«Deep Throat» stirbt mit 95 Jahren
publiziert: Freitag, 19. Dez 2008 / 14:41 Uhr / aktualisiert: Freitag, 19. Dez 2008 / 15:45 Uhr

Washington - Der Schlüsselinformant des Watergate-Skandals, der frühere FBI-Vizechef Mark Felt, ist am Donnerstag im Alter von 95 Jahren gestorben. Das sagten Angehörige Felts gegenüber mehreren US-Medien. Felt geht als «Deep Throat» in die Geschichte ein.

Mark Felt spielte eine entscheidene Rolle in der Enthüllung des Watergate Skandals.
Mark Felt spielte eine entscheidene Rolle in der Enthüllung des Watergate Skandals.
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Erst im Mai 2005 hatte er enthüllt, dass er vor über drei Jahrzehnten der geheimnisumwitterte Informant diesen Namens gewesen war. Er hatte Reportern der «Washington Post» mit entscheidenden Hinweisen bei der Aufdeckung der Vergehen des früheren republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon geholfen.

Bob Woodward und sein Journalisten-Kollege Carl Bernstein hatten aufgedeckt, dass Helfer Nixons 1972 in das Wahlkampfhauptquartier der Demokraten im Watergate-Hotel von Washington eingebrochen waren, um das Büro neu zu verwanzen. Nixon musste deswegen 1974 zurücktreten.

Felts Gesicht blieb dabei im Dunkeln - seine Identität ebenfalls. Den beiden Reportern hatte er das Versprechen abgenommen, seine Identität erst nach seinem Tod preiszugeben. Er betrachte sich nicht als Held, sondern als «Helfer», hatte Felt 2005 erklärt.

Mitwisser Nixons identifiziert

Felt half den Reportern, die Mitwisser und Helfershelfer Nixons zu identifizieren und die richtigen Fragen zu stellen. Schliesslich musste ein Anwalt Nixons zugeben, dass auf den Tonbändern des Weissen Hauses eine Anweisung Nixons, die Spuren zu verwischen, aufgezeichnet worden war.

Nixon stürzte, Woodward und Bernstein erhielten den Pulitzerpreis und wurden ein Vorbild für ganze Journalisten-Generationen - und Felt? Er schwieg - fast bis zu seinem Tod.

(ht/sda)

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