Wulff-Nachfolger wird am 18. März gewählt
Deutsche FDP diktiert Merkel den Bundespräsidenten
publiziert: Montag, 20. Feb 2012 / 18:29 Uhr
Angela Merkel ist sauer auf ihren Koalitionspartner.
Angela Merkel ist sauer auf ihren Koalitionspartner.

Berlin - Die Suche nach einem parteiübergreifenden Kandidaten für das Amt des deutschen Bundespräsidenten hat fast zum Bruch der Regierung geführt. Kanzlerin Angela Merkel erklärte sich schliesslich mit dem früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck einverstanden. Am Montag ging es um Schadensbegrenzung.

7 Meldungen im Zusammenhang
Merkels christlich-liberale Regierungskoalition will ihren Streit über den Kandidaten offiziell nun möglichst unbeschadet hinter sich bringen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag vor den Medien denn auch, man müsse sich um den Bestand des Regierungsbündnisses keine Sorge machen.

Allerdings gibt es bei den Christdemokraten Merkels sehr grosse Verärgerung. Der Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer, sprach in einem Zeitungsinterview von einem «gewaltigen Vertrauensbruch». Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier sagte, dem Land sei «eine Zerreissprobe» erspart geblieben.

Merkel mit dem Rücken zur Wand

Die FDP als Koalitionspartner hatte sich am Sonntag überraschend gegen den Widerstand Merkels und der Unions-Parteien (CDU und CSU) auf Gauck festgelegt und damit das Regierungsbündnis in eine Krise gestürzt. Merkel musste schliesslich nachgeben. Aus Unionskreisen hiess es später, die Bundeskanzlerin sei über die FDP erbost gewesen.

CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne präsentierten am Sonntagabend schliesslich ihren gemeinsamen Kandidaten für die Wahl, die nun definitiv am 18. März stattfindet, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert am Montag entschied.

Die Opposition nutzte die Nominierung für milde Häme gegen die Regierung. Die SPD freue sich, dass die Koalition ihren Fehler von 2010 jetzt revidieren wolle, sagte Parteichef Sigmar Gabriel. Gaucks Nominierung biete die Chance zu einem Neuanfang. Seitens der Koalition seien sogar «gestandene Sozialdemokraten» vorgeschlagen worden.

Die SPD habe aber aus der Kandidatenfrage keinen parteitaktischen Vorteil ziehen wollen und sei bei Gauck geblieben, unterstrich Gabriel.

Grüne: Regierung nicht mehr handlungsfähig

 Die Grünen bezeichneten die Regierungkoalition als nicht mehr handlungsfähig. Egal ob bei der Euro-Rettung oder der Bundespräsidenten-Wahl, die Regierung sei auf die Opposition angewiesen, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir. Es gehe ein tiefer Riss durch die Koalition.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dschungelbuch Wer am Sonntagabend in Deutschland vor dem Fernseher sass, hatte die Wahl zwischen dem klassischen Sonntagabendkrimi oder ... mehr lesen
Joachim Gauck: Ob seine Wahl Wintermärchen oder Business as usual sein wird, muss sich erst noch weisen.
Joachim Gauck.
Berlin - Nach der Nominierung von Joachim Gauck als ... mehr lesen 9
Berlin - Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben sich für eine Wahl Joachim Gaucks zum Bundespräsidenten ausgesprochen. ... mehr lesen
Am 18. März soll Joachim Gauck neuer Bundespräsidenten werden.
FDP-Vorsitzener Rösler: «...unsere Partei riecht vielleicht komisch, aber tot sind wir noch lange nicht!»
Etschmayer Es war ein heftiger Brocken, den Angela Merkel da schlucken musste. Jetzt hat sie sich seit mehr als zwei Jahren gegen diesen Gauck gewählt und jetzt wird ihr der doch vom eigenen Koalitionspartner rein gewürgt. Doch ... mehr lesen 3
Berlin - Der parteilose Theologe Joachim Gauck soll nach dem Willen von Koalition und Opposition der nächste deutsche Bundespräsident werden. Die Union gab am Sonntagabend ihren Widerstand gegen den ehemaligen Bürgerrechtler auf. Dem Entscheid waren zähe Verhandlungen vorausgegangen. mehr lesen  4
Weitere Artikel im Zusammenhang
Berlin - Die oppositionelle SPD stellt neue Bedingungen für die Wahl des neuen deutschen Staatsoberhaupts. Der Nachfolger ... mehr lesen
SPD-Chef Sigmar Gabriel.
Über Peanuts gestolpert: Ex-Bundespräsident Wulff.
Etschmayer Mit dem Rücktritt von Christian Wulff, dem deutschen Bundespräsidenten, droht ein Damm zu brechen: Sollte es tatsächlich ... mehr lesen
Reden ist CDU Schweigen ist FDP
Die CDU Exponenten sollten lieber Schweigen und akzeptieren, dass man damals mit Wullff einen Fehler gemacht hat.

