Deutscher Kauf einer neuen Steuer-CD nicht bestätigt
publiziert: Samstag, 14. Jul 2012 / 15:38 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 15. Jul 2012 / 22:17 Uhr
Keine offizielle Bestätigung.
Keine offizielle Bestätigung.

Bern - Ein Medienbericht, wonach das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) erneut eine Steuer-CD aus der Schweiz gekauft haben soll, wird von offiziellen Stellen nicht bestätigt. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) etwa weiss von nichts.

9 Meldungen im Zusammenhang
«Wir haben keine Anzeichen, dass dies stimmt», erklärte SIF-Sprecher Mario Tuor am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Das deutsche Finanzministerium seinerseits stellte gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa klar, man sei in den Vorgang «nicht eingebunden». Die Bundesregierung setze weiter auf das Steuerabkommen mit der Schweiz, das sowohl für Altfälle als auch für die Zukunft Lösungen biete. Der Ankauf von Steuer-CDs sei «keine dauerhafte Lösung».

NRW soll 3,5 Millionen Euro bezahlt haben

Die «Financial Times Deutschland» hatte am Freitagabend unter Berufung auf Insiderinformationen auf ihrem Online-Portal berichtet, auf der angeblichen Steuer-CD befänden sich Namen und Kontenverbindungen von etwa 1000 vermögenden Deutschen. Es handle sich dabei um Kundendaten des Zürcher Ablegers der Privatbank Coutts, einer Tochter der britischen Royal Bank of Scotland.

Diese Daten habe die Steuerfahndung des Bundeslandes NRW in Absprache mit dem Landesfinanzministerium für 3,5 Millionen Euro (4,2 Millionen Franken) gekauft. Die Bank Coutts erklärte jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, es gebe keine Hinweise darauf, dass Kundendaten nach aussen gelangt sein könnten.

Am späten Samstagnachmittag meldete sich dann auch noch das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» in seiner Online-Ausgabe zu Wort. Dort hiess es, die nordrhein-westfälischen Behörden würden gar den Kauf von zwei weiteren CDs mit Daten mutmasslicher deutscher Steuersünder in der Schweiz erwägen.

Steuer-CD-Kauf bereits einmal im Jahr 2010

Im März 2010 hatte das Land NRW bereits einmal eine Steuer-CD von einem Informanten gekauft - damals für 2,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Folge Ermittlungen gegen 1100 Kunden der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) wegen mutmasslicher Steuerhinterziehung sowie gegen Mitarbeiter der Bank wegen Beihilfe dazu aufgenommen.

Mit dem im September vergangenen Jahres unterzeichneten Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz sollte der Kauf von solchen Steuer-CDs ein Ende haben. Das von der deutschen Opposition, insbesondere von den Sozialdemokraten, heftig kritisierte Abkommen muss allerdings noch den deutschen Bundesrat passieren.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin/Bern - Die Behörden des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen haben einem Medienbericht zufolge zwei weitere ... mehr lesen
In einem Fall soll es sich um Daten von der UBS handeln, berichtete die «Financial Times Deutschland». (Symbolbild)
Düsseldorf - Der angebliche Kauf weiterer CDs mit Daten von deutschen Bankkunden treibt die Zahl der Selbstanzeigen in die Höhe. Im Bundesland Nordrhein-Westfalens waren es 93 allein im Juni, wie das dortige Finanzministerium mitteilte. mehr lesen 
Dschungelbuch Die Steuerpossen, bei welchen es um Milliardenbeträge geht, kennen keine Sommerpause. In diesen Tagen wurde bekannt, dass deutsche Behörden aus dem Land NRW wieder eine CD mit Informationen zu deutschen Steuerkriminellen gekauft haben. mehr lesen  4
Laut Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf haben solche Käufe keine Rechtfertigung mehr.
Düsseldorf - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die SPD-regierten Bundesländer aufgefordert, keine ... mehr lesen
Bern - Mit dem Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland sei es ... mehr lesen
Eveline Widmer-Schlumpf hofft darauf, dass die deutschen Bundesländer keine CDs mehr ankaufen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wolfgang Schäuble äussert Kritik am Kauf der Steuer-CDs.
Berlin - Die deutsche Regierung setzt bei der Verfolgung von Schwarzgeld weiter ... mehr lesen
Düsseldorf/Basel - Steuerfahnder haben nach Angaben der Zeitung «Handelsblatt» bei deutschen Kunden der Schweizer ... mehr lesen 1
Credit Suisse: Steuerhinterziehungsprodukt an deutsche Kunden verkauft.
CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble ist im Bundesrat auf die Oppositions-Parteien angewiesen.
Berlin - Die deutsche Regierung hat ... mehr lesen
Stuttgart - Der Streit um den Kauf gestohlener Schweizer Bankdaten über mutmassliche deutsche Steuerbetrüger geht in ... mehr lesen 16
Nordrhein-Westfalen prescht vor - Baden-Württemberg wartet ab.
Die Schweizer Banken sind mit den Forderungen der USA nicht einverstanden.
Die Schweizer Banken sind mit den Forderungen der ...
Gegen harte US-Forderungen  Zürich - Im Steuerstreit mit den USA wehren sich Schweizer Banken gegen harte Forderungen aus Washington, die ihnen vor kurzem ins Haus flatterten. 73 Banken der Kategorie 2 zur Bereinigung des Steuerstreits schickten nun einen Brief mit Einwänden an das US-Justizministerium. 
Die VP Bank tritt aus dem US-Programm zurück.
VP Bank zieht sich aus US-Programm zurück Vaduz/Zürich - Die Liechtensteiner VP Bank zieht sich aus dem US-Programm zur Bereinigung des Steuerstreits zurück. Umfassende ...
«Profit über das Gesetz gestellt»  Fort Lauderdale - Der frühere UBS-Manager Raoul Weil hat den Profit über das Gesetz gestellt. Er habe die US-Kunden und deren Schwarzgeld um jeden Preis halten wollen. Die Risiken für die Bank und die Kundenberater habe er ignoriert, sagte der Zeuge Martin Liechti vor Gericht in Florida.  
Anklage befragt Ex-UBS-Kunden im Fall Raoul Weil Fort Lauderdale - Im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Top-Banker Raoul Weil in Florida hat die Anklage ...
Kunden sagten über die Geschäftspraktiken des UBS-Bankers aus.
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 8°C 12°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 4°C 11°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 3°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 6°C 14°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten