Der sauberste Weg raus
publiziert: Freitag, 29. Jun 2012 / 12:30 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jun 2012 / 13:43 Uhr
Zerstörtes AKW Fukushima: 100 Tonnen Wasser pro Tag ins Abklingbecken.
Zerstörtes AKW Fukushima: 100 Tonnen Wasser pro Tag ins Abklingbecken.

Der Ausstieg aus der Atomkraft ist in Europa scheinbar beschlossen. Doch die Probleme dieses Beschlusses werden nun erst sichtbar - einerseits mit der Androhung wesentlich höherer Energiepreise, dramatisch ansteigender CO2-Emissionen durch Gaskombikraftwerke und der auch durch den Ausstieg nicht gelösten Entsorgungsproblematik.

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

wikipedia über den PRISM Reaktor
Informationen zum erwähnten Reaktor mit weiterführenden Links
wikipedia.org

wikipedia über den nulkearen Brennstoffkreislauf
Informationen über den Brennstoffkreislauf, Abfälle, etc.
wikipedia.org

wikipedia zu ausgebrannten Brennstäben (Englisch)
Infos zum explosiven Mix, den man in alten Brennstäben findet
wikipedia.org

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Fukushima, so wurde immer wieder hochdramatisch gesagt, sei überall. Der Autor hingegen fand schon kurz nach der Krise, dass vor allem Korruption und Industrieinteressen überall seien. Und veraltete, ineffiziente Reaktoren, die massenhaft radioaktiven Müll hinterlassen. Radioaktiven Müll, der jede Menge Probleme bereitet.

Die Ironie an diesem Abfall ist, dass er eigentlich nicht verscharrt werden müsste. Wer an Fukushima zurück denkt, dem fällt bestimmt das Abklingbecken von Block 3 ein. Die dort gelagerten alten Brennstäbe erzeugten immer noch so viel Wärme, dass deren Kühlung ein ernsthaftes Problem neben jenem der durchgebrannten Reaktorkerne wurde. Nach anfänglichen Wasserabwürfen auf Hubschraubern wurden später Wasserwerfer eingesetzt, die täglich hundert Tonnen Wasser auf den heissen Nuklearabfall spritzten, um diesen vom durchbrennen abzuhalten.

Es ist also klar, dass der Abfall noch einiges an Energie enthält, was seine Zwischen- und Endlagerung ja auch so problematisch macht. Wenn wir hier nun also die AKW's ausschalten, bleibt die Hypothek trotzdem bestehen.

Der Eiertanz um die genauen Formulierungen beim Ausstieg hätte vielleicht den Hinweis enthalten sollen, dass es vielleicht vernünftig wäre, genau diese Abfälle statt zu vergraben, weiter zu verwenden. Vor allem die langlebigen und sehr radioaktiven Actinoide müssten verwertet werden. In normalen «alten» Reaktoren funktionierte dies nicht, aber in den USA soll bis 2020 der sogenannte «PRISM»-Reaktor (Power Reactor Innovative Small Modular) in Betrieb genommen werden, in dem genau diese Problemstoffe und sogar altes Waffenplutonium verwertet und unschädlich gemacht werden soll.

Diese kleinen, geschlossenen Reaktorblöcke arbeiten mit einer drucklosen, passiven Natriumkühlung und können von dem her gar nicht mehr explodieren. Doch der eigentliche Kicker ist dabei, dass die Nuklear-Abfälle verwertet statt vergraben werden. Denn seien wir ehrlich: Es gibt praktisch keinen Ort, an dem heute noch ein Endlager in Frage kommt: Kaum wird irgend ein Berg, ein Bergwerk oder ein anderer Ort ausgewählt, ist der Protest auch schon in der Hütte. Und die Nuklearabfälle gehen auf eine nicht enden wollende Zwischenlagerungstour.

Heute geht das noch halbwegs. Aber was ist in 50 oder 100 Jahren, wenn niemand mehr irgendwas von dieser Form der Energieerzeugung hat? Wäre es nicht vernünftig, die jetzt aufgehäuften Hypotheken abzubauen und zu beseitigen und dabei noch einen Nutzen zu ernten, der nicht zuletzt im Vermeiden von Treibhausgasen und einer Energiequelle für die Übergangszeit zur nachhaltigen Stromproduktion bestehen würde?

«Nochmals Nuklearenergie?» mag nun mancher sagen. Doch diese kompakten Kraftwerksmodule wären die verantwortungsvolle Ausgangstüre, der nukleare Exit, der einen wesentlich saubereren Tisch hinterlassen würde, als das heutige rum gewurschtle, das St. Nimmerleinsprinzip, dass sich vor allem mit dem Fingerzeigen auf die jeweils anderen aus der Verantwortung stehlen will: Wir haben alle durch günstigen Strom für die Industrie mit profitiert, die Stromindustrie hat gut verdient und die Politik hat sich profiliert. Unsere Kinder und Kindeskinder verdienen es nicht, von uns einfach einen Haufen ungelöster Probleme an den Kopf geworfen zu bekommen.

Wer einen saubereren Ausweg nennen kann, sei willkommen, dies zu tun, aber nur wenn eine schlüssige Lösung dabei ist, wie das postnukleare Zeitalter (zumindest in Europa) sauber, ohne Jahrhunderte lang herum marodierende, strahlende Altlasten, eingläutet werden kann.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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Abgelehnte Lösungen?
Die Problematik mit den Atomkraftwerken und deren Risiko inklusive dem anfallenden strahlenden Abfall ist bekannt und wurde bisher in Kauf genommen. Hauptsache die Kasse stimmt. Vermutlich setzt die Atomlobby sogar auf die Strategie: Zeit kommt Rat. Also ein Warten auf kluge Köpfe, die es richten sollen.
Interessant ist nun, z.B. die Regierung von Japan (Fukushima Problem) will bereits aktuelle wirksame Lösungen nicht annehmen. Da muss ich mich fragen: liegt das in der japanischen Denkkultur "wir können das selber lösen"?
Wie würde unsere Energielobby damit umgehen? Auch sie hätte Zugriff zu Möglichkeiten dem Problem mit einer Lösung ins Auge zu sehen und zur Abwechslung mal auf Vernunft und "grüne Zukunft" zu setzen.
Hier 2 aktuelle Beispiele, die Lösungen anzubieten haben:
a) Herbert Brenner (http://www.befuelsaver.at/) mit der Fuelsaver - Technologie
b) http://www.keshefoundation.org/en/
Es kann nur vermutet werden diese neuesten Erkenntnisse und Lösungsansätze sind jemand noch ein Dorn im Auge. Vergleiche Nicola Tesla, Viktor Schauberger und viele weitere, die ähnlich clevere Lösungen anzubieten hatten und als Idioten und Lächerliche hingestellt wurden. Heute sind sie in einer Renaissance und werden von vielen Seiten geachtet und geehrt. Sie haben die wirkliche Wirkungsweise der Natur verstanden und konnten die gewonnenen Erkenntnisse in neue dienliche Technik und Anwendungen integrieren. Schade um die verlorenen Jahre der Entwicklung für unserer Gesellschaft und Einklang mit der Natur.
Fazit ihres Kommentars
Atomausstieg macht keinen Sinn solange die Endlagerung nicht gelöst ist.

Das finde ich grundfalsch.
Wenn man so denkt, wird es nie einen Ausstieg geben und es werden immer mehr Abfälle anfallen.

Man sollte sofort aufhören neue AKWs zu bauen. Mit den vorhandenen kann man auskommen bis andere Energiequellen erstellt sind.

Ausserdem gibt es nur eine Möglichkeit die Wirtschaft und Politik unter genug Druck zu stellen, endlich vorwärtszumachen mit anderen Lösungen.

Die Atomlobby ist eine der mächtigsten nebst Pharma, Hochfinanz, Waffen. Da wird man kategorisch angelogen.

Leider wird es genug rechtskonservative Regierungen geben, die alle Ausstiegsbeschlüsse wieder umkehren werden.

Dann freuen wir uns auf ca. 2030 wenn der nächste Super Gau eintritt, darf es Frankreich sein? Oder Kalifornien?
danke
danke - die Probleme nicht einfach versickern lassen , in den Boden, auf dem man steht, isst , trinkt - atmet und lebt (oder ein gutes Leben führen möchte). Danke für die Thematisierung!!!! Nein habe leider auch keine Lösung da ich nicht viel darüber weiss wie Atomwerke funktionieren - aber die Wiederverwertung klingt nach einer ziemlich grandiosen Lösung...

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