Demonstration in Kuwait verhindert
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 15:34 Uhr
Am 1. Dezember finden in Kuwait voraussichtlich Parlamentswahlen statt. (Bild: Parlamentsgebäude in Kuwait-Stadt)
Am 1. Dezember finden in Kuwait voraussichtlich Parlamentswahlen statt. (Bild: Parlamentsgebäude in Kuwait-Stadt)

Kuwait-Stadt - Die Polizei in Kuwait hat eine Demonstration tausender Menschen gegen die Inhaftierung eines der führenden Oppositionellen des Landes aufgelöst.

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Nach Angaben von Aktivisten und des Innenministeriums war der Protestzug auf dem Weg zu dem Gefängnis, in dem Musallam al-Barrak seit zehn Tagen festgehalten wird. Er war am Montag vergangener Woche wegen angeblicher kritischer Äusserungen über den kuwaitischen Emir festgenommen worden.

Die Stimmung in Kuwait ist derzeit angespannt. Am 1. Dezember finden voraussichtlich Parlamentswahlen statt. Die Opposition lehnt allerdings das geltende Wahlgesetz ab und demonstriert immer wieder dagegen.

Nach Angaben der Organisatoren versammelten sich am Mittwoch rund 10'000 Demonstranten vor dem Haus al-Barraks, um zu dem etwa drei Kilometer entfernten Zentralgefängnis zu ziehen, in dem der Oppositionelle einsitzt.

Laut Innenministerium wurde der Protestzug aufgelöst, weil Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen wurden. Augenzeugen gaben an, es habe daraufhin in Wohnvierteln rund um das Gefängnis gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen hunderten Demonstranten und Einsatzkräften der Polizei gegeben.

Angaben zu möglichen Opfern machten beide Seiten nicht. In einer Mitteilung nannte das Innenministerium die Protestierenden «Hetzer und Anstifter» zur Gewalt.

Kuwait hatte im Jahr 1962 als erste Golfmonarchie eine Verfassung und ein Parlament eingeführt. Wiederholte Krisen führten seitdem neun Mal zur Auflösung des Parlaments, sechs Mal davon allein seit dem Jahr 2006.

Die Opposition aus Islamisten, Nationalisten und Liberalen fordert politische Reformen, um die Befugnisse des Emirs einzuschränken. Sie streben letztlich die Umwandlung in eine konstitutionelle Monarchie an, nicht aber den Sturz des Emirs.

(asu/sda)

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Anthony Patt ist Professor für Mensch-Umwelt-Systeme an der ETH Zürich.
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