Deutschland mit bester Bilanz in die Sommerpause
publiziert: Mittwoch, 6. Jun 2007 / 23:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Jun 2007 / 00:57 Uhr

Von den Anwärtern auf die Plätze an der EURO 2008 stolperte am Mittwoch in der Qualifikation nur Polen. Die Osteuropäer verloren in Armenien 0:1. Deutschland kam derweil zu einem 2:1 gegen die Slowakei und weist mit 19 Punkten aus sieben Partien die beste Bilanz aller 50 Teams auf.

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Nach 281 torlosen Minuten in der Nationalmannschaft schien Miroslav Klose sich von seiner Trefferabstinenz befreit zu haben. Der wegen seiner Wechselabsichten zu Bayern München auch intern hart kritisierte Goalgetter bedrängte den Slowaken Durica nach zehn Minuten derart, dass der Führungstreffer nach einer Fehlerkette in der Abwehr der Gäste unvermeidbar war. Durica schob eine Vorlage von (Kloses künftigem Klubkollegen) Jansen von der Grundlinie ins eigene Tor.

Deutlich erkennbar war zehn Minuten später das Eigentor von Christoph Metzelder zum 1:1. Der Dortmunder verlor auf der linken Abwehrseite das Laufduell gegen Matej Krajcik deutlich, der Slowake drang in den Strafraum ein und Metzelder spitzelte den Ball unhaltbar für Torhüter Jens Lehmann über die Linie. Nach dem Ausgleich wirkten die Gastgeber verunsichert. Zwar war das deutsche Team weiter feldüberlegen und aktiver, doch die Slowaken machten die Räume geschickt eng und störten immer wieder den Spielfluss, vermissten aber ihren verletzten Goalgetter Marek Mintal spürbar.

Kurz vor der Pause gelang dem Stuttgarter Thomas Hitzlsperger mit einem Kopfballaufsetzer nach gefühlvoller Franke von Philipp Lahm der entscheidende Treffer, der aber nicht Sicherheit und Leichtigkeit ins deutsche Spiel brachte. Die Batterien am Ende einer langen Saison waren offensichtlich leer. Doch es reichte, um den Vorsprung auf Tschechien auf fünf und auf die drittplatzierten Iren auf sechs Punkte zu erhöhen.

Italien und Frankreich im Gleichschritt

Italien und Frankreich kamen in der Gruppe B zu Pflichtsiegen. Der Weltmeister gewann in Litauen dank zwei Toren von Fabio Quagliarella 2:0; es war der fünfte Sieg in Folge für die Azzurri. Die Treffer des Mittelfeldspielers von Sampdoria Genua waren sehenswert. Quagliarella, der erstmals von Beginn weg im Nationalteam zum Einsatz kam, traf jeweils mit Schüssen aus rund 22 Metern.

Frankreich musste sich gegen Georgien, das am Samstag auf den zweitletzten Platz der Gruppe abrutschte, mit einem knappen 1:0 begnügen. Das Siegestor war eine Produktion der Marseille-Spieler Frank Ribéry und Samir Nasri. Ribéry setzte sich auf der Seite durch und bediente mustergültig den Teamkollegen in der Mitte (33.). Die «Equipe tricolore» geht damit als Leader in die Sommerpause. Am 8. September geht es weiter mit dem Spitzenspiel der WM-Finalisten in Mailand.

Polens Ausrutscher

Polen, bis anhin souveräner Leader der Gruppe A, hat sich in Armenien einen peinlichen Fehltritt geleistet. Gegen den krassen Aussenseiter verlor der Gastgeber der übernächsten EM-Endrunde trotz eklatanter Überlegenheit (vor allem vor der Pause) nach einem Freistosstor Mchitarjans (66.) 0:1 und ist nun nach Verlustpunkten schlechter klassiert als die Rivalen Portugal und Serbien.

Es ist Polens erste Niederlage seit dem 1:3 im vergangenen September zum Auftakt gegen Finnland; Für Armenien war es der zweite Sieg innerhalb von vier Tagen, nachdem es am vergangenen Wochenende in Kasachstan zum ersten Erfolg in der laufenden Qualifikation gekommen war.

Englands Befreiungsschlag dank Beckham

England gelang in Estland ein wichtiger 3:0-Erfolg. In der Gruppe E verteidigte Kroatien dank einem Remis gegen Russland (0:0) die Führung nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber Israel (2:0 in Andorra); die Engländer liegen mit drei Punkten Rückstand auf dem 4. Rang. Gleichwohl sind die Briten und vor allem ihr Trainer Steve McClaren die Gewinner des Spieltages.

Zu den Siegern gehörte bei den «Three Lions» fraglos auch David Beckham, dessen Flanken und Freistösse noch immer von gehobener Klasse sind. Der Star von Real Madrid leitete mit seinen präzisen Vorlagen das 2:0 von Peter Crouch (54.) sowie das 3:0 von Michael Owen (62.) ein. Das kursweisende Führungstor hatte Joe Cole mit einem herrlichen Drehschuss schon vor dem Seitenwechsel erzielt (37.).

Schweden und Spanien ziehen davon

In der Gruppe F lud Spitzenreiter Schweden in Stockholm gegen Island zum «Malfest»; fünf Treffer schossen die «Tre Kronor» beim Torfestival im Rasunda. Die Skandinavier führen die Gruppe (noch) punktgleich mit Spanien zwei Zähler vor Nordirland an. Am Freitag dürften drei Punkte am grünen Tisch dazu kommen; dann wird das Urteil der UEFA zum Skandalspiel vom letzten Samstag in Kopenhagen bekannt werden.

Die Spanier haben sich nach einem durchzogenen Start in die EM-Qualifikation (Niederlagen gegen Nordirland und Schweden) gefangen. In Vaduz führte das Team von Luis Aragones schon nach einer Viertelstunde und dank zwei Toren von David Villa 2:0. Im besonderen der zweite Treffer des Angreifers von Valencia -- ein Fallrückzieher -- war sehenswert. In der Folge beschränkten sich die Iberer, bei denen die Meisterschaft in der entscheidenden Phase ist, auf die Verwaltung des Vorsprungs.

Griechenland in der Nachspielzeit

Sekunden vor dem Abpfiff, in der fünften Minute der Nachspielzeit, glückte dem Griechen Nikolaos Liberopoulos doch noch das 2:1 für den Europameisters gegen Moldawien in Heraklion. Griechenland hat mit fünf Punkten Differenz auf seine punktgleichen Verfolger Türkei, Norwegen (4:0 gegen Ungarn) und Bosnien-Herzegowina (mühsames 1:0 gegen Malta) klaren Kurs nach Österreich und der Schweiz genommen.

Die Mannschaft des deutschen Trainers Otto Rehhagel, dessen Vertrag bis 2012 verlängert werden soll, tat sich gegen den sieglosen Tabellenletzten in der Gruppe C schwer, ehe der dritte Erfolg in Serie sicher gestellt war. Zwar brachte Angelos Charisteas, der EM-Siegesschütze 2004, die Hellenen erwartungsgemäss in Front, doch zehn Minuten vor Schluss glich Viorel Frunza aus, ehe Liberopolous die Griechen befreite.

Dank einem Doppelpack von John Carew gewann Norwegen gegen Ungarn in Oslo sicher mit 4:0. Der Stürmer von Aston Villa, Sohn eines Gambiers und einer Norwegerin, leistete auch zu Daniel Braatens 2:0 die Vorarbeit. Punktemässig haben die Norweger, die am Samstag auch Malta 4:0 bezwungen hatten, zum Tabellenzweiten Türkei in der Gruppe C auf und überholten Bosnien-Herzegowina.

Bulgarien weiter unbesiegt

Bulgarien mischt auch nach dem siebten Spiel um eine Fahrkarte zur EURO 2008 mit. Der WM-Vierte von 1994 blieb mit dem 2:1 gegen Weissrussland auch im siebten Spiel unbezwungen. Der Mann des Abends in Sofia war der ehemalige Servettien Martin Petrov. Nicht nur erzielte der Stürmer von Atletico Madrid mit seinem Freistosstor den 1:1-Ausgleich nach dem Rückstand mittels Foulpenalty durch Roman Wasilijuk, Petrov war nach seiner Kreuzbandoperation kaum zu halten und bereitete auch Yankovs Siegestreffer vor. Die Führung in der Gruppe G behauptete indes Rumänien dank des 2:0-Heimsieges gegen Slowenien. Die Tore des Leaders markierten Italien-Söldner Mutu, Klubkollege von Kuzmanovic bei der Fiorentina, und Spanien-Legionär Contra, Klubollege von Celestini bei Getafe.

(fest/Si)

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