Schweizer Entwicklungshilfe in der Kritik
Der DEZA fehlts laut Studie an Transparenz
publiziert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 16:12 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 17:39 Uhr
Zu wenig Transparenz bei Schweizer Entwicklungshilfe
Zu wenig Transparenz bei Schweizer Entwicklungshilfe

Bern/London - Die Transparenz der Schweizer Entwicklungshilfe lässt laut der Internationalen Organisation Publish What You Fund (PWYF) zu wünschen übrig. In einer Studie landet die Schweiz mit 25 von 100 möglichen Punkten in den hinteren Rängen.

Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht.
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Laut der Studie, die der «Blick» am Mittwoch publik machte, sind die Informationen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) lückenhaft. So würden nicht alle Projekte erfasst oder es fehlten Informationen über deren Auswertung. Die Organisation PWYF stützte ihre Evaluation auf Informationen auf dem DEZA-Internetauftritt.

Gerade diese Vorgehensweise trage der dezentralen Arbeitsweise der DEZA ungenügend Rechnung, heisst es in einer Stellungnahme des Eidg. Departementes für Auswärtige Angelegenheiten (EDA). Die Websites der einzelnen Kooperationsbüros seien nicht standardisiert und die Informationen nicht für jedes Land gleichermassen zugänglich.

Technische Anpassung läuft

Im Jahr 2009 hatte sich die Schweiz auf die Transparenz-Richtlinien der IATI-Initiative (International Aid Transparency Initiative) verpflichtet. Dabei wurde laut dem EDA eine etappenweise Umsetzung festgelegt. Die Grunddaten würden ab 2013 in einer standardisierten Form aufbereitet.

Die DEZA muss dafür aufwendige technische Anpassungen vornehmen, wie das EDA festhält. Eine Projektdatenbank, die fortlaufend ergänzt wird, ist seit Mai 2012 auf der DEZA-Website aufgeschaltet.

Bessere Planung

Die Organisation Publish What You Fund mit Sitz in London setzt sich für bessere und vergleichbare Informationen über Entwicklungshilfegelder ein. Dies soll es einerseits den Geberländern erleichtern, ihre Ausgaben zu koordinieren. Andererseits sollen die Hilfsempfänger die finanzielle Unterstützung in ihren eigenen Budgets einplanen können.

Die Organisation untersuchte in ihrer Studie 72 staatliche Hilfsorganisationen, Entwicklungsbanken, UNO-Organisationen sowie private Stiftungen über den Zeitraum eines Jahres bis Anfang Mai 2012.

Am besten schnitten das britische Department for International Development (91 Punkte), die beiden IATI-Erstunterzeichner Niederlande (77 Punkte) und Dänemark (76 Punkte) sowie Schweden (72 Punkte) ab.

Die Schweiz liegt auf Rang 55 mit gleicher Punktzahl wie IATI-Erstunterzeichner Irland. Auch Italien, welches IATI nicht unterzeichnet hat, liegt mit der Schweiz gleich auf. Die durchschnittliche Punktzahl der untersuchten Organisationen lag bei 41.

In den kommenden vier Jahren kann die Schweiz insgesamt 11,35 Milliarden Franken für Entwicklungszusammenarbeit ausgeben. Das Parlament erhöhte im September das Budget um rund eine halbe Milliarde pro Jahr. 2011 gab die Schweiz 2,73 Milliarden Franken für Entwicklungshilfe aus. Damit liegt die Eidgenossenschaft im Mittelfeld der OECD-Länder.

(bert/sda)

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