Der chinesische Star-Center Yao Ming
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 20:07 Uhr

Wie sein Heimatland China, das wegen seines noch lange nicht ausgeschöpften Potentials oft als schlafender Riese bezeichnet wird, befindet sich auch Basketball-Center Yao Ming auf dem Vormarsch.

Yao Ming war der Fahnenträger der Chinesen.
Yao Ming war der Fahnenträger der Chinesen.
Obwohl es in der über 400 Athleten umfassenden chinesischen Delegation manch einen höher dekorierten Sportler gibt, wurde Yao Ming dazu auserkoren, an der Eröffnungsfeier als Fahnenträger zuvorderst zu maschieren. Der Basketball-Star sollte nicht einfach nur als ein begehrtes Foto-Sujet herhalten, sondern vielmehr etwas anderes ausstrahlen: die (zukünftige) sportliche Grösse Chinas. Dafür war der 23-Jährige aus Schanghai, mit 2,29 m der grösste Olympia-Teilnehmer aller Zeiten, wie geschaffen.

Allerdings zeigen sich die Chinesen, erst seit 20 Jahren an Olympischen Spielen dabei, bereits in diesen Tagen höchst erfolgreich. Sie haben schon fünf Tage vor der Schlussfeier ihr Soll übertroffen, mit rund zwei Dutzend Goldmedaillen und im Total mehr als doppelt so vielen Podestplätzen. China, Gastgeber der nächsten Sommerspiele, duelliert sich schon in Athen mit den USA um die Vorherrschaft in der Nationenwertung -- und nicht wie erwartet erst 2008 in Peking.

Yao Mings Vorreiterrolle

Im Basketball gehört China noch nicht zu den Besten, bereits die Qualifikation für die letzten acht stellt einen Gross-Erfolg dar. Die Olympischen Spiele waren für die asiatischen Ballkünstler bisher eine Achterbahn. In den drei verlorenen Matches gegen Spanien, Argentinien und Italien resultierte jeweils eine Differenz von fast 30 Punkten.

Yao Ming, der gegen Neuseeland (39 Punkte) und Serbien-Montenegro (27) sehr dominant auftrat, blieb in den Partien gegen die Südländer blass und totalisierte insgesamt nur 36 Zähler. Wenn der zweifache NBA-All-Star der Houston Rockets, deren Spiele allesamt in Mings Heimat von Millionen von Fans gesehen werden, nicht sein normales Rendement erreicht, läuft bei China gar nichts mehr.

Nicht nur körperlich überragt Yao Ming seine Teamkollegen bei weitem, sondern auch bezüglich Spielintelligenz und internationale Erfahrung. Schon als 17-Jähriger durfte der Chinese, der schläfrig und behäbig wirkt, regelmässig Vorbereitungscamps im Ausland besuchen.

Der Wechsel in die NBA erfolgte für Yao Ming, der den litauischen Weltklasse-Center Arvydas Sabonis als sein grosses Vorbild bezeichnet, dann aber erst im Sommer 2002. Seither kommt ihm in China auch in Sachen Vermarktung die Vorreiterrolle zu. Dank diversen gut dotierten Sponsorenverträgen wird sein Jahresverdienst auf 14,5 Millionen Dollar (rund 18,5 Millionen Franken) geschätzt. Von diesem Geld soll Yao Ming persönlich aber nur einen Bruchteil erhalten.

Krasser Aussenseiter

Im Viertelfinal gegen den ungeschlagenen, als starkes Kollektiv auftretenden Turnierfavoriten Litauen sind die Asiaten nur krasser Aussenseiter. Gehts Yao Ming nicht "ring", droht dem Team des amerikanischen Entwicklungshelfers Del Harris eine Kanterniederlage. Die sich in rascher Folge ablösenden Hochs und Tiefs der Chinesen führten nach der Schlappe gegen Spanien bei ihrem Starspieler zu Verärgerung auch neben dem Spielfeld.

Yao Ming beklagte sich öffentlich über die Leistung seiner Mitspieler und äusserte sich dahingehend, dass er sich reiflich überlegen müsse, weiter für China internationale Spiele bestreiten zu wollen. Ungewohnte Töne des riesigen Chinesen, der in der NBA, der Liga der Egomanen und Profilneurotiker, in zwei Jahren nicht mit pointierten Aussagen aufgefallen ist.

Sollten die Chinesen unter Yao Mings Führung nach dem Weltmeister aus dem Balkan auch den Europameister aus dem Baltikum aus dem Turnier werfen, dürfte ein Rücktritt aus der nationalen Auswahl aber erst recht kein Thema mehr sein.

Männer, Klassierungsspiele

Spiel um Rang 11: Serbien-Montenegro - Angola 85:62 (34:25)

Spiel um Rang 9: Australien - Neuseeland 98:80 (48:34)

Rang 9: Australien
Rang 10: Neuseeland
Rang 11: Serbien-Montenegro
Rang 12: Angola

Frauen, Klassierungsspiele

Spiel um Rang 11: Nigeria - Südkorea 68:64 (29:32)

Spiel um Rang 9: Japan - China 63:82 (29:30)

Rang 9: China
Rang 10: Japan
Rang 11: Nigeria
Rang 12: Südkorea

(rr/Si)

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