Der Papst ist tot - Nachfolge offen
publiziert: Samstag, 2. Apr 2005 / 22:04 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Apr 2005 / 11:31 Uhr

Rom - Am Samstagabend hatte um 21.37 MEZ das Leiden des Papstes ein Ende. Gläubige in aller Welt brachten seit Tagen mit Gebeten und Messen ihre Anteilnahme am Leiden von Papst Johannes Paul II. zum Ausdruck. Vatikan-Kenner spekulieren jetzt über die Nachfolge.

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Nach katholischer Überlieferung waltet bei einer Papstwahl der Heilige Geist. Aber auch ansonsten lässt sich der Ausgang eines Konklave so gut wie nie voraussagen: Überraschungen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Wenn die derzeit 117 Kardinäle unter 80 Jahre spätestens 20 Tage nach dem Tod des Papstes in der Sixtinischen Kapelle zusammenkommen werden, deutet vieles auf einen Kirchenführer aus Italien oder Lateinamerika hin.

Viele wünschen sich nach dem langen Pontifikat Karol Wojtylas eine Art "Zwischenpapst", einen älteren Kandidaten, der eher wenige Jahre regiert und keine grundlegenden Weichenstellungen vornimmt.

"Nachdem Johannes Paul die Kirche fast 27 lang prägte, will man ein deutlich kürzeres Pontifikat", heisst es häufig in Kirchenkreisen. Grosse Reformen sollen erst einmal verschoben werden. Was den Namen anbetrifft, stochern die Experten allerdings im Nebel.

Angebliche Favoriten

"Wer als Papst in das Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus", heisst ein altes römisches Sprichwort. Im Klartext: Auf so genannte Favoriten sollte man nicht allzu viel geben.

Arithmetische Überlegungen machen die Sache auch nicht leichter: Rund die Hälfte der Wahlberechtigten kommt aus Europa, die andere aus Nordamerika und der Dritten Welt.

Schon seit geraumer Zeit werden Stimmen nach einem künftigen Kirchenführer "aus dem Süden" laut. Immer häufiger fällt der Blick nach Lateinamerika.

Dort leben fast die Hälfte der Katholiken in der Welt, die Kirchen sind lebendig und noch weitgehend unberührt vom Geist des Zweifels, der in so vielen Ländern Europas umgeht.

Als "heisser Tipp" gilt Oscar Rodríguez Maradiaga aus Honduras, in Glaubenssachen eher konservativ, politisch ein Kritiker des ungebremsten Kapitalismus. Oder Castrillón Hoyos (Kolumbien), Norberto Rivera Carrera (Mexiko).

Vorteil für Südamerikaner

Als Vorteil der Südamerikaner gilt, dass sie bei einem Konklave wohl auf die "Dritte-Welt-Kollegen" aus Afrika und Asien bauen können werden, zudem auf Rückendeckung spanischer und portugiesischer Purpurträger.

Schon sagen Kommentatoren voraus, die Wahl eines Nachfolgers von Johannes Paul II. werde zu einem Kräftemessen "Italien gegen den lateinamerikanisch-iberischen Block" führen.

Viele Insider, nicht nur aus Italien, meinen, dann steige wieder ein Italiener auf den Petrusstuhl. Am häufigsten werden der Bischof von Mailand, Kardinal Dionigi Tettamanzi, genannt sowie die Kurienkardinal Angelo Sodano und Giovanni Battista Re.

"Blockade der Blöcke" möglich

Sollte es zu einer "Blockade der Blöcke" kommen, schlägt die Stunde der Aussenseiter. So wie 1978, als die Kardinäle den Überraschungskandidaten Karol Wojtyla kürten.

Beim nächsten Konklave könnten dies der Belgier Godfried Danneels, der Prager Kardinal Miloslaw Vlk oder der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger sein. Aber meist läuft eine Papstwahl ganz anders ab als vorausgesehen - ob mit oder ohne Eingreifen des Heiligen Geistes.

(bsk/dpa)

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