Deutsche Parteien rechnen mit Gegnern ab
publiziert: Freitag, 16. Sep 2005 / 22:27 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Sep 2005 / 02:03 Uhr

Berlin - Mit Generalabrechnungen gegenüber dem politischen Gegner haben die Parteien zwei Tage vor der Wahl zum deutschen Bundestag ihre Grosskundgebungen bestritten. Ihre Vertreter sprachen vor zehntausenden Anhängern.

Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel sprach am Abend in Berlin.
Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel sprach am Abend in Berlin.
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Bundeskanzler Gerhard Schröder und die rot-grüne Bundesregierung würden sich nur in Attacken gegen das bürgerliche Lager ergehen, «weil sie einfach keine Rezepte für die Zukunft haben», sagte Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel am Abend in Berlin.

Schröder warf der Union vor, den Sozialstaat abbauen zu wollen. «Wir müssen eine Gesellschaft erhalten, die Fairness gegenüber künftigen Generationen erhält», sagte er bei der SPD-Kundgebung in Berlin. Schröder verwies zudem auf die Erfolge seiner Regierung, hob aber auch die Schwierigkeiten hervor.

Verhinderung einer grossen Koalition

Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer forderte die Wähler auf, eine grosse Koalition zu verhindern. Schröder könne nur Kanzler bleiben, wenn die Grünen stark genug würden, sagte er vor Anhängern seiner Partei in Berlin.

CSU-Chef Edmund Stoiber wies den von Rot-Grün erhobenen Vorwurf der sozialen Verantwortungslosigkeit zurück. Zentrales Thema bei der FDP-Veranstaltung in Wiesbaden war die Arbeitsmarktpolitik. Deutschland brauche eine Politik, «die der Arbeit Vorfahrt gibt», sagte Parteichef Guido Westerwelle in Wiesbaden.

Die Linkspartei rief zur Ablösung der rot-grünen Regierung auf. Spitzenkandidat Gregor Gysi sagte in Berlin, Schröder habe eine «Volksabstimmung» über seine Politik haben wollen. «Er soll sie auch bekommen. Wir sagen: Ein klares Nein dazu.»

(bert/sda)

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