Deutscher Skandal um Organspenden weitet sich aus
publiziert: Donnerstag, 26. Jul 2012 / 21:03 Uhr
Hat der Arzt wissentlich den Tod von anderen Patienten in Kauf genommen?
Hat der Arzt wissentlich den Tod von anderen Patienten in Kauf genommen?

Göttingen - Der Organspendeskandal im deutschen Göttingen weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft der Stadt leitete gegen zwei Mediziner Ermittlungen wegen Tötungsdelikten ein, wie Behördensprecher Andreas Buick am Donnerstag mitteilte.

Massagepraxis Zürich-Oerlikon
Alexa Gesundheitsmassagen
Schwamendingenstrasse 36
8050 Zürich-Oerlikon
4 Meldungen im Zusammenhang
Gleichzeitig gab die Göttinger Universitätsklinik in Niedersachsen bekannt, dass der Leiter der Abteilung Gastroenterologie «bis auf Weiteres» freigestellt wurde.

An der Klinik sollen in 23 Fällen Gesundheitsdaten gefälscht worden sein, um bestimmten Leberpatienten eine schnellere Transplantation zu ermöglichen. Im Mittelpunkt des Skandals steht der frühere Leiter der Transplantationschirurgie, der bereits vergangene Woche freigestellt worden war.

Neue Leber gegen Geld

Gegen den Oberarzt waren bereits im Frühsommer Vorwürfe laut geworden. Darin ging es zunächst nur um einen Fall: Der 45-Jährige soll 2011 einen Patienten aus Russland gegen Geld bei einer Lebertransplantation bevorzugt haben.

In der vergangenen Woche hatte die Spitalleitung die weiteren Verdachtsfälle bestätigt. Der Arzt, gegen den auch wegen Korruption ermittelt wird, bestreitet die Vorwürfe.

Nach Angaben der Klinik haben zunächst eigene Ermittlungen zum «sich erhärtenden Verdacht» geführt, dass ein weiterer Arzt, der Leiter der Gastroenterologe, an den Fälschungen beteiligt gewesen sein oder eigenverantwortlich solche Manipulationen vorgenommen haben könnte.

Tod anderer Patienten in Kauf genommen

Der Staatsanwaltschaft zufolge war dieser Arzt mit Voruntersuchungen der Patienten zur Organtransplantation befasst. Er habe damit Einfluss auf den sogenannten MELD-Score der Stiftung Eurotransplant gehabt, der den Schweregrad einer Lebererkrankung angibt. Die Stiftung verteilt nach einem festgelegten Kriterienkatalog Spenderorgane an Patienten in acht Ländern.

Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob die Ärzte durch Datenfälschungen für einen unberechtigt hohen MELD-Score verantwortlich seien, sagte Buick. Geprüft werde auch, ob dies dazu geführt habe, dass andere Patienten nicht rechtzeitig eine Spenderleber erhalten hätten und deshalb gestorben seien.

Mauscheleien bereits an anderer Klinik

Vor Göttingen arbeitete der Hauptverdächtige in Regensburg in Bayern. Bereits 2005 soll er dort für Missstände bei Transplantationen gesorgt haben. Es seien jordanische Patienten verbotenerweise auf eine Warteliste für europäische Transplantations-Patienten gesetzt worden, sagte die Sprecherin der Regensburger Klinik, Cordula Heinrich, am Donnerstag.

Ausserdem sei eine Leber in Jordanien transplantiert worden, sagte die Sprecherin, die einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» bestätigte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Untersuchungen damals aber eingestellt; der Mann wechselte nach Göttingen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Am Transplantationszentrum Leipzig hat es offenbar Manipulationen bei der Vergabe von Organen gegeben: Dort seien in ... mehr lesen
In den vergangenen Monaten hatten mehrere Skandale um Manipulationen bei der Organvergabe die Öffentlichkeit erschüttert.
Der Anteil an beschleunigten Vermittlungsverfahren hat stark zugenommen.
Frankfurt am Main - In Deutschland werden laut einem Zeitungsbericht immer mehr Spenderorgane an der offiziellen ... mehr lesen
Regensburg - Der Organspendeskandal in Deutschland hat offenbar weit grössere Ausmasse als zunächst angenommen. Nach der Universitätsklinik Göttingen gerät ... mehr lesen
Die Fälschung von Krankenakten eines Regensburger Oberaztes brachte ein Organspendeskandal ans Tageslicht.
Göttingen - In Deutschland sorgt ein Skandal um Organspenden für Aufsehen. Ein Arzt am renommierten Göttinger Universitätsklinikum soll in grossem Stil Krankendaten gefälscht haben, damit die eigenen Patienten beim Empfang einer Spenderleber bevorzugt werden. mehr lesen 
Transparenter CH Medikamentenpreisvergleich
Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
Ankommen. Ausatmen. Eintauchen.
Seerose Resort & Spa
Seerosenstrasse 1
5616 Meisterschwanden
Massagepraxis Zürich-Oerlikon
Alexa Gesundheitsmassagen
Schwamendingenstrasse 36
8050 Zürich-Oerlikon
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Eine Mitarbeiterin der Roten Kreuz in Guinea.
Eine Mitarbeiterin der Roten Kreuz in Guinea.
Ebola-Epidemie  Genf - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat eindringlich dazu aufgerufen, Helfer in Ebola-Gebieten besser zu schützen. Angriffe und Proteste gegen sie müssten beendet werden, mahnte die Organisation am Samstag in Genf. 
Sechs Tote bei Angriff auf Ebola-Aufklärungsteam in Guinea Conakry/Freetown - In dem von Ebola betroffenen Südosten ...
Gesuch eingereicht  Zürich - Das Institut für Neuroinformatik der Universität und der ETH Zürich will wieder Versuche mit Affen durchführen. Es hat beim Veterinäramt ...  
Makaken verfügen «über einen ähnlich strukturierten Präfrontalen Cortex» wie der Mensch.
Über 11'000 Tiere für qualvolle Versuche eingesetzt Bern - Über 590'000 Tiere sind letztes Jahr in der Schweiz für Tierversuche eingesetzt worden. Die ...
Jedes Jahr werden Abertausende Tiere im Namen der Wissenschaft zu Tode gequält.
Titel Forum Teaser
Thomas Peter ist Professor für Atmosphärische Chemie an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Zum Zustand der Ozonschicht Alle vier Jahre untersuchen hunderte Wissenschaftler unter der ...
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 13°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 12°C 16°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 16°C 18°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Bern 14°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 15°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 16°C 22°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 17°C 25°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten