Der Calcio steckt in der Krise
publiziert: Samstag, 1. Feb 2003 / 17:01 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Feb 2003 / 17:10 Uhr

Verschuldete Klubs, finanzielle und spielerische Dominanz des Nordens, Schiedsrichter in der Kritik: Dies die aktuelle Situation des “Calcio”. In der gestrigen Versammlung der Vertreter der italienischen Liga wurde über diese Themen diskutiert.

Marcello Lippi ist nicht der einzige mit Sorgenfalten im italienischen Fussball.
Marcello Lippi ist nicht der einzige mit Sorgenfalten im italienischen Fussball.
Ein einzigartiger Vorschlag ging aus der Versammlung der italienischen Fussballmeisterschaft hervor: Die Serie A soll auf 20 Mannschaften aufgestockt und in zwei Gruppen unterteilt werden. Der Gewinner der Meisterschaft soll in einem Finale zwischen den beiden Gruppen ermittelt werden, so der Vorschlag des Verbandsrates. Das Projekt, falls es angenommen werden sollte, würde schon in der nächsten Saison 2003-2004 in Kraft treten. Der Verwaltungsratsdelegierte des Fussballklubs Lecce bestätigt diesen Entscheid: “Es handelt sich hier um einen ernst gemeinten Vorschlag, über den in nächster Zukunft weiter diskutiert wird und als Antwort auf die Polemiken um die Zukunft der Serie B gelten soll.

Immer häufiger wird auch über eine mögliche Zweiteilung der Serie B diskutiert. Die eindeutige spielerische und finanzielle Dominanz der Klubs aus dem Norden drängt den Süden immer deutlicher in den unteren Teil der Tabelle ab. Klubs wie Bari, Catania, Cosenza, Napoli und Salernitana befinden sich im Moment auf den letzten Plätzen der Serie B und sind vom Abstieg bedroht.

Hochverschuldete Klubs vor dem Ruin

Die Traktandeliste der gestrigen Versammlung der italienischen Liga sah nicht nur Reformen für die Austragungsform der Meisterschaft vor, es sollte auch die disaströse finanzielle Situation, vor allem bei kleineren Klubs, behandelt werden. Von den 18 Erstligisten schreiben nur gerade zwei Vereine schwarze Zahlen: Juventus und Perugia. Die anderen kämpfen mit zu hohen Spielersalären, den Tücken des Calciomercato (Transfermarkt) und Sponsoren, die viel versprechen, aber wenig einhalten. Aus diesem Grund hat die Liga nun entschieden, dass die Löhne der Spieler bis 2004 nur noch 80% der Ausgaben eines Klubs ausmachen dürfen, im Jahr darauf nur noch 60%.

Der Vizepräsident der Liga Antonio Matarrese bestätigte diesen Trend: “Man muss die Verträge mit den Spielern neu aushandeln. Gewisse Klubs haben dies schon getan, andere müssen dieses Unterfangen noch in Angriff nehmen. Das goldene Zeitalter ist vorbei und die Präsidenten müssen sich damit abfinden.” Der Präsident Inters entgegnete darauf: “Der Calcio ist krank? Wenn einer krank ist, ist er nicht verpflichtet, ins Krankenhaus zu gehen: Wenn er nur eine Erkältung hat, kann er sich auch mit zwei Aspirin kurieren. Und Aspirin findet man überall.”

Schiedsrichter unter Beschuss

Zweifelhafte Entscheidungen gewisser Schiedsrichter haben in den letzten Spieltagen eine regelrechte Lawine von Protesten ausgelöst. Nachdem die zwei Unparteiischen Bertini und Trentalange in den Spielen Perugia-Inter und Atalanta-Roma das Spielgeschehen mit dubiosen Entscheiden beeinflusst haben, ist die Schiedsrichterkaste kontinuierlich unter Beschuss geraten. 40 Tage Sperre müssen die zwei nun absitzen, bis sie wieder eine Partie leiten dürfen.

Dem ist jedoch nicht genug: Obwohl für den Moment am Auswahlssystem der Schiedsrichter nichts geändert wird, debattiert man bereits über ein neues System für die Zuteilung. Künftig würden die Unparteiischen je nach Leistungsgrad und Effizienz den wichtigsten Partien zugeteilt werden. Es liegt nun zuerst an den zwei Verantwortlichen für die Zuteilung der Schiedsrichter, Bergamo und Pairetto, das weitere Vorgehen in diesen Belangen zu erörtern. Obwohl Italien das Land mit dem “besten” Schiedsrichter der Welt ist, da Collina zum dritten Mal hintereinander als bester Schiedsrichter von der Fifa ausgezeichnet worden ist, scheint die Debatte noch lange nicht abgeschlossen zu sein.

(Colin Porlezza/fussball.ch)

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