Demonstranten im Iran wenden sich an die UNO
publiziert: Donnerstag, 18. Jun 2009 / 12:40 Uhr

Teheran - Am sechsten Tag der Massenproteste gegen die Wertung der Präsidentschaftswahl im Iran sind Demonstranten vor das Gebäude der Vereinten Nationen in Teheran gezogen.

Die Demonstranten hielten Transparente hoch mit der Aufschrift «UNO - Wo bist Du?».
Die Demonstranten hielten Transparente hoch mit der Aufschrift «UNO - Wo bist Du?».
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Sympathisanten des unterlegenen Kandidaten Mir Hussein Mussawi hielten Transparente mit der Aufschrift «UNO - Wo bist du?» in die Höhe, berichteten Augenzeugen.

Die meisten der Demonstranten trugen die Trauerfarbe schwarz. Mussawi hatte seinen Anhang aufgerufen, der Trauer für die bei den Protesten der vergangenen Tage mindestens fünf getöteten Demonstranten Ausdruck zu verleihen. Es werden erneut Zehntausende auf den Strassen Teherans erwartet.

Für Freitag wird mit Spannung der Auftritt von Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei erwartet. Er führt die Freitagsgebete am islamischen Feiertag an. Beobachter erwarten, dass der mächtige oberste Führer des Iran in seiner Predigt auf die aktuelle Lage eingehen wird.

Ahmadinedschad: «Volksabstimmung über islamisches System»

In einem offenen Brief hatte Musswai am Mittwoch die Freilassung seiner festgenommenen Anhänger gefordert. Alle Festnahmen müssten zurückgenommen werden, erklärten Mussawi und einer seiner Hauptunterstützer, Ex-Präsident Mohammed Chatami.

Mussawi kündigte eine Fortsetzung der Proteste an, bis die Wahl wiederholt wird. Augenzeugen schätzten die Zahl der Demonstranten auf mehr als 100 000. Verlässliche Angaben gab es nicht, weil das am Dienstag verhängte Berichterstattungsverbot für ausländische Medienvertreter über die Demonstrationen weiter galt.

Präsident Ahmadinedschad verteidigte das bekanntgegebene Wahlergebnis erneut in einer Kabinettssitzung. Die Wahl demonstriere die Unterstützung für seine Regierungsarbeit. «De facto war die Wahl eine Volksabstimmung über das islamische System», sagte er.

Die US-Regierung forderte Teheran auf, den Konflikt auf «transparente» Weise zu lösen.

(fkl/sda)

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