Deutsche Bahn zieht Teil der ICE-Flotte aus dem Verkehr
publiziert: Freitag, 24. Okt 2008 / 18:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Okt 2008 / 18:26 Uhr

Berlin - Die Deutsche Bahn zieht einen Teil ihrer ICE-Flotte vorübergehend aus dem Verkehr. Die Neigezüge der Bauserie ICE T könnten nicht verkehren, weil die Hersteller Siemens, Alstom, Bombardier keine Sicherheitsgarantien abgäben, teilte das Unternehmen mit.

Der Hochgeschwindigkeitszug ICE T ist seit 1999 in Betrieb.
Der Hochgeschwindigkeitszug ICE T ist seit 1999 in Betrieb.
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Grund seien Achsprüfungen an fast allen ICE-T-Zügen. Ab Samstagmorgen stünden deshalb «erheblich weniger» Züge zur Verfügung, hiess es am Freitag in Berlin. Die Bahn hat nach eigenen Angaben 71 Züge dieser Bauart. So komme es zu Einschränkungen auf den Strecken Berlin-München, Wiesbaden-Dresden, Stuttgart-Zürich und Dortmund-Wien.

Wegen zusätzlicher Sicherheitschecks bei den modernen ICEs kämpft die Bahn auf einigen Strecken seit Tagen mit überfüllten und verspäteten Zügen.

«Wir sehen uns von der Industrie im Stich gelassen, die uns mit nicht belastbaren und unklaren Angaben konfrontiert», erklärte Bahnchef Hartmut Mehdorn. Zugleich forderte die Deutsche Bahn das Herstellerkonsortium aus Siemens, Alstom und Bombardier ultimativ auf, klare Garantien für den sicheren Betrieb der Züge zu geben.

Siemens und Bombardier reagieren

Siemens reagierte auf die Vorwürfe zunächst kühl. Die Achsen seien nach dem Stand der Technik und nach geltenden Normen und Richtlinien gefertigt.

Auch Bombardier erklärte, die Achsen der ICE-T und ICE-3 hätten bei der Auslieferung allen Normen und Standards entsprochen. Dies hätten die Behörden bestätigt, sagte ein Sprecher. In die Untersuchung des aufgetretenen Achsrisses sei man nicht involviert, habe die Behörden aber bei den technischen Analysen unterstützt.

Hotline

Informationen zu Ersatzfahrplänen seien ab sofort im Internet zu finden, hiess es von der Deutschen Bahn. Telefonische Auskünfte seien unter der Service-Hotline 08000-996633 zu erhalten. Wer seine Zugfahrt nicht antreten kann, kann sein Ticket bis zum 30. November kostenlos umtauschen oder erstatten lassen. Zeitkarten würden anteilig erstattet.

Wer statt eines ICE mit einem Intercity fahren muss, erhält demnach die Differenz des Fahrkartenpreises. Bei Spar-Angeboten wird die Zugbindung aufgehoben, Fahrgäste können also auch auf andere Verbindungen ausweichen.

Anfällige Neigetechnik

Der Hochgeschwindigkeitszug ICE T ist seit 1999 in Betrieb. Er kann sich ähnlich wie ein Motorrad in die Kurve legen. Auf kurvenreichen Strecken ist er damit besonders schnell. Die elektrisch angetriebenen Züge sind nach Angaben der Bahn zwischen 133 und 185 Meter lang und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometer.

Den ICE T - T steht für tilt-technology, den deutschen Begriff für Neigetechnik - gibt es in verschiedenen Varianten als fünf- und siebenteiligen Zug. Die Deutsche Bahn setzt die Züge vor allem auf den Strecken Dresden-Frankfurt am Main-Saarbrücken sowie Hamburg-Berlin-Leipzig-Nürnberg-München ein.

Probleme gab es unter anderem im März 2000, als ein ohne Insassen fahrender Zug am Lehrter Stadtbahnhof in Berlin aus den Schienen sprang. Ursache war ein defektes Rückschlagventil. Als Konsequenz zog die Bahn alle Intercity-Expresszüge mit Neigetechnik vorübergehend aus dem Verkehr und liess sie in Werkstätten der Hersteller umrüsten.

Notiz: Die SBB empfiehlt Reisenden zwischen Zürich und Stuttgart, sich im Internet zu informieren. (siehe Weiterführende Links)

(fest/sda)

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