Deutschland versucht sich in Florenz
publiziert: Dienstag, 28. Feb 2006 / 11:05 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Feb 2006 / 13:42 Uhr

Für 31 WM-Teilnehmer beginnt diese Woche der Countdown für die Endrunde in Deutschland.

Im deutschen Lager überschattet die Suspendierung von Manndecker Christian Wörns die Vorbereitungen.
Im deutschen Lager überschattet die Suspendierung von Manndecker Christian Wörns die Vorbereitungen.
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Während Togo als einziges Team nicht im Einsatz ist, treten die beiden anderen Schweizer Gruppengegner zuhause an. Frankreich empfängt die Slowakei, Südkorea trifft auf Angola.

Der hochkarätigste Vergleich zweier WM-(Mit-)Favoriten steht in Florenz an. Die Squadra Azzurra misst sich mit WM-Gastgeber Deutschland. Bei beiden Teams haben personelle Absenzen im Vorfeld die weitaus grössten Schlagzeilen produziert. Bei Italien fehlt, und das ist auf dem Stiefel schon beinahe eine nationale Tragödie, Superstar Francesco Totti wegen des Wadenbeinbruchs. Für Coach Marcello Lippi beginnt nun die Zeit der Experimente, um die richtige Ersatzlösung zu finden für den Notfall, dass Totti bis Anfang Juni doch nicht fit werden sollte.

Im Vordergrund steht weniger eine Beförderung von Alessandro Del Piero als der Einbau von Tottis Teamkollege bei der AS Roma, Simone Perrotta. Mit Milans Gennaro Gattuso fehlt ein weiterer Stammspieler im Mittelfeld. Der heissblütige «Rossonero» erlitt am Wochenende eine Prellung im linken Oberschenkel. Dagegen figuriert Gigi Buffon erstmals seit mehreren Monaten und seiner Schulterverletzung wieder im Aufgebot.

Ballack unterstützt Klinsmann

Bei die Deutschen steht vor dem Gang in die Toskana nicht die Frage im Zentrum, ob nach 15 erfolglosen Versuchen endlich und erstmals seit dem 7. Oktober 2000 (1:0 in England) ein Sieg gegen einen so genannten Grossen realisiert werden kann. Das Interesse gilt dem Konflikt zwischen Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dem ausgemusterten Verteidiger Christian Wörns.

Der Dortmunder Abwehrchef müsste aufgrund seiner Leistungen im Verein und vor allem wegen der mangelnden Klasse anderer Verteidiger einen Platz im Team haben; doch Wörns ist ein unbequemer Spieler, der Klinsmann zuletzt laut und öffentlich kritisierte. Nach anfänglichem Zögern hat nun auch Captain Michael Ballack Verständnis für den Entscheid des Trainers gezeigt. Die Art der Kritik von Wörns habe Klinsmann nicht hinnehmen können, liess sich Ballack zitieren.

Barthez oder Coupet? Frankreichs Gretchen-Frage

Das Gros des französischen WM-Teams steht. Auf der Position des Torhüters aber hat sich Trainer Raymond Domenech -- ähnlich wie der Deutsche Jürgen Klinsmann -- längst nicht entschieden. Erst kurz vor der WM will der Coach zwischen Fabien Barthez (Marseille) und Grégory Coupet (Lyon) auswählen. Die Fans allerdings haben ihre Sympathien längst verteilt. In einer Umfrage der Wochenzeitung «France Football» sprachen sich über 70 Prozent für einen Einsatz von Coupet aus.

Für die Partie gegen die Slowakei hat Domenech erstmals Lyons rechten Aussenverteidiger François Clerc nominiert. Der 22-Jährige hat beim Meister in dieser Saison als Ersatz des verletzten Internationalen Anthony Réveillère erst sieben Partien absolviert. Noch im letzten Sommer und nach einer enttäuschenden Saison als Leihspieler bei Toulouse (7 Einsätze) wollte Lyon Clerc an einen Ligue-2-Verein verkaufen; jetzt steht der Abwehrspieler erstmals in der «Equipe tricolore».

Gleichwohl glauben Beobachter nicht, dass Clerc an der WM zum Kader Frankreichs gehören wird. Vielmehr sei er aufgeboten worden, um keine Unruhe in die Equipe zu tragen, weil ohnehin allen klar ist, dass diese Nomination einmalig ist, mutmasste die Zeitung «L´Equipe».

(fest/Si)

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