'Den Moment und das Team geniessen'
publiziert: Mittwoch, 11. Mai 2005 / 08:00 Uhr

Mit einem wohlverdienten Ruhetag begann für das Eishockey-Nationalteam die Vorbereitung auf den Viertelfinal vom Donnerstag.

Der Trainerstab Peter John Lee, Trainer Ralph Krueger und Köbi Kölliker jubeln. Sie haben ein homogenes Team zusammengestellt.
Der Trainerstab Peter John Lee, Trainer Ralph Krueger und Köbi Kölliker jubeln. Sie haben ein homogenes Team zusammengestellt.
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Ralph Krueger beobachtete in Innsbruck die Schweden; die Spieler erhielten frei.

Nach vier Partien binnen fünf Tagen gilt es für die Schweizer Aktiven, die Batterien wieder zu laden. Ralph Krueger: "Schon vor dem Weissrusslandspiel waren wir ´tod´, am Ende unserer Kräfte. Ich erachte den WM-Spielplan als fragwürdig: wir hatten vier Spiele in fünf Tagen zu bestreiten, während die Weissrussen in der gleichen Zeit nur zweimal im Einsatz standen. Dass wir das Schlüsselspiel dennoch 2:0 gewannen, verdankten wir einem weiteren grossartigen Teameffort."

Die Regeneration begann sofort nach dem Weissrussland-Spiel mit einem freien Ausgang. Am Dienstagmittag stand aktive Erholung auf dem Programm: die einen gingen joggen; andere betätigten sich im Fitnessraum.

Nicht vollständig erholt?

Am Mittwoch fliegt die Mannschaft in zwei Maschinen von Wien nach Innsbruck. Am Abend steht in der Olympiahalle das Abschlusstraining auf dem Programm. Krueger: "Ich bin sicher, dass wir uns bis zum Viertelfinal vollständig erholt haben."

Und die Schweizer haben Hunger auf mehr. Erst einmal - 1992 in Tschechien - gewann die Schweiz einen WM-Viertelfinal (gegen Deutschland). Vor 13 Jahren in Prag holten die Schweizer auch letztmals an einem A-Gruppen-Turnier mehr Punkte (8) als bislang in Wien (7).

Krueger: "Wir verfügen momentan über eine besondere Mannschaft. Ich bin mir nicht sicher, ob das in der Schweiz alle Leute schon gemerkt haben. Im Team steckt viel Reife, denn viele Schlüsselspieler haben in den letzten Jahren im Nationalteam viel erlebt. Selbst wenn wir Gegentore kassieren wie gegen Tschechien oder gegen Russland, fallen wir nicht auseinander und bleiben unserem System treu. Die Schweiz sollte dieses Team und den Moment geniessen."

Zusammenhalt und Rollenakzeptanz

Ralph Krueger weiss, wovon er spricht. Schon einmal spürte er in einem seiner Teams diese Reife, diesen Zusammenhalt und eine grosse Rollenakzeptanz auch von Starspielern: bei der VEU Feldkirch, mit der er im Januar 1998 gegen schier übermächtige Konkurrenz aus Russland, Tschechien und Skandinavien das Finalturnier der Euroliga gewann.

Möglicherweise reicht es der Schweiz in Österreich, an der bestbesetzten WM aller Zeiten, noch nicht in die Halbfinals oder zu Medaillen. Wenn ab 2006 die NHL aber wieder spielt, könnte in Turin (Olympia 2006), Riga (WM 2006) oder Moskau (2007) aber die grosse Stunde des Schweizer Teams schlagen - und sich Kruegers Medaillentraum erfüllen.

Krueger bis 2010?

Vieles deutet derzeit darauf hin, dass Krueger über 2006 hinaus Schweizer Nationaltrainer bleiben wird. Seit mehr als einem Jahr ist zwischen Krueger und dem SEHV vereinbart, nach der WM 2005 das Terrain für die Zukunft abzustecken.

Mit zuletzt drei Viertelfinals (WM 2003 bis 2005) und der Qualifikation für Olympia-Turin 2006 brachte sich Krueger in eine ausgezeichnete Verhandlungsposition, "aber einen Einjahresvertrag werde ich in meinem Leben nie unterzeichnen".

Auch innerhalb des SEHV herrscht grosses Interesse an einer vorzeitigen Verlängerung der Zusammenarbeit mit Krueger, die vorläufig bis Ende nächster Saison geregelt ist. Verbandspräsident Fredi Egli: "Ralph (Krueger) hat die Schweiz konstant vorwärts gebracht. Er trägt riesige Verdienste an der erreichten Leistungskonstanz.

Zudem ist er ein unglaublich guter Botschafter für das Eishockey und liegt bei Sponsoren und Partnern hoch im Kurs. Das Beispiel Deutschland zeigt uns, wie schnell ein Programm nach einem Trainerwechsel (von Zach zu Poss) bachab gehen kann." Auch SEHV-Direktor Peter Zahner möchte Krueger langfristig weiterbeschäftigen und wie bei den Nachwuchsauswahlen auch künftig auf Kontinuität setzen.

Knackpunkt

Zum Knackpunkt in den Verhandlungen dürften die Finanzen werden: Die Verbandsmittel sind limitiert im Vergleich zu 2000, als der damalige SEHV-Obmann Werni Kohler den Krueger-Kontrakt vorzeitig bis 2006 verlängerte.

Egli: "Wir beenden nächste Saison eine Sanierung und können uns deshalb keine finanziellen Luftsprünge erlauben." Und so könnte ein Kompromiss aussehen: Krueger erhält etwas weniger Salär, dafür aber wiederum einen langjährigen Vertrag - zum Beispiel bis 2009 (Heim-WM) oder 2010 (Olympiajahr).

(Rolf Bichsel/Si)

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