt er den ganzen Kurs des Präsidenten: "Unsere Nation ist heute in der Krise", lautet seine Bilanz.

Seine Kampagne richtet sich aber auch gegen das Establishment der eigenen Partei in Washington: Die Parteispitzen hätten zu oft mit der Bush-Regierung paktiert.

Deans von Anfang an scharfe Opposition gegen den Irak-Krieg hebt ihn gegen die Mitbewerber John Edwards, Dick Gephardt, John Kerry und Joe Lieberman ab, die im Kongress für die Kriegsresolution stimmten.

Unglückliche Bemerkungen

Die grössten Probleme haben Dean bislang nicht seine Rivalen bereitet, sondern sein Temperament. Als Dean sich an der Theorie beteiligte, George W. Bush hätte die Anschläge des 11. September verhindern können, weil er von Saudi-Arabien vorgewarnt worden sei, löste das nicht nur im Lager des Präsidenten Empörung aus.

Und seine Bemerkung, die USA seien nach der Festnahme Saddam Husseins nicht sicherer, mag zwar inhaltlich zutreffen, passte aber schlecht zu der allgemeinen Euphorie, die die Nachricht aus Irak auslöste.

Aus Sicht vieler führender Demokraten bestätigen Deans verbale Schnellschüsse, dass er nicht das Zeug zum Kandidaten hat. Sie halten ihn für zu ungehobelt, zu unerfahren und zu "links".

Homo-Ehe und Krankenkasse

Dean stammt aus einer reichen Bankerfamilie. Er studierte an der Eliteuniversität Yale sowie in New York. Später betrieb er mit seiner Frau eine Arztpraxis. Landesweit bekannt wurde er erst im vergangenen Jahr.

Während seiner elfjährigen Amtszeit als Gouverneur unterzeichnete er zwar ein Gesetz für die Homo-Ehe und führte die allgemeine Krankenversicherung für Kinder ein. Doch befürwortete er auch die Todesstrafe und lehnte Sozialprogramme ab, solange die Finanzierung nicht sicher war.

41 Mio. Dollar

Seinen Blitzaufstieg auf nationaler Bühne hat der 55-Jährige auch dem Internet zu verdanken. In einem Geniestreich spannte sein Team die Online-Kontaktbörse Meetup.com ein, die Dean-Fantreffen quer durchs Land vermittelt.

Und das Internet hat ihm auch geholfen, die phänomenale Spendensumme von bisher 41 Millionen Dollar einzutreiben - Rekord für einen demokratischen Präsidentschaftsbewerber.

Sensationell ist daran auch, dass es sich mehrheitlich um Kleinspenden unter 200 Dollar handelt, also Beiträge von Normalverdienern. Spenden für US-Wahlkämpfe kommen normalerweise vor allem aus von Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen mit grossen Kassen.

(bsk/afp)

 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 4°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Basel 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen 2°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
Genf 2°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, wenig Regen
Lugano 4°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten