Didier Cuche: «Die Saison ist noch lang»
publiziert: Sonntag, 29. Nov 2009 / 13:14 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Nov 2009 / 15:32 Uhr

Im 10. Anlauf konnte Didier Cuche in Lake Louise (Ka), der zuvor auf dieser Strecke nie besser als Fünfter war, endlich die Abfahrt gewinnen. Für den 35-jährigen Neuenburger war´s der 11. Weltcupsieg, der zweite in dieser Saison nach dem Triumph beim Gletscher-Auftakt in Sölden (Riesenslalom).

Diedier Cuche ist der älteste Gewinner einer Weltcup-Abfahrt.
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Didier Cuche, herzliche Gratulation zu Ihrem Sieg in Lake Louise. Besser als Sie kann man gar nicht in eine Saison starten.

Didier Cuche: «Danke. Zunächst der Erfolg in Sölden, nun derjenige hier Kanada. Es ist einfach perfekt. Zudem freue ich mich sehr, dass ich nach fast zwei Jahren Unterbruch wieder eine Abfahrt gewinnen konnte.»

Endlich hat es auch in Lake Louise einmal geklappt.

Cuche: «Ich kann es wirklich fast nicht glauben, dass ich hier so schnell fahren konnte. Das macht mich doch etwas stolz, dass für einmal in Lake Louise alles nach Plan aufging. Nie aufgeben, sagt man dem wohl. Da ich hier bis jetzt höchstens Fünfter geworden war, hätte ich vor dem Rennen für jede Platzierung in den Top 10 unterschrieben. Der Sieg kommt für mich einer Versöhnung mit dieser Strecke gleich.»

In den Vorjahren wurden Sie meistens von schlechten Wetterbedingungen gebremst. Dieses Mal blieben die Verhältnisse für alle gleich.

Cuche: «Naja, nicht ganz. Nach dem langen Unterbruch (wegen des Sturzes des Amerikaners Lanning - Red.) kam die Sonne leicht hervor und das löste bei mir Befürchtungen aus, dass doch noch einer kommt, der schneller ist als ich. Doch es ist richtig, dass alle Spitzenfahrer zumindest die gleichen Sichtverhältnisse hatten. Wie es beim Wind aussah, kann ich nicht abschätzen. Ich hoffe einfach, dass es für alle fair war.»

Haben Sie geahnt, dass die Schweizer Abfahrer als Team so stark sind?

Cuche: «In der Vorbereitung in Nakiska fuhren viele andere Schweizer so stark, dass ich fast ein bisschen ins Zweifeln kam, ob ich denn überhaupt schnell genug bin. Da half es mir schon, dass ich dank des Sieges in Sölden über ein grosses Selbstvertrauen verfügte. Nach der Abfahrt in Lake Louise weiss ich, dass das Schweizer Team als Ganzes sehr stark ist. Wir sind sehr konkurrenzfähig. Ich freue mich schon auf die nächsten Rennen. Aber es ist natürlich klar, dass wir nicht in jedem Rennen zu zweit auf dem Podest sind und sieben Fahrer in den Top 20 haben werden.»

Aber versuchen, die Erfolgsserie zu verlängern, werden Sie schon?

Cuche: «Klar, ich gebe immer mein Bestes. Aber solche Leistungen darf man nicht als selbstverständlich betrachten. Zwischen Erfolg und Misserfolg liegt nicht viel. Dessen bin ich mir bewusst. Aber momentan geniesse ich es einfach, so erfolgreich zu fahren.»

Viele sprechen schon davon, dass nur Sie für den Gewinn des Gesamtweltcups in Frage kommen.

Cuche: «Uhh, ich spüre schon den Druck auf mir. Nein, ernsthaft: Das ehrt mich natürlich, doch die Saison ist noch so lang und es gibt fünf bis zehn Fahrer, die den Gesamtweltcup gewinnen können. Auch mag ich gar nicht zu weit in die Zukunft blicken, denn wer weiss schon, was beispielsweise an den Olympischen Spielen im Februar oder auch nur schon morgen sein wird. Ich erinnere nur an Daniel Albrechts Sturz in der letzten Saison. Mein Motto lautet deshalb: Heute ist heute und morgen ist ein anderer Tag.»

Haben Sie also am Samstagabend Ihren Triumph noch kräftig gefeiert?

Cuche: «Es hat Tradition im Team, dass wir nach Erfolgen eine Flasche Champagner aufmachen und anstossen. Weil aber in den nächsten Tagen noch viele Rennen anstehen, wars doch eher eine bescheidene und stille Feier.»

Haben Sie übrigens gewusst, dass Sie jetzt der älteste Sieger einer Weltcup-Abfahrt überhaupt sind?

Cuche: «Das war mir bis jetzt nicht bewusst. Das wird wohl vor allem Marco Büchel ärgern. Schliesslich hat er im Sommer gesagt, dass er bei einem Sieg von mir noch weiterfahren muss, um mir den Rekord wieder zu entreissen. Aber die Saison geht ja noch lange und er erhält also noch einige Chancen zur Revanche.»

(Valentin Oetterli, Lake Louise/Si)

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