Deutschland schlägt Favoriten ein Schnippchen
publiziert: Sonntag, 13. Feb 2005 / 13:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 13. Feb 2005 / 15:39 Uhr

Der erste WM-Teamwettkampf hat mit einer faustdicken Überraschung geendet. Deutschland gewann Gold vor Favorit Österreich und Frankreich. Der Schweiz blieb nur der 6. Platz.

Sieger unter sich: Das deutsche Team lässt sich feiern.
Sieger unter sich: Das deutsche Team lässt sich feiern.
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Die Schweizer Hoffnung, im allerletzten Wettbewerb der WM in Bormio doch noch eine Medaille zu gewinnen, war nur von kurzer Dauer. Sonja Nef fuhr in der ersten Slalom-Serie Bestzeit und liess sich dafür den einzigen "Einer" des Teams von Swiss-Ski notieren.

Silvan Zurbriggen kam danach in seiner Abteilung zwar nicht über den 6. Rang hinaus. Gleichwohl fehlten dem Schweizer Sextett zu jenem Zeitpunkt nur drei Rangpunkte zum 3. Platz. Der kleine Funke war aber gleich darauf endgültig erloschen.

Aufdenblatten enttäuschte

Fränzi Aufdenblatten büsste auf die Beste ihrer Serie zu viel Zeit ein, musste sich den zweiten "Neuner" gefallen lassen -- und lieferte so den Beweis gleich selber, dass sie für diese Art Wettkampf eine Fehlbesetzung war. Daniel Albrechts 6. Rang in der Schlussserie hatte nur noch marginale Bedeutung.

Fränzi Aufdenblatten hatte bereits am Morgen im Super-G für einen denkbar schlechten Schweizer Auftakt gesorgt. Die Walliserin, nachträglich für Marlies Oester ins Team gerutscht, verpasste ein Tor, was mit neun Rangpunkten bestraft wurde. Didier Défago belegte in seiner Serie Platz 5, Nadia Styger wurde Vierte, Daniel Albrecht, der einen Sturz nur mit viel Mühe vermeiden konnte, wurde wie im Slalom Sechster.

Deutschland überraschte alle

Deutschland sicherte sich den Titel vorzeitig. Schon vor der letzten Slalom-Serie hatte das Team elf Rangpunkte Vorsprung und war nicht mehr einzuholen. Hilde Gerg, Martina Ertl, Monika Bergmann Schmuderer, Florian Eckert, Felix Neureuther und Andreas Ertl beendeten für den DSV damit eine über vierjährige Durststrecke. Seit Eckert Anfang Februar 2001 in St. Anton als krasser Aussenseiter Silvano Beltrametti Bronze weggeschnappt hatte, waren die Deutschen in 24 WM-Wettbewerben ohne Medaille geblieben.

Österreich vergab Gold zu Beginn des Slaloms, als Nicole Hosp nach einem Einfädler zurücksteigen musste und dafür neun Punkte einfing. Noch schlimmer erging es den USA, die neben den Österreichern als grösster Titelanwärter gehandelt worden waren. Bode Miller und Co. mussten sich hinter Frankreich mit Platz 4 bescheiden. Die Franzosen kamen so ebenfalls zu ihrer ersten Medaille in Bormio, nachdem sie wie die Deutschen in St. Moritz leer ausgegangen waren.

Pro Nation standen im Super-G und im Slalom je zwei Fahrer und Fahrerinnen im Einsatz. In jeder Disziplin wurden vier Serien ausgetragen, nach jeder Serie wurden analog zum Klassement Rangpunkte vergeben. Wer den Lauf nicht beendete, wurde auf den letzten Platz versetzt -- es sei denn, es hat Nationen gegeben, die in der jeweiligen Serie nicht starteten. Dann wurden die Ausgeschiedenen auf den zweitletzten Rang gesetzt. Bei neun teilnehmenden Nationen ergab das jeweils neun beziehungsweise acht Rangpunkte.

WM-Teamwettkampf. Schlussklassement (Super-G und Slalom, je zwei Fahrer und Fahrerinnen pro Disziplin und Nation).
1. Deutschland (Hilde Gerg, Martina Ertl, Monika Bergmann Schmuderer, Florian Eckert, Felix Neureuther, Andreas Ertl) 26. 2. Österreich 29. 3. Frankreich 38. 4. USA 39. 5. Kanada 42. 6. Schweiz (Nadia Styger, Sonja Nef, Fränzi Aufdenblatten, Didier Défago, Silvan Zurbriggen, Daniel Albrecht) 46. 7. Schweden 48. 8. Italien 50. 9. Slowenien 54.

(rp/Si)

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