Dem FCB droht eine Nullnummer
publiziert: Samstag, 18. Apr 2009 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 18. Apr 2009 / 09:30 Uhr

Nach dem Ausscheiden im Cup-Halbfinal gegen die Young Boys im Penaltyschiessen droht dem FC Basel, dem Tabellenzweiten der Axpo Super League, erstmals seit drei Jahren am Ende einer Saison mit leeren Händen dazustehen.

Haben die Spieler von Christian Gross noch den Willen zum Siegen? (Archivbild)
Haben die Spieler von Christian Gross noch den Willen zum Siegen? (Archivbild)
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Zwar beträgt der Rückstand auf den Rivalen aus Zürich nur einen Punkt, doch der Leader hat neben der besseren Tordifferenz auch noch den Vorteil, die Basler in der drittletzten Runde zuhause im Letzigrund empfangen zu können. Und nach YBs Coup vom Donnerstag, bei dem die Berner eine erstaunliche Winnermentalität an den Tag legten, ist auch das Team von Vladimir Petkovic im Schlussspurt um den Meistertitel noch nicht abzuschreiben - trotz eines Rückstandes von fünf respektive vier Punkten auf die Kontrahenten aus Zürich und Basel.

Christian Gross hatte am Donnerstagabend zu später Stunde das Lachen zwar nicht verloren, doch sein Schmunzeln an der Pressekonferenz nach zuvor 120 aufreibenden Minuten und der finalen Entscheidung vom Elfmeterpunkt wirkte gequält. Während die Berner Fans in der «Eleven»-Bar in den Katakomben des Stade de Suisse so ausgiebig feierten, als hätten sie nach 22-jähriger Durststrecke die Cup-Trophäe bereits gewonnen, versuchte der erfolgsbesessene FCB-Coach seine Enttäuschung über die erste Cup-Niederlage der Beppi seit knapp dreieinhalb Jahren zu verbergen.

Gross gratulierte seinem Gegenüber Vladimir Petkovic zum Sieg und fügte an, dass das Penaltyschiessen in einem Cup-Halbfinal gegen YB (2002 - die Red.) auch schon für sie entschieden habe. «Nun ist es anders herausgekommen.» Der 54-jährige Zürcher verheimlichte nicht, dass damit das erste der zwei Saisonziele auf nationaler Ebene verpasst wurde, gab sich aber sogleich kämpferisch: «Nun setzen wir alles daran, dass wir zumindest wieder Meister werden.»

Meisterschaft ein Muss

Nach dem Cup-Aus nimmt der Druck auf Gross und seine Crew in den verbleibenden Meisterschaftsspielen nun aber merklich zu. Der FCB, mit einem Budget von rund 30 Millionen Franken der finanzkräftigste Verein der Schweiz, kann es sich nicht leisten, Ende Saison ohne Pokal dazustehen. Erst einmal seit dem Aufstieg der Basler an die nationale Spitze in der Saison 2001/02 gewann der FCB keinen Titel. 2006 entriss der FC Zürich dem Erzrivalen den Meisterpokal in letzter Sekunde. Die Nachwehen der Niederlage und der wüsten Zuschauerauschreitungen nach dem Schlusspfiff an jenem 13. Mai führten unter anderem dazu, dass die Basler auch 2007 gegen die Zürcher den Kürzeren zogen.

Doch an den sportlichen Worst-Case wollte Gross auch einen Tag nach dem Cup-Out nicht denken. Es lohne sich nicht, weiter über die Niederlage zu sinnieren, sagte der Zürcher, der im Dezember seinen Vertrag in Basel bis 2011 verlängert hatte. Sein Fokus liegt bereits wieder auf der nächsten Partie: «Uns stehen neun Endspiele bevor, das erste am Sonntag in Neuenburg. Wir dürfen uns keine Punktverluste mehr erlauben.» Die Mannschaft sei bereit, das habe sie am Donnerstag bewiesen. «Einzig in der Offensive fehlte die letzte Entschlossenheit.»

Fehlende Winnermentalität?

Die Niederlage in Bern machte aber deutlich, dass der FCB in diesem Jahr nicht unantastbar ist. Für einmal kam den Baslern ihre Effizienz, die sie in diesem Frühjahr wiederholt ausgezeichnet hat, abhanden -- just in jenem Moment, in dem sie diese dringend benötigt hätten. Zwar bewies der sonst eher zur Vorsicht tendierende Gross Mut, als er erstmals in diesem Jahr mit Eren Derdiyok und Marco Streller zwei Stürmer von Beginn an nominierte. Derdiyok war die fehlende Spielpraxis allerdings anzumerken, und die mediale Kritik an Streller, der erst dreimal in dieser Saison getroffen hat, wird nach dessen Auftritt vom Donnerstag nicht verstummen.

Abgesehen von der mässigen Leistung seiner Offensive dürfte Gross aber vor allem zu schaffen machen, dass der Wille des Gegners, die Partie im Stade de Suisse für sich zu entscheiden, spürbar grösser war. «Wir wollten unbedingt das Spiel nach 90 oder 120 Minuten gewinnen», sagte nach dem 3:2-Sieg der stolze YB-Trainer Petkovic, der deswegen in der Vorbereitung auch nicht allzu grossen Wert auf das Üben von Penaltys gelegt hatte. Während die Berner in der Verlängerung die Pace noch einmal steigern konnten, bauten die Basler nach 75 Minuten merklich ab. Abgesehen von der Defensive mit dem überragenden Torhüter Franco Costanzo, der mit mehreren starken Interventionen brillierte, sorgte kaum ein Basler in der Schlussphase für einen Akzent.

Übersicht:
Super League. 28. Runde. Samstag (alle 17.45 Uhr): Bellinzona - Aarau, Vaduz - Luzern, FC Zürich - Sion. - Sonntag (beide 16 Uhr): Young Boys - Grasshoppers, Neuchâtel Xamax - Basel.

(Christian Finkbeiner, Bern/sda)

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