Der Grösste aller Zeiten
publiziert: Sonntag, 5. Jul 2009 / 20:31 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Jul 2009 / 22:15 Uhr

«Federer in der Krise» (August 2008), «Federer verletzt» (November 2008), «Nadal nun auch auf Hartplatz besser» (Januar 2009), «Federer ratlos» (März/April 2009) - vier Schlagzeilen zu Roger Federer aus den letzten zwölf Monaten.

Roger Federer mit seinem 15. Grand-Slam-Pokal.
Roger Federer mit seinem 15. Grand-Slam-Pokal.
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Weil aber Federer der allergrösste Schweizer Sportler seit Tells Armbrustschuss von 1291 ist, feierte er trotz dieser Probleme in den letzten 365 Tagen drei Grand-Slam-Siege - und scheiterte am Australian Open erst im fünften Satz des Finals an Rafael Nadal.

Mit dem sechsten Wimbledontitel und dem 15. Grand-Slam-Erfolg erspielte sich Federer am Sonntag den Status einer lebenden Legende. Wer trotz Widerständen die grössten Triumphe feiert, der verfügt über ganz besondere Stärken.

Kritiker verstummen

Dank brillanten Schlägen, der mit Abstand besten Technik und dem klar stärksten Kopf stieg Federer zum grösste Tennisspieler aller Zeiten auf. Nur ganz wenige Kritiker wenden heute noch ein, dass Nadal gegen Federer meist gewinne oder Rod Laver (11 Grand-Slam-Titel) während fünf Jahren (1963-67) als Profi von Grand-Slam-Turnieren ausgeschlossen gewesen war.

An Federers Erfolgen gibt es nichts zu rütteln. Es ist nicht Federers Schuld, dass Nadal in den wichtigsten Wochen der Saison verletzt ist - oder dass Djokovic und Murray sich nicht bis zum Duell gegen ihn vorkämpfen konnten.

Für Federer folgt nun ein neuer Lebensabschnitt. Die nächsten Turniere im August wird er als Vater bestreiten. Noch ist nicht absehbar, wie sich die neue Rolle auf seinen Beruf als Tennisspieler auswirken wird. Aber beweisen muss Roger Federer niemandem mehr etwas.

Fakten und Zahlen:
- RF hat als erster Spieler 15 Grand-Slam-Titel gewonnen und damit Pete Sampras (USA, 14 Titel) überholt.

- RF hatte Sampras´ 14 Grand-Slam-Titel vor vier Wochen in Paris egalisiert, wo er als sechster Spieler (nach Perry, Budge, Laver, Emerson und Agassi) den Karriere-Grand-Slam realisierte (mindestens ein Sieg an allen Grand-Slam-Turnieren).

- RF ist ab heute wieder die Nummer 1. Am 11. August 2008 war er von Rafael Nadal abgelöst worden, nachdem er zuvor die Rekordserie von 237 Wochen an der Spitze hingelegt hatte.

- RF ist nach seinem sechsten Sieg in Wimbledon der dritte Spieler, der 6 und mehr Wimbledon-Titel errang. William Renshaw und Pete Sampras siegten je 7 Mal auf dem «heiligen Rasen».

- RF ist erst der vierte Spieler in der Open Ära (seit 1968), der die Titel von Paris und Wimbledon im gleichen Jahr gewann. Vor ihm schafften dies Rod Laver (1969), Björn Borg (1978 - 1980) und Rafael Nadal (2008). Laver gewann auch vor der Open- Ära als einer von insgesamt acht Spielern das Double (1962).

- RF schaffte als Erster in der 132-jährigen Geschichte Wimbledons sieben Finals in Serie.

- RF stellte mit dem Einzug in den 20. Grand-Slam-Final einen Rekord auf. Er übertraf Ivan Lendl (19 Finals), Pete Sampras (18) und Rod Laver (17). In den letzten 17 «Majors» stand RF 16 Mal im Final.

- RF stand zum sechsten Mal de suite in einem Grand-Slam-Final. Zwischen Wimbledon 2005 und dem US Open 2007 erreichte er zehn Finals in Folge. Er ist der Einzige, der zwei Grand-Slam-Serien von fünf oder mehr Finals erreichte.

- RFs fünf frühere Wimbledon-Finalsiege notierte er gegen Mark Philippoussis (2003), Andy Roddick (2004/05) und Rafael Nadal (2006/07).

- RF und Serena Williams gewannen die Wimbledon-Einzeltitel zum zweiten Mal im gleichen Jahr nach 2003.

- RFs Finalniederlage 2008 in Wimbledon beendete seine Rekordserie von 65 Siegen auf Rasen.

- RF schaffte mit dem Gewinn des elften Titels auf Rasen einen Open-Ära-Rekord. Die anderen fünf Titel holte er 2003 - 2006 und 2008 in Halle. Pete Sampras gewann zehn Rasenturniere.

- RF schloss mit dem 60. ATP-Turniersieg zu Andre Agassi auf. Mehr Titel holte nur noch das Sextett Jimmy Connors (107), Ivan Lendl (94), John McEnroe (77), Pete Sampras (64), Björn Borg (63) und Guillermo Vilas (62).

- RF hat zum ersten Mal seit 2006 drei Turniere in Folge gewonnen (Madrid, Roland Garros, Wimbledon). 2006 gewann er sieben Anlässe hintereinander.

- RF hat die letzten 19 Spiele gewonnen. Das ist seine längste Siegesserie seit März 2007. Sein Rekord beträgt 51 Siege in Folge zwischen dem US Open 2006 und Indian Wells 2007.

- RF schloss mit dem 51. Sieg in Wimbledon zu dem in dieser Wertung fünftklassierten Björn Borg auf.

- RF hat insgesamt 182 Major-Partien gewonnen. Vor ihm liegt das Quartett Jimmy Connors (233), Andre Agassi (224), Ivan Lendl (222) und Pete Sampras (203).

- RF bestritt in Wimbledon sein 39. Major-Turnier in Folge. Von den aktiven Spielern hat nur Fabrice Santoro mit 44 Teilnahmen hintereinander mehr auf dem Konto.

- RF war zum ersten Mal seit 2003 (damals Nr. 4) in Wimbledon nicht als Nr. 1 gesetzt. Nach dem verletzungsbedingten Rückzug von Rafael Nadal war er als Nr. 2 jedoch der am höchsten Gesetzte.

- RF steigerte im Final seine Rekordzahl an Assen in einem Match auf die runde Zahl von 50.

- RF ist einer von 4 Spielern, die in Wimbledon bei den Junioren und bei den Aktiven siegten. 1998 gewann er das Juniorenturnier.

(Rolf Bichsel/Si)

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