Demo gegen verschärftes Asylrecht in Bern
publiziert: Samstag, 23. Jun 2012 / 18:11 Uhr
Tausende protestieren in Bern gegen Asylrechts-Verschärfung.
Tausende protestieren in Bern gegen Asylrechts-Verschärfung.

Bern - An die 5000 Menschen haben in Bern gegen die Verschärfung des Asylrechts protestiert. Die Schweiz betreibe eine menschenverachtende Migrationspolitik, kritisierten sie. Mit von der Partie waren auch rund 130 Sans-Papiers, die derzeit für ihre Anliegen durch Europa marschieren.

Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
3 Meldungen im Zusammenhang
Am Nachmittag versammelten sich zunächst über tausend Menschen auf der Schützenmatte beim Berner Bahnhof. In ersten Ansprachen meldeten sich Migrantinnen und Migranten zu Wort.

Migrantinnen und Migranten hätten mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausbeutung zu kämpfen, betonte Emine Sariaslan vom Forum für die Integration von Migrantinnnen und Migranten. Wer ihnen einseitig die Verantwortung für Integrationsprobleme zuweise, ignoriere die Hürden, denen diese Menschen in der Schweiz gegenüberstünden.

Farbig und friedlich

Anschliessend bewegte sich der farbige und friedliche Kundgebungszug durch die Innenstadt in Richtung Bundesplatz. Zweimal legten die Kundgebungsteilehmer kurze Sitzpausen auf der Strasse ein, um ihren Protest zu untermauern.

Nach wenigen Minuten setzten sie sich jeweils wieder in Marsch. Auf dem Bundesplatz war die Kundgebung auf gegen 5000 Menschen angeschwollen, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Die Veranstalter sprachen von mindestens 5000 Teilnehmenden.

«Das Boot ist nicht voll»

Der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli (ZH) kritisierte die jüngsten Entscheide des Nationalrats zur Asylgesetzrevision. Er habe die Debatte als erschreckend erlebt, sagte Glättli.

«Aber wir wissen auch: es braucht nicht mehr Wut und Angst in diesem Land, sondern es braucht Mut, mehr Zuversicht und mehr Solidarität», hob Glättli hervor.

Das Boot sei noch lange nicht voll, betonte er weiter. Die Asylsuchenden und Flüchtlinge machten gerade einmal 0,6 Prozent der Bevölkerung aus. Die Schweiz höhle das Asylrecht aus und das ganz ohne Not.

Nun gelte es dafür zu kämpfen, dass das Asylrecht so verändert werde, dass es wieder seinen Zweck erfülle, nämlich bedrohte Menschen zu schützen und nicht Asylsuchende zu verelenden und Flüchtlinge abzuschrecken.

Der Nationalrat hatte sich Mitte Juni für eine Verschärfung des Asylrechts ausgesprochen. Insbesondere sollen Asylsuchende künftig nur noch Nothilfe und keine Sozialhilfe mehr bekommen.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten zahlreiche Organisationen aus dem Asyl-, Menschenrechts- und Antirassismusbereich, aber auch Gewerkschaften und Parteien.

Marsch der Sans-Papiers

An der Kundgebung beteiligte sich auch eine Gruppe von rund 130 Sans-Papiers, die derzeit einen Marsch von Brüssel aus durch Europa nach Strassburg machen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

In Basel reisten die Teilnehmer des ersten europäischen Marsch der Sans-Papiers am Donnerstag in die Schweiz ein.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Staatspolitische Kommission (SPK) des Nationalrats verabschiedet sich von ihrem Konzept, wonach alle ... mehr lesen
Die reduzierte Sozialhilfe für Asylsuchende soll generell tiefer liegen als für Einheimische. (Symbolbild)
Bern - Die Staatspolitische Kommission (SPK) des Ständerats ist gegen ein reines Nothilfe-Regime im Asylwesen. Als ... mehr lesen 1
Kommissionspräsident Robert Cramer informierte heute die Medien. (Archiv)
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht.
Harry Belafonte wurde geehrt.
Harry Belafonte wurde geehrt.
Humanitäres Engagement  Los Angeles - US-Sänger Harry Belafonte bekommt für sein humanitäres Engagement einen Ehren-Oscar. Der Jean Hersholt Humanitarian Award, der gleichwertig zu einem klassischen Oscar ist, werde dem 87-Jährigen wegen seines Einsatzes gegen Rassismus und Diskriminierung verliehen, teilte am Donnerstag die US-Filmakademie mit. 
Heimat ist da, wo er sich erholen kann  Leinwandstar Orlando Bloom (37) kann sich überall Zuhause fühlen - dafür muss er an keinen ...
Orlando Bloom fühlt sich daheim, wenn er inneren Frieden hat.
Orlando Bloom ist nach Bieber-Streit stinksauer Zwischen Schauspieler Orlando Bloom (37) und Popsänger Justin Bieber (20) spitzt sich die Lage nach ...
Orlando Bloom hat noch immer Gefühle für Miranda Kerr.
Die UNO-Soldaten sind in Kampfbereitschaft. (Archivbild)
Kampfbereite Truppen  Genf/Kunaitra - Nach der Entführung von 43 UNO-Soldaten auf den Golanhöhen haben sich ...  
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 13°C 17°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 10°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 14°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 13°C 23°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 15°C 22°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 15°C 24°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 16°C 26°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten