
Vor hundert Jahren - um genau zu sein, am 12. Februar 1912 - wurde Kaiser Pu Yi von den revolutionären republikanischen Kräften um den späteren Kriegsherrn und Fast-Kaiser Yuan Shikai zur Abdankung gezwungen. Damit ging eine Ära zu Ende, die im Jahre 221 vor unserer Zeitrechnung mit der erstmaligen Einigung Chinas ihren Anfang genommen hatte.
Kaiser Pu Yi war der letzte Vertreter des mandschurischen Fürstengeschlechts Aixin Jueluo, das seit 1644 als Qing-Dynastie China regierte. Der letzte Kaiser war also nicht Chinese, sondern Vertreter eines jener nomadisierenden zentralasiatischen Stämme, die China seit Jahrhunderten bedrohten. Chinas kulturelle Überlegenheit freilich führte schon im 13. Jahrhundert dazu, dass der Mongole Kublai Khan - Enkel des legendären Dschingis Khan - kurz nach der Eroberung Chinas die Yuan-Dynastie gründete und sinisiert wurde. So war es dann einige Jahrhunderte später auch mit den Mandschuren. Die Verwaltung war chinesisch, die Kultur war chinesisch, die Schrift und Sprache war chinesisch. Einzig die Haartracht signalisierte, wer die Hebel der Macht bediente. Der Zopf war für alle Gesetz. Als mit Pu Yi der letzte Qing-Kaiser abdankte, war buchstäblich auch der letzte alte Zopf gefallen.
Bei der Abdankung am 12. Februar 1912 war Kaiser Pu Yi ein sechs Jahre altes Kleinkind. Er wusste wohl nicht, wie ihm geschah. Dass er übehaupt Kaiser von China geworden ist, war nicht selbstverständlich. Sein Vater nämlich war nur Prinz. Doch Kaiserwitwe Cixi, welche die Macht «hinter dem Vorhang» 47 Jahre skrupellos und machtgierig ausgeübt hatte, sorgte kurz vor ihrem Tod mit Intrigen, Mord und Totschlag dafür, dass die Nachfolge in ihrem Sinne geregelt wurde. So kam Pu Yi als drei Jahre alter Knirps auf den Thron. Bei seiner Abdankung garantierten die neuen Republikaner per Edikt dem «Kaiser der grossen Qing-Dynastie wohlwollende Behandlung» sowie Titel und Würde. Im Kaiserpalast in Pekings Verbotener Stadt hatte der tief gefallene Kaiser Wohnrecht. Zudem erhielt er eine jährliche Zuwendung von vier Millionen Yuan. Pu Yi wurde erzogen von Eunuchen und chinesischen Lehrern. Als 13-Jähriger erhielt er, zusammen mit seinem Bruder Pu Jie, einen zusätzlichen Privatlehrer, den Schotten Reginald Fleming Johnston. Die Republik China versank unterdessen im Chaos, dominiert von regionalen Kriegsherren. Pu Yi wurde aus der Verbotenen Stadt vertrieben und verbrachte die nächsten sieben Jahre in der japanischen Konzession der von Peking nur hundert Kilometer entfernten Hafenstadt Tianjin. Das sollte sein Leben für immer verändern.
Die Imperialmacht Japan, das erste industrialisierte Land Asiens, richtete seine Blicke auf das Rohstoffreiche China. Der Letzte Kaiser Chinas musste nach dem Kalkül Tokios in diesem Machtspiel eine tragende Rolle spielen. So wurde Pu Yi 1932 nach der japanisch-chinesischen Mandschurei-Krise zunächst Präsident des von Japan mit harter Hand regierten Marionetten-Staates Mandschukuo. Zwei Jahre später schon wurde er zum Kaiser ausgerufen. Mandschukuo bestand bis zum Ende des II. Weltkrieges und wurde nur von Japans Verbündeten Deutschland, Italien sowie dem Vatikan anerkannt.
Nach der bedingungslosen Kapitulation Japans im August 1945 begann für Pu Yi eine lange Leidenszeit. Er geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, verbracht fünf Jahre in Kerkern in Tschita und Chabarowsk und wurde ein Jahr nach der Gründung der Volksrepublik an China ausgeliefert. In einem mandschurischen Gefängnis wurde er jahrelang «umerzogen». 1959 dann wurde er auf Anordnung von Mao Dsedong höchst persönlich begnadigt. Fortan arbeitete Pu Yi als einfacher Gärtner und später als Archivar an einem historischen Institut der Pekinger Elite-Universität Beida. Endgültig rehabilitiert wurde er 1964, als er mit einer Ehrenposition in der Politischen Konsultativkonferenz bedacht wurde.
Dies war auch das Jahr, als Pu Yis dreibändige Autobiographie mit dem Titel «Die erste Hälfte meines Lebens» erschienen ist. Der zweite Teil beziehungsweise die zweite Hälfte der Autobiographie erschien nicht mehr. Pu Yi starb 1967. Die letzten Lebensjahre Pu Yis waren für China eine Zeit des Chaos. «Der Grosse Sprung nach Vorn» 1959-61 mit der Kollektivierung der Landwirtschaft und der Gründung der Volkskommunen endete in der grössten Hungersnot der Weltgeschichte mit 45 Millionen Toten, und nur wenige Jahre danach stürzte die «Grosse Proletarische Kulturrevolution» 1966-76 das Reich der Mitte erneut ins Chaos. Pu Yi bekam von alledem, wohl geschützt von Mao Dsedong, kaum mehr etwas mit.
Die - lesenswerte - Autobiographie Pu Yis ist heute noch in Chinas Buchhandlungen zu kaufen. Tradition wird im reformorientierten China eben gross geschrieben. So konnte bereits 1987, nur wenige Jahre nach Beginn der Reform, sogar ein ausländischer Filmregisseur einen Film über Pu Yi an den Original-Schauplätzen drehen. Bernardo Bertoluccis berührender Film «Der letzte Kaiser» mit John Lone als Pu Yi und Peter O'Toole als Privatlehrer Johnston in den Hauptrollen erhielt neun Oscars und ist noch heute sehenswert.
Aus heutiger Sicht kann füglich darüber gestritten werden, ob Pu Yi nun wirklich der letzte Kaiser Chinas war. Rein formell stimmt das gewiss. Doch mit Blick auf die 2133 Jahre des kaiserlichen China mit den zentralen, autoritären Strukturen wäre auch ein ganz anderer Schluss möglich. Gewiss, Mao war «Der Grosse Vorsitzende» und die «Aufgehende Sonne». Trotz seiner Utopien gebärdete er sich durchaus in imperialer Tradition, und es war kein Zufall, dass sein grosses Vorbild der erste Kaiser Chinas, der Reichseiniger und skrupellose Machtmensch Qin Huangdi war.
Genauso sicher ist auch, dass sich der grosse Revolutionär und Reformer Deng Xiaoping nie zum Kaiser krönen liess, genauso wenig wie seine Nachfolger in der höchsten Pekinger Führungsetage. Hu Yaobang, Zhao Ziyang, Jiang Zemin, Hu Jintao und ab Herbst Xi Jingping waren und sind zuvörderst «Partei- und Staatschefs». Die allmächtige Kommunistische Partei Chinas mit ihrer offiziellen Parteilinie einer konfuzianisch geprägten «harmonischen Gesellschaft» setzt jedoch durchaus die kaiserliche Tradition fort. Wie die Kaiser zuvor will auch die KP das «Mandat des Himmels», also die Macht, nicht verlieren. Pu Yi, der Letzte Kaiser von China, regierte ein Land im Niedergang. Die neuen «Roten Kaiser» in Peking dagegen haben China wieder jenen Platz erobert, der nach chinesischem Selbstverständnis dem Land mit der grossen, ja grössten Kultur der Welt ganz selbstverständlich zukommt.
Der Kaiser von China ist tot! Es lebe der Kaiser von China!!
(Peter Achten/news.ch)
11:53
Will Smith: Knutscher entschuldigt sich11:49
Berlusconi überlegt sich Parteineugründung11:31
Marc Zellweger tritt zurück11:22
«Gruyère»-Vereinigung wirft alt Bundesrat Joseph Deiss hinaus11:18
Schlappe für Goldhasen von Lindt&Sprüngli11:08
Netz-Look für heisse Sommer-Tage11:04
Bergbahnen ziehen durchzogene Bilanz10:56
Bonnie «Prince» Billy - I See a Darkness10:46
Weitere Nachbeben bringen die Angst zurück10:34
Frostnächte fügen Schweizer Erdbeerkulturen Schäden zu10:30
Atomgespräche mit Iran werden fortgesetzt- Letzte Meldungen
- Freie Stellen aus den Berufsgruppen Treasury, Controlling, Audit, Zimmer, Lingerie, Hauswirtschaft, Coiffeur, Kosmetik, Wellness, Lehrer, Dozenten, Wissenschaft, Forschung
- Podologin (20-50%) / Naildesignerin (60-80%) / Kosmetikerin (20-40%)
(Teilabdeckung möglich) Sind Sie engagiert, zuverlässig und haben Freude am selbständigen Arbeiten?... Weiter - Maître(sse) de disciplines spéciales
Secteur d'enseignement: Sciences Degré(s): CYT à 9e Titre requis: Licence en sciences/biologie Taux... Weiter - Femme de chambre
Dans le cadre de missions temporaires, pouvant déboucher sur un emploi stable, nous sommes à la... Weiter - Maître(sse) généraliste
Secteur d'enseignement: primaire Degré(s): CIN - CYP1 Titre requis: Bachelor de maître(sse)... Weiter - Objektleiterin
Sie betreuen einen Mandatsauftrag in einem grossen Hotel in Basel und agieren dort als... Weiter - ingénieur chimiste ou physicien HES h/f
8013 Vous collaborez à l'élaboration de base dans le domaine de la radioactivité, dans une... Weiter - Internal Risk Manager (f/m)
Es handelt sich dabei um eine Position bei der Sie Ihre Fachkenntnisse auf breiter Front einsetzen... Weiter - Chemie- oder Physikingenieur/in FH
8013 Sie sind integriert in die Erarbeitung von Grundlagen im Bereich Radioaktivität im Themenfeld... Weiter - Erfahrene Hauswirtschaftsleiterin gesucht!
Wir suchen für eine namhafte und renommierte Hotelkette eine engagierte Hauswirtschaftsleiterin.... Weiter - Rythmicien(ne)
Secteur d'enseignement: primaire Degré(s): CIN Titre requis: Bachelor de l'institut Jacques... Weiter - Über 20'000 weitere freie Stellen aus allen Berufsgruppen und Fachbereichen.

Internetpräsenz aufbauen?
www.proletarische.org www.hafenstadt.com www.buergerkrieg.org www.weltgeschichte.com www.machtspiel.org www.fuerstengeschlechts.com www.niedergang.org www.revolutionaer.com www.verbotenen.org www.kriegsherrn.com www.selbstverstaendnis.org
Registrieren Sie jetzt komfortabel attraktive Domainnamen!

| wetter.ch | ||||||||
| DO | FR | SA | SO | MO | DI | |||
| Zürich | 12°C | 20°C | ||||||
| Basel | 11°C | 20°C | ||||||
| St.Gallen | 11°C | 22°C | ||||||
| Bern | 11°C | 24°C | ||||||
| Luzern | 12°C | 25°C | ||||||
| Genf | 14°C | 25°C | ||||||
| Bellinzona | 13°C | 28°C | ||||||
| mehr Wetter von über 6000 Orten | ||||||||
- Heskey auf Klubsuche
- Viana ersetzt Martins in Portugals EM-Kader
- Nordsjaelland erstmals dänischer Meister
- Aufsteiger Rasgrad ist bulgarischer Meister
- Tausende Fussballfans feiern 15. Meistertitel des FC Basel
- Basel - YB: 1:2-Niederlage zum Abschied
- GC mit schlechtester Super-League-Bilanz
- Drmics Triplette und Empfehlung für den FCZ
- Luzerner Sieg dank zwei späten Toren
- Aarau in der Barrage
- Niederlage im «Abschiedsspiel» für FCB
- Mehr Fussball-Meldungen
- Neues Führungsduo
- Als die Welt noch eine Scheibe war
- Aus unserer Serie «Berühmte Messfehler der Menschheitsgeschichte»
- Europäisches Stiersein
- Europäischer Klimabericht
- Auf Kollisionskurs
- Da steht ein Tor auf dem Platz
- Tsch, tsch
- Waschechte Schweiz
- Die Schweizer Infrastruktur freut sich auf den achtmillionsten Einwohner
- Informationspanne im VBS?
- Mehr Satire
- «Gruyère»-Vereinigung wirft alt Bundesrat Joseph Deiss hinaus
- Schlappe für Goldhasen von Lindt&Sprüngli
- Bergbahnen ziehen durchzogene Bilanz
- Logitech baut bis zu 45 Stellen ab
- Weko sanktioniert BMW
- Sunrise steigert Quartalsergebnis
- Fast die Hälfte der Schweizer Firmen zahlen ihre Rechnungen zu spät
- Ypsomed nach Abschreibungen mit deutlich höherem Gewinn
- Trisa 2011 währungsbedingt mit weniger Glanz
- SMI rutscht in die Verlustzone ab
- Varo kauft Petroplus-Raffinerie in Cressier
- Weitere Wirtschaftsmeldungen
- Solar Impulse startet zum interkontinentalen Flug
- Die Klima- und Nachhaltigkeitsdebatte braucht nachhaltigen Schub
- Dank Emissionshandel Ausstoss von Treibhausgasen 2011 gesunken
- Solarskilift Tenna erhält Umweltpreis
- Umwelt-Klo spült mit 0,2 Liter
- ElCom senkt Entschädigung für Wasserkraftwerke der Romande Energie
- PlanetSolar am Ziel
- Sauber-Team ist klimaneutral
- Palmöl bedroht Weltklima
- ZeroEmission-lowEx-Gebäude (Teil 2)
- Schweiz verbraucht zu viele Ressourcen
- Letzte Meldungen
- Apple-Boss Cook verdient am meisten in USA
- Mobile Schadsoftware wird immer raffinierter
- Wenig User bezahlen für Apps
- Google Maps fliegt bei iOS raus
- Smartphones verdrängen Handys
- Sammelklage gegen Apple zugelassen
- Neues MacBook Pro mit Retina-Display?
- Little Printer für Android und iPhone
- Updates für WhatsApp und den Adobe Flash-Player
- Stromverbrauch durch Internet übersteigt Produktion eines AKW
- WhatsApp Sniffer spioniert private Handy-Chats aus
- Letzte Meldungen
- AdA Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom
- Salsa
- Gute Texte - schlechte Texte
- Lernveranstaltungen mit Erwachsenen durchführen / AdA FA-M1
- ECDL Prüfung
- ECDL Prüfung
- Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop Elements
- Protokolltechnik
- Nothilfe
- Einstieg in die digitale Fotografie (Kompaktkamera)
- Weitere Seminare




























































