Der Röstigraben verschwindet laut Hanspeter Kriesi zusehends
publiziert: Dienstag, 28. Okt 2003 / 16:17 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Okt 2003 / 17:06 Uhr

Bern - Die Politik der Westschweiz und jene der Deutschschweiz gleichen sich an. Es findet eine Nationalisierung der Politik statt. Davon ist Hanspeter Kriesi, Politologe an der Universität Zürich, überzeugt.

Schon unsere Vorfahren waren sich auf dem Rütli einig: Ein Wille, ein Ziel einigt uns.
Schon unsere Vorfahren waren sich auf dem Rütli einig: Ein Wille, ein Ziel einigt uns.
Bisher waren die Parteien immer stark kantonal verankert. Mit der Angleichung der Parteisysteme in den verschiedenen Kantonen kommt es zu einer Art ´Verschweizerung´ des politischen Systems, sagt Kriesi in einem Interview mit der Berner Zeitung.

Im Wahlkampf in der Westschweiz hat eine Angleichung der Themen stattgefunden und dieser ist nicht wesentlich von jenem in der Deutschschweiz abgewichen, meint Kriesi. Die Europafrage habe dieses Mal in der Westschweiz längst nicht mehr eine derart zentrale Rolle gespielt wie in früheren Jahren.

Für den Durchmarsch der SVP in der Westschweiz gab es laut Kriesi schon seit längerer Zeit ein Potenzial. Die von der Bildfläche verschwundene Protestpartei Vigilants hat gemäss dem Zürcher Politologen Platz für die SVP geschaffen. Die SVP sei aber im Gegensatz zu den Vigilants mehr als nur eine Protestpartei.

Die SVP-Gewinne sind für den Politologen mehr als nur ein Strohfeuer. Durch einen systematischen Aufbau hat die SVP in der Westschweiz eine organisatorische Basis gefunden, die es ihr ermöglicht, das nationalkonservative Potenzial längerfristig zu mobilisieren.

Der einzige Westschweizer Kanton, in dem die SVP nicht zulegte, ist der Jura. Kriesi sieht die Gründe dafür in der starken Linken, die sich im Zusammenhang mit ihrem Unabhängigkeitskampf politisch gut etabliert hat. Die SVP hat im Jura immer noch das Odium einer Berner Partei, sagt der Politologe.

(bert/sda)

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