Jetzt die FDP noch anzugreifen ist sinnlos und vor allem total falsch und wird eher der FDP in der Öffentlichkeit helfen als der CDU.
Merkel sollte ihre tollwütigen Laveries zurückhalten.
Obamas Blick in die Zukunft. (Archivbild)
Obamas Blick in die Zukunft. (Archivbild)
Frische Zuversicht  Washington - Die Amerikaner können nach den Worten von Präsident Barack Obama mit frischer Zuversicht in die Zukunft blicken. 2014 sei ein Jahr der Aktionen und Erfolge für das Land gewesen, sagte Obama am Freitag vor seinem Abflug in die Weihnachtsferien auf Hawaii. 
Nordkorea-Satire  Los Angeles - US-Präsident Barack Obama hat die Absage des Nordkorea-Satirefilms «The Interview» nach einem Hacker-Angriff und Terrordrohungen ...  
«Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben.»
«Wir sind in der Verantwortung, dagegen aufzustehen.»
Nordkorea verantwortlich für Hackerangriff auf Sony Los Angeles - Die USA haben erstmals Nordkorea direkt für den Hackerangriff auf Sony Pictures verantwortlich gemacht. Es ...
Steckt Nordkorea hinter Angriff auf Sony? Los Angeles - Die beispiellose Hackerattacke auf das Filmstudio Sony Pictures hat gravierende Folgen. Der Film «The Interview», in ...
In Kuba geht so Einiges vor sich.
Einstimmig  Washington - Das kubanische Parlament hat am Freitag den historischen Beschluss zwischen Kuba und den USA zur Normalisierung der ...  
Titel Forum Teaser
  • jorian aus Dulliken 1534
    Warum Kassandra? Warum schreiben Sie so gerne Verschwörungstheoretiker? Warum wissen ... heute 03:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    So, Italien will? Ein paar Populisten sind noch lange nicht Italien! Welch ein ... heute 00:52
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Lieber Heinrich Frei Glauben Sie wirklich, irgend jemand liest all diese Links und dazu noch ... gestern 21:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Glatte Lüge, nun, von Heiligen ist's ja bekannt, dass sie nicht die Wahrheit lieben! ... gestern 11:23
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Ich würde mich nicht dazu hergeben, an jedem Schweinehund zu lecken! Sorry! Das tun ... gestern 11:20
  • PioXX aus Orbetello 161
    Das Lecken... ...das habe ich leider einem anderen Schweinehund versprochen! gestern 09:44
  • jorian aus Dulliken 1534
    Reden Sie...... ..... doch mal mit dem Obama. Er soll keinen Menschen mehr mit ... gestern 03:27
  • jorian aus Dulliken 1534
    Kassandra SIE? Sie nerven sich immer wenn Sie zu den Wahlverlierern gehören und ... gestern 03:22
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 3°C 4°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 2°C 3°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 6°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 6°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 6°C 9°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 6°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 3°C 12°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten