Der Muttertag - immer wieder neu erfunden
publiziert: Samstag, 10. Mai 2008 / 20:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 10. Mai 2008 / 22:37 Uhr

Bern - Am Sonntag ist es wieder soweit: Väter und Kinder bereiten ein aufwendiges Frühstück zu. Es ist Muttertag - in der Schweiz zum 92. Mal.

Zeit, endlich einmal Danke zu sagen.
Zeit, endlich einmal Danke zu sagen.
Der Muttertag wurde immer wieder neu erfunden - in der Antike, im Mittelalter, im amerikanischen Bürgerkrieg, in der Nazi- und der Nachkriegszeit. Fast immer diente er einem anderen Zweck, als die Mütter zu ehren. Die Nazis beispielsweise motivierten damit Frauen zur Produktion von Kanonenfutter. Und in der Nachkriegszeit hatte der Blumenhandel ein vitales interesse daran.

Im Mittelalter war das Bild der selbstlos liebenden Mutter Maria ungeheuer populär. Das erklärt auch den «Mothering Sunday», den König Heinrich III. im 13. Jahrhundert zu Ehren von Mutter Kirche und Mutter Gottes in England einführte.

Brauch verschwand in Amerika

Da der «Mothering Sunday» der einzige Tag des Jahres war, an dem die Dienstboten frei hatten, besuchten sie dann traditionell ihre Eltern. Das machte den Tag auch für ihre Mütter zum Feiertag.

Die englischen Siedler in der Neuen Welt hatten dann erstmal anderes zu tun als zu feiern, der Brauch ging dort unter. Bis 1872 die Frauenrechtlerin Julia Ward Howe die Wiedereinführung forderte. Ihre Absicht war, alle Mütter zu einer Anti-Kriegs-Bewegung zusammenzufassen. Der Plan ging nicht auf.

Schweiz war erstes Land

Erfolgreich war erst wieder Ann Jarvis, die nach dem Tod ihrer Mutter, der Gründerin einer lokalen Mütterberatungs-Bewegung, einen Muttertag einführte. 1907 wurde dieser in der Kirche ihres Wohnorts erstmals begangen und dank einer hartnäckigen Briefkampagne 1914 vom Kongress auch national ausgerufen.

Die Heilsarmee brachte die Idee zurück nach Europa. Hier war die Schweiz 1917 das erste Land, das die Anregung auf Initiative der Floristen aufnahm.

Die Nazis mit ihrer Verleihung des Mutterkreuzes - im Volksmund «Karnickelorden» - brachten den Muttertag dann vollends in Verruf, so dass er in Europa, den USA und Japan eine Weile lang nicht mehr begangen wurde. Seine Wiedereinführung dürfte fast ausschliesslich komerzielle Gründe gehabt haben.

(tri/sda)

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