Der Bodensee und seine Rekord-Pegelstände
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 20:37 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Feb 2006 / 07:02 Uhr

Frauenfeld - Schon wieder ein Rekordtiefstand eines Bodenseepegels: Am Mittwoch meldete Bregenz einen neuen Allzeit-Tiefststand von 2,32 Metern.

Am Bodensee gibt es drei verschiedene «tiefste» Pegelstände: ein schweizerischer, ein österreichischer und ein deutscher.
Am Bodensee gibt es drei verschiedene «tiefste» Pegelstände: ein schweizerischer, ein österreichischer und ein deutscher.
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In Konstanz fehlten mit 2,28 Metern noch zwei Zentimeter bis zum Rekord-Tiefstand. In Romanshorn gar war der Rekord bereits am 7. Februar mit 394,54 Metern gemeldet worden. Am Mittwoch war schon der nächste Tiefststand fällig: Der Pegel stand bei 394,50 Metern.

Unterschiedlicher Messbeginn

Diese sich dauernd überholenden Rekordmeldungen mögen verwirrend sein. Sie sind aber nur die Folge national unterschiedlicher Neugier. Die deutschen Seeanwohner in Konstanz wollten nämlich schon 1817 wissen, wie hoch der See jeweils steht und fingen deshalb an, den Wasserstand am Pegel abzulesen.

Deshalb ist der vermeldete «deutsche» Rekordtiefstand des Bodensees mit 2,26 Meter der älteste - und gleich noch der tiefste - aller Bodensee-Pegel-Tiefenrekorde. Er wurde nämlich bereits am 17. Februar 1858 gemessen. Da waren weder in Bregenz noch in Romanshorn schon Messlatten montiert.

Auf der österreichischen Seeseite begannen die Messungen 1864. Der bisher gültige Tiefststand stammte vom März 1972 und lag bei 2,41 Meter. Auf der Schweizer Seeseite wiederum begannen die Messungen erst 1881; der tiefste gemessene Pegelstand stammte bis Anfang Februar 2006 aus dem Jahr 1909 und lag bei 394,56 Metern.

Drei Tiefststände

Und so können am Bodensee mindestens drei verschiedene «tiefste» Pegelstände vermeldet werden: ein Schweizer, ein österreichischer und ein deutscher. Der tatsächlich tiefste je gemessene Pegelstand bleibt damit aber der vom Pegel Konstanz, der bei 2,26 Meter lag - und damit immer noch zwei Zentimeter unter jenem vom Mittwoch.

Aber das Durcheinander mit den tiefsten Pegelständen ist ja nicht das einzige, das das Verständnis am Bodensee erschwert. Da geben Konstanz und Bregenz die Pegelstände im einstelligen Meterbereich an, vor Romanshorn aber steht der See plötzlich über 394 Meter hoch.

Keine Wasserwand

Das liegt nicht daran, dass vor Romanshorn eine Wasserwand stünde, sondern daran, dass die Länder die Pegelhöhen unterschiedlich melden. Die Schweiz misst ihre ab dem festgelegten Nullpunkt am Mittelmeer bei Marseille und gibt ihn als absolute Höhe an: Die Bodenseewasseroberfläche bei Romanshorn liegt 394,5 Meter über Marseille.

Österreich und Deutschland messen ihre Höhenangaben aber ab Triest (A) an der Adria beziehungsweise ab Amsterdam (D) an der Nordsee. Dass das Unterschiede zur Schweizer Messung ergibt, haben die Rheinfelder gemerkt, als sich beim Bau der neuen Rheinbrücke die Fahrbahnen nicht trafen und erst angeglichen werden mussten.

Keine absolute Höhenangabe

Am Bodensee würde das bedeuten, dass auch bei absoluten Höhenangaben in allen drei Ländern unterschiedliche Angaben herauskämen. Nun haben sich aber Deutsche und Österreicher darauf geeinigt, die Pegelhöhe nicht mehr absolut anzugeben.

Sie bestimmten statistisch eine «Normalhöhe» des Wasserstandes und messen nun von diesem aus. Will man diese Höhen auf die Schweizer Angaben umrechnen, so muss man 392,23 Meter dazu zählen.

(Lieselotte Schiesser/sda)

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