Didier Cuche: 'Ich muss jetzt Geduld haben'
publiziert: Donnerstag, 6. Jan 2005 / 18:34 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Jan 2005 / 20:02 Uhr

Nur zwei Tage nach seinem in Adelboden erlittenen Kreuzbandriss ist Didier Cuche extra nach Chamonix gereist, um an einer Pressekonferenz am Ort der nächsten Weltcup-Abfahrt darüber zu informieren, wie er den langen Weg zurück an die Spitze gehen will.

"Mir war es lieber, jetzt so auszufallen als vor einem Jahr."
"Mir war es lieber, jetzt so auszufallen als vor einem Jahr."
Cuche, mit acht Top-10-Rängen und zwei Podestplätzen der erfolgreichste Schweizer Skirennfahrer des bisherigen Winters, wird sich in knapp zwei Wochen, in der Woche ab 17. Januar, in der Lausanner Klinik von Dr. Olivier Siegrist operieren lassen. Den exakten Termin kennt er noch nicht. Eines ist sich der 30-jährige Neuenburger bewusst: "Es wird ein harter Weg, gefragt ist vor allem Geduld."

Didier Cuche, wie geht es Ihnen?

"Ich habe keine grossen Schmerzen und auch gut geschlafen. Von dem her geht es mir gut. Nach der Operