Der Kampf um Lance' Erbe
publiziert: Dienstag, 31. Jan 2006 / 10:11 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 31. Jan 2006 / 10:45 Uhr

In diesen Tagen beginnt in Südfrankreich die Strassensaison der Radprofis. Das grösste Interesse wird wie gewohnt im Juli die Tour de France beanspruchen, in der der Nachfolger von Lance Armstrong gesucht wird.

Lance Armstrong hat sich mit sieben Tour de France Siegen in die Geschichtsbücher geschrieben.
Lance Armstrong hat sich mit sieben Tour de France Siegen in die Geschichtsbücher geschrieben.
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Im vergangenen September verhalf Tom Boonen seiner Laufbahn mit dem Gewinn des WM-Titels auf der Strasse zu einem weiteren Höhepunkt. Der 25-jährige Belgier bringt alles mit, um die bedeutenden Eintagesrennen über Jahre hinweg zu dominieren. Doch ausserhalb seines Heimatlandes ist der Jungstar ohne Allüren noch kaum gross bekannt.

Dies liegt teilweise daran, dass Boonen in den Steigungen limitiert ist. Dies bedeutet, dass in den topographisch schwierigen Eintagesrennen eher Fahrer wie der letztjährige ProTour-Sieger Danilo Di Luca, Olympiasieger Paolo Bettini (beide It) und andere Allrounder zum Zuge kommen werden.

Echte Typen gesucht

Der Elite-Radsport hat Fahrer mit Charisma dringend nötig. Doch die grosse neue Welle lässt noch auf sich warten. Letztes Jahr gelang es weder Damiano Cunego - nach dem Wegzug von Gilberto Simoni zu Saunier Duval-Prodir ist er nun bei Lampre alleiniger Teamleader - noch Alejandro Valverde, die grossen Versprechen vollumfänglich einzulösen.

Noch sind die Plätze durch arrivierte Fahrer wie Jan Ullrich, Ivan Basso oder Alexander Winokurow besetzt. Sie sind in der Tour de France die ersten Anwärter auf das Erbe des siebenfachen Siegers Lance Armstrong.

Nachfolger aus dem Osten?

Doch der Nachfolger des Texaners könnte auch aus dem Osten kommen und Denis Mentschow, Wladimir Karpets (beide Russ) oder Jaroslaw Popowitsch (Ukr) heissen. Mit George Hincapie, Levi Leipheimer, Bobby Julich und Floyd Landis hofft aber auch ein Quartett von US-Amerikanern, dass am Schluss der Tour in Paris erneut englisch gesprochen wird.

Nach der Auflösung der Sportgruppe Fassa Bortolo hat der Grossteil der Fahrer einen neuen Arbeitgeber gefunden. In Deutschland gab es durch die Bildung von Milram ein neues Team, dem mit Alessandro Petacchi und Erik Zabel zwei der erfolgreichsten Sprinter der Gegenwart angehören.

Zweifel

Noch gibt es einige Zweifler, die in Frage stellen, ob diese Zusammenarbeit Früchte tragen kann. Die beiden Protagonisten verneinen jegliche Probleme. Die Tatsache, dass Petacchis und Zabels Programm grösstenteils unterschiedlich gestaltet wird, trägt zur Vereinfachung der Problematik bei.

Von den 23 Schweizern der ProTour wird wohl erneut nur Fabian Cancellara höhere Ziele anvisieren. Der WM-Dritte im Zeitfahren hat zur dänischen Sportgruppe CSC von Bjarne Riis gewechselt. Paris - Roubaix und der Prolog der Tour de France figurieren unverändert auf Cancellaras Prioritätenliste. Der Berner hofft aber auch in der Flandern-Rundfahrt auf ein Spitzenergebnis.

Konflikt zwischen UCI und Veranstalter

Noch immer schwelt der Konflikt zwischen dem Weltverband UCI und den drei Veranstaltern der Tour de France, des Giro d´Italia und der Vuelta. Sie wollen sich nicht in die neue Infrastruktur einbinden lassen, weil sie ihre Rechte beschnitten sehen.

Möglicherweise kommt es in den nächsten Wochen doch noch zu einer Lösung, nachdem die Sponnsoren - sie investieren jedes Jahr rund 300 Millionen Franken in den Profiradsport - den Anstoss zu neuen Gesprächen gegeben haben.

Doping an der Tagesordnung

Die Dopingangelegenheiten des letzten Jahres von Roberto Heras, Dario Frigo, Santos Gonzalez und Aitor Gonzalez - sie bildeten die Spitze des Eisberges - haben gezeigt, dass in diesem Metier der Einsatz von verbotenen leistungssteigernden Mitteln noch immer zur Tagesordnung gehört. Dieser Missbrauch wird nie gänzlich auszurotten sein.

Mit der Ethik-Charta der ProTour und ihren Bestimmungen scheint immerhin ein Mittel gefunden worden zu sein, das den Berufsfahrern ans Lebendige geht. Vuelta-«Sieger» Heras und Aitor Gonzalez figurieren nicht mehr auf der Fahrerliste ihrer Sportgruppen Liberty Seguros respektive Euskaltel.

Die wichtigsten Daten:

März: 5. - 12. Paris - Nizza. -- 8. - 14. Tirreno - Adriatico. 18. Mailand - San Remo.

April: 2. Flandern-Rundfahrt. -- 3. - 8. Baskenland-Rundfahrt. -- 5. Gent - Wevelgem. -- 9. Paris - Roubaix. -- 16. Gold Race. -- 19. Flèche Wallonne. -- 23. Lüttich - Bastogne - Lüttich. -- 25. - 30. Tour de Romandie.

Mai: 6. - 28. Giro d´Italia.

Juni: 4. - 11. Critérium Dauphiné. -- 10. - 18. Tour de Suisse. -- 25. nationale Meisterschaften.

Juli: 1. - 23. Tour de France. -- 30. Hamburg.

August: 1. - 9. Deutschland-Tour. -- 12. San Sebastian. 26. - 17. September: Spanien-Rundfahrt.

September: 21. Zeitfahren-WM Salzburg (Ö). -- 24. Strassen-WM Salzburg (Ö).

Oktober: 1. Meisterschaft von Zürich. -- 8. Paris - Tours. -- 14. Lombardei-Rundfahrt.

(fest/Si)

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