Gewerkschaft stellt Streikpause in Aussicht
Deutsche Bahn rollt auch heute nicht
publiziert: Sonntag, 19. Okt 2014 / 11:05 Uhr
Etwa zwei Drittel der Fernzüge standen seit dem frühen Samstagmorgen still. (Archivbild)
Etwa zwei Drittel der Fernzüge standen seit dem frühen Samstagmorgen still. (Archivbild)

Berlin - Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat GDL-Chef Claus Weselsky eine siebentägige Streikpause ab Montag in Aussicht gestellt. Dieses Wochenende müssen Reisende aber nach wie vor mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen», sagte Weselsky am Samstagabend der TV-Sendung ZDF-«heute-journal».

Zum Beginn oder Ende der Herbstferien in neun Bundesländern trafen die Lokführer mit ihrem Streik am Samstag die Bahnkunden hart. Etwa zwei Drittel der Fernzüge standen seit dem frühen Samstagmorgen still.

Auch Regionalbahnen fuhren nur nach einem Ersatzfahrplan. Die GDL will den Streik trotz wiederholt geäusserter Verhandlungsbereitschaft der Deutschen Bahn bis zum Montagmorgen durchziehen.

Vom Streik betroffen ist auch die Schweiz. Die SBB rät von Zugreisen nach Deutschland ab. Verbindungen ab Basel nach Duisburg sowie von und nach Kopenhagen fallen aus.

Streik während der Ferien

Weselsky sagte am Nachmittag in Dresden, es sei unvermeidbar, Reisende zu beeinträchtigen. Auf den Vorwurf, Streiks in der Ferienzeit auszurufen, entgegnete er: «Es ist immer Hauptreisezeit, an sieben Tagen in der Woche.»

Ein neues Tarifangebot der Bahn hatte die GDL am Freitag abgelehnt. Dieses sah für die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten vor.

Von dem Konzern erwartete die Gewerkschaft «verhandelbare Angebote». Am Ende entscheide die Bahn, «ob wir in den Verhandlungsmodus kommen oder in den nächsten Arbeitskampf», sagte Weselsky.

Bedingung der GDL für Tarifgespräche mit der Bahn ist es, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter oder Bordgastronomen zu verhandeln. Für diese Berufsgruppen führt jedoch die grössere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Gespräche.

Rückkehr an Verhandlungstisch gefordert

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt forderte Bahn und GDL erneut auf, den festgefahrenen Tarifkonflikt schnell zu entschärfen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. «Wenn in Tarifverhandlungen konkrete Angebote auf dem Tisch liegen, sollte verhandelt werden», sagte der CSU-Politiker der Zeitung «Bild am Sonntag». Die Bahn sei das zentrale Verkehrsmittel in Deutschland mit Millionen Fahrgästen täglich.

Tarifauseinandersetzungen wie auch Streiks seien ein elementarer Bestandteil der Tarifautonomie, «dazu gehört aber auch die Verpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang damit, das heisst auch die Folgen für betroffene Dritte möglichst gering zu halten», sagte Dobrindt.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Die Lokführergewerkschaft ... mehr lesen
Die Lokführer setzen sich zur Wehr. (Symbolbild)
Auch die grossen Flieger bleiben am Dienastag am Boden.
Frankfurt/Main - Die Pilotengewerkschaft Cockpit weitet ihren Streik bei der Lufthansa aus. Am Dienstag würden auch die Piloten der Langstreckenflüge zum Ausstand zwischen 6.00 und 23.59 ... mehr lesen
Frankfurt - In Deutschland hat vielen Schulkindern und ihren Eltern der ... mehr lesen
Vor Zugreisen nach Deutschland wird abgeraten.
Zugausfälle und Verspätungen bei der Deutschen Bahn.
Frankfurt - Bei der Deutschen Bahn hat der angekündigte Streik der Lokführergewerkschaft GDL begonnen. Erste Züge seien bereits ausgefallen, teilte in der Nacht zum Samstag eine ... mehr lesen
Berlin - Auch der Schweizer Bahnverkehr ist vom Lokführerstreik in Deutschland ... mehr lesen
Die Deutsche Bahn plant Ersatzfahrpläne für die beiden Streiktage. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der Schriftzug das Dach der Vertretung zieren. mehr lesen 1
Gotthard 2016  Lugano - Am Vorabend der Gotthard-Basistunneleröffnung ist Lugano Treffpunkt des europäischen Verkehrswesens gewesen: Die Bahnkonzernchefs stellten eine neue Zuglinie zwischen Deutschland und Italien vor. Die Verkehrsminister sprachen über Sicherheit und Verlagerungspolitik. mehr lesen  
Heute Nachmittag ist es auf der Autobahn A14 in Ebikon zu einem Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Auto gekommen. Der Lastwagen ... mehr lesen  
Durch den Unfall entstanden an den Fahrzeugen, an der Strasseneinrichtung und am Radargerät ein Sachschaden von über 100'000 Franken.
Die Wege mancher Autofahrer sind unergründlich.
Am Dienstag, 31. Mai 2016, kurz vor 08.30 Uhr, ereignete sich im Bereich der Unterführung Rothausstrasse in Muttenz BL eine Frontalkollision zwischen zwei Personenwagen. Eine Person wurde dabei leicht ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 6°C 7°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 6°C 9°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 2°C 4°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern 5°C 6°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 8°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Lugano 7°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten