Debatte über Irak-Politik
publiziert: Samstag, 3. Sep 2005 / 00:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 28. Sep 2005 / 20:35 Uhr

London- Die Veröffentlichung eines Bekennervideos zu den Londoner Anschlägen vom 7. Juli hat die Debatte über die Rolle des Irak-Kriegs als Auslöser von Terroranschlägen neu angefacht.

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Es gebe «keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung für Terrorismus», sagte der britische Aussenminister Jack Straw am Rande eines informellen Treffens der EU-Aussenminister im walisischen Newport. Am Donnerstagabend hatte der arabische Nachrichtensender El Dschasira das Video ausgestrahlt.

«Diejenigen, die da fälschlich im Namen des Islam zu sprechen vorgeben, töten vor allem ihre eigenen moslemischen Brüder», sagte Straw. Die britischen Nachrichtendienste seien dabei, den Inhalt des Bekennervideos zu analysieren. Premierminister Tony Blair wollte sich zunächst nicht zu dem Band äussern.

Radikalisierung

Der Sprecher des britischen Moslemrates, Inayat Bunglawala, betonte, nichts könne die Angriffe auf unschuldige Zivilisten rechtfertigen.

Allerdings belege das Video, dass der Krieg im Irak zu einer Radikalisierung junger britischer Moslems geführt habe. Offensichtlich sei auch die britische Politik im Nahen Osten ein Grund für radikale Einstellungen.

Auf dem Video ist nach Angaben des Senders Mohammed Sidique Khan, einer der Londoner Selbstmordattentäter, mit einer vor den Anschlägen vom 7. Juli aufgenommenen Botschaft zu sehen. Khan, ein 30-jähriger Brite pakistanischer Herkunft, war der älteste der vier Londoner Selbstmordattentäter.

Verantwortung

Laut El Dschasira wirft er den Bürgern westlicher Länder in dem Video vor, selbst die Verantwortung für die Anschläge von London, von Madrid im März 2004 sowie vom 11. September 2001 in New York und Washington zu tragen.

Sie seien verantwortlich, «weil sie Regierungen wählen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen». Die Anschläge seien eine Reaktion auf die «Gräueltaten», die den Moslems angetan würden.

Bei den Anschlägen am 7. Juli auf einen Bus und drei U-Bahnzüge in London wurden 56 Menschen getötet und 700 weitere verletzt.

(bert/sda)

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