Deutsche mit der Wahl unzufrieden
publiziert: Dienstag, 20. Sep 2005 / 17:18 Uhr

Mannheim - Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Blitzumfrage mit dem Ausgang der Bundestagswahl unzufrieden.

Die Deutschen sehen sich in ihrer Wahl nicht bestätigt.
Die Deutschen sehen sich in ihrer Wahl nicht bestätigt.
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70 Prozent äusserten sich laut einer Befragung negativ über das Ergebnis, nur 23 Prozent äusserten sich positiv.

In der Koalitionsfrage befürworteten 33 Prozent eine grosse Koalition und 26 Prozent ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen.

Für den Fall einer grossen Koalition hätten 50 Prozent der Befragten als Regierungschef lieber Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD).

43 Prozent wollen dagegen, dass dann CDU-Chefin Angela Merkel Bundeskanzlerin wird.

FDP besonders unzufrieden

Besonders gross war die Unzufriedenheit mit 88 Prozent unter FDP-Anhängern sowie mit 81 Prozent unter Unionsanhängern.

Aber auch 69 Prozent der Linkspartei-Anhänger, 68 Prozent der Grünen-Anhänger und 61 Prozent der SPD-Anhänger zeigen sich eher enttäuscht.

Dennoch würden auch nach der Wahl 87 Prozent an ihrer Entscheidung vom Sonntag festhalten. Nur sechs Prozent aller Befragten sagten, dass sie in Kenntnis des Resultats ihr Kreuz an einer anderen Stelle gemacht hätten.

Erste Gespräche

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte am Montag per Telefon mehr als 1000 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Deutsche.

Derweil haben die Parteien zwei Tage nach der Neuwahl des Deutschen Bundestags erste Vorgespräche über eine mögliche Regierungskoalition vereinbart.

Die Regierungsbildung gilt aber angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse als schwierig.

Beratung mit Koalitionspartner

An diesem Donnerstag wollen sich CDU/CSU und SPD treffen. Gesprächsteilnehmer seien die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel und der SPD-Parteichef Franz Müntefering, verlautete aus Parteikreisen. Über den Ort werde noch gesprochen.

Die SPD-Führung will an diesem Mittwoch schon mit ihrem bisherigen grünen Koalitionspartner beraten. Die Union will am Donnerstag zusätzlich zum Treffen mit der SPD auch mit der FDP sprechen.

Nach der Bundestagswahl ist völlig offen, wie eine Regierungskoalition gebildet werden könnte. Union und FDP hatten ihre angestrebte Mehrheit verfehlt. Die rot-grüne Koalition von Bundeskanzler Gerhard Schröder verlor ihre Mehrheit.

Merkel und Schröder wollen

Merkel und Schröder beanspruchen beide das Recht, eine Regierung zu bilden. Merkel beruft sich darauf, dass die Union stärkste Fraktion im neuen Bundestag ist.

Schröder argumentiert, die SPD sei stärkste Partei geworden, CDU und CSU seien getrennt zu sehen.

Rein rechnerisch möglich sind neben einer grossen Koalition von CDU/CSU und SPD auch eine rot-gelb-grüne «Ampel-Koalition» von SPD, FDP und Grünen oder eine schwarz-gelb-grüne «Jamaika-Koalition» von CDU/CSU, FDP und Grünen sowie ein Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei.

Die FDP schloss aber eine Koalition unter Führung der SPD aus. Die SPD will keinesfalls mit der Linkspartei kooperieren.

(rr/sda)

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