Ägypter demonstrieren trotz Ausgangssperre
Demonstranten in Kairo missachten Ausgangssperre
publiziert: Samstag, 29. Jan 2011 / 16:56 Uhr
Lassen sich nichts verbieten: Demos gehen weiter.
Lassen sich nichts verbieten: Demos gehen weiter.

Kairo - Unbeeindruckt von einer neuen Ausgangssperre haben am Samstagnachmittag tausende Demonstranten in Kairo ihre Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak fortgesetzt. Einige trugen T-Shirts mit der Aufschrift «Nieder mit Mubarak».

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Augenzeugen berichteten am Samstag, Tausende hätte gegen 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) überwiegend friedlich in Kairo demonstriert - genau dann, als die Ausgangssperre beginnen sollte. Die mit Panzern und Truppentransportern aufgefahrene Armee griff nicht ein.

Rund 1000 Demonstranten versuchten einem Fernsehbericht zufolge, das ägyptische Innenministerium zu stürmen. Die Polizei eröffnete daraufhin das Feuer, wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira am Samstag berichtete. Nach Angaben von Rettungskräften starben mindestens drei Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Innenstadt.

Geheimdienstchef als Vize-Präsident

Nach Berichten der staatlichen Medien ist der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman am Samstag als Vize-Präsident des Landes vereidigt worden. Damit habe Staatschef Husni Mubarak erstmals seit seinem Amtsantritt im Jahr 1981 einen Stellvertreter, berichteten die Medien. Suleiman steht seit rund zwei Jahrzehnten an der Spitze des mächtigen Geheimdienstes in Ägypten.

Unter dem Eindruck der Massenproteste gegen sein Regime hatte Präsident Husni Mubarak in einer Fernsehansprache am Freitagabend die Bildung einer neuen Regierung angekündigt. Er hatte in der Ansprache vor Chaos gewarnt und «neue Schritte hin zu mehr Demokratie» sowie eine Verbesserung des Lebensstandards versprochen.

Rückritt Mubaraks gefordert

Der in Kairo unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei forderte Mubarak in einem Interview des Senders Al-Dschasira erneut zum Rücktritt auf.

Mubarak sollte sich zurückziehen und sich nicht erneut zur Wahl stellen. Der frühere Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) rief den Staatschef auf, eine Rahmenordnung für die Übergabe der Macht abzustecken.

Mubarak hatte zwar eine Umbildung des Kabinetts angekündigt, um die aufgeheizte Stimmung im Land zu beruhigen. Von Rücktritt sprach er allerdings nicht; das ist aber eine Kernforderung der Demonstranten.

(sl/sda)

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