Der Sport als Wirtschaftsmacht
publiziert: Samstag, 20. Mai 2006 / 09:01 Uhr

Die wirtschaftliche Bedeutung des Sports in der Schweiz, die Rolle des Sports als Wirtschaftsmacht sowie zahlreiche olympische Informationen standen am Freitag im Mittelpunkt der 1. Schweizer Sportsession im Berner Stade de Suisse.

Die Schweizer Olympiamedaillen GewinnerInnen waren auch an der Sportsession.
Die Schweizer Olympiamedaillen GewinnerInnen waren auch an der Sportsession.
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«Wir konnten die Gelegenheit nutzen, Sportverbände und Wirtschaftskreise einander näher zu bringen und über den Sport in den Bereichen Sponsoring und Marketing zu diskutieren», sagte Jörg Schild, der Präsident von Swiss Olympic, am Ende des ersten Tages der von Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport (BASPO) ins Leben gerufenen zweitägigen Veranstaltung, die von rund 180 Personen verfolgt wird.

Fast wie im Märchen

Daniel Eckmann, der frühere Handball-Nationaltorhüter und heutige stellvertretende Generaldirektor der SRG, hielt ein vielbeachtetes Referat zum Thema «Sport: Eine Wirtschaftsmacht oder zum blossen Vehikel degradiert?»

Er zeigte die Palette der Berührungspunkte sowie der Schwächen und Stärken des Sports und der Wirtschaft auf. Eigentlich sei im Sport alles bestens. «Die Sportlerinnen und Sportler springen immer höher, werfen immer weiter, laufen immer schneller und scheffeln haufenweise Geld für sich und andere. Es ist fast wie im Märchen.» Aber, realistisch gesehen, «gilt heute jede sportliche Spitzenleistung als ungewiss, weil omnipräsent der Dopingverdacht mitschwingt.»

Es seien Machenschaften wie Korruption und Ganoventum ins Spiel gekommen, die Zweifel aufkommen liessen. «Der Sport», so Eckmann, «also das Spiel mit dem Natürlichen und Ungezwungenen, ist für viele undurchsichtig, überzüchtet und unglaubwürdig geworden.» Verlorenes Vertrauen könne man nicht zurückgewinnen, und dieses Vertrauen stehe im Sport auf dem Spiel.

Ungerechte Behandlung Blatters in Deutschland

Wie Urs Leutert, Sportchef des Fernsehens SF, wies auch Eckmann auf das Dreiecksverhältnis zwischen Sport, Wirtschaft und Fernsehen hin. Diesem «Verhältnis» prophezeite der deutsche Professor und Leichtathletik-Verbandspräsident Helmut Digel in einer Arbeitsgruppe eine immer schwieriger werdende Zukunft.

Im Zusammenhang mit den Diskussionen in den deutschen Medien vor der Fussball-WM 2006 um das FIFA-Marketing stellte Digel fest: «Das ist ein historischer Vorgang. Es wurde noch nie eine Marke derart beschädigt wie die FIFA. Es wurde noch nie jemand so ungerecht dargestellt wie FIFA-Präsident Blatter.»

Das volkswirtschaftliche Gewicht des Sports in der Schweiz wird ingesamt mit 13,6 Milliarden Franken pro Jahr beziffert. Das sind 3,8 Prozent des Sozialprodukts. Doch der Spitzensport funktioniere nicht «wie ein herkömmlicher Markt», sagte Daniel Eckmann.

«Das Produkt lässt sich nur bedingt planen, es ist in ungewöhnlich hohem Masse emotional beeinflussbar.» Investionen in den Sport seien unberechenbar, und eine blinde Übernahme der ökonomischen Logik führe beide in einen Teufelskreis, den Sport und seine Wirtschaftspartner, so Eckmann.

Nur wenn Salzburg die Spiele 2014 nicht bekommt...

Zum Thema Bewerbung um die Durchführung Olympischer Spiele in der Schweiz hatten der Lausanner Professor Jean-Loup Chappelet, ein anerkannter Experte auf diesem Gebiet, und Denis Oswald, Schweizer IOC-Mitglied aus Neuenberg, interessante Aspekte beizutragen.

Für Swiss-Olympic-Präsident Schild bestätigte sich aus deren Voten, dass man unter den richtigen Voraussetzungen und mit einer intelligenten Vorgehensweise an eine Bewerbung um die Winterspiele 2018 denken sollte.

«Die Verbände erwarten, dass wir eine Leaderrolle übernehmen», sagte Schild. Dies allerdings nur, wenn (Favorit) Salzburg die Winterspiele 2014 nicht erhält; sonst finden sie 2018 in Übersee statt.

Youth Session mit Daniela Meuli

Parallel zur Sportsession wird im Stade de Suisse die zweitägige Youth Session erstmals durchgeführt.

Rund 50 jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz, betreut von Mentoren und Referenten wie Olympiasiegerin Daniela Meuli, diskutieren über den Sport. Das Ziel der ebenfalls von BASPO und Swiss Olympic organisierten Tagung besteht darin, der Jugend den olympischen Gedanken näher zu bringen, ein Feuer zu entzünden.

Die Jugendlichen werden in Workshops motiviert, ihre Ideen um den Sport einzubringen und die Zukunft des Sports aktiv mitzugestalten.

(Peter A. Frei, Bern/Si)

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