Mehrheit demonstriert aus Solidarität
Demonstrierende in der Schweiz sind oft über 40 und gut gebildet
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 16:42 Uhr
Rund die Hälfte der Demonstrierenden ist 40 bis 64 Jahre alt, gut ein Drittel 20- bis 39-jährig.
Rund die Hälfte der Demonstrierenden ist 40 bis 64 Jahre alt, gut ein Drittel 20- bis 39-jährig.

Bern - Wenn in der Schweiz eine Demonstration stattfindet, ist rund die Hälfte der Teilnehmenden zwischen 40 und 64 Jahre alt. Nicht Angst und Wut sind die Motive für eine Demo-Teilnahme, sondern die Solidarität. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Nationalfonds-Studie hervor.

Marco Giugni und Nina Eggert von der Universität Genf befragten zwischen 2010 und 2012 Teilnehmende von fünf Grossdemonstrationen. Dies waren der Weltmarsch der Frauen in Bern, die 1.-Mai-Demo in Zürich, eine Anti-Atom-Demo in Beznau sowie die Pride-Veranstaltung für die Rechte Homosexueller und eine Frauendemo in Genf.

Fast 70 Prozent aller Teilnehmenden gaben an, aus Solidarität an einer Demonstration teilzunehmen. 40 Prozent nahmen für die Verteidigung der Eigeninteressen teil. Bei Anti-Atom-Demos sind die Motive eher instrumenteller Art: Hier sei das erste Ziel, Druck auf die Politiker auszuüben, stellten die Forscher fest.

Vernetzung ist wichtig

Der wichtigste Grund, welcher Bürgerinnen und Bürger zu Demonstrierenden macht, sei ihre Mitgliedschaft bei sozialen Netzwerken, hiesst es in der Nationalfonds-Studie weiter. Je besser sie in solche eingebunden seien, desto öfter seien sie an Demonstrationen anzutreffen.

Die Schweizer Demonstrierenden weisen ein ähnliches Altersspektrum auf wie die Demonstrierenden im Ausland: Rund die Hälfte ist 40 bis 64 Jahre alt, gut ein Drittel 20- bis 39-jährig.

Beim Bildungsstand zeigen sich allerdings kleine Unterschiede: In der Schweiz ist der Anteil Demonstrierender mit tiefer Bildung kleiner als in anderen Ländern. Dieser beträgt 3,8 Prozent verglichen mit fast 10 Prozent in Belgien, Spanien und Holland.

Der hohe Anteil Demonstrierender mit Hochschulbildung beträgt 61,4 Prozent und ist vergleichbar mit den meisten anderen Ländern.

(fest/sda)

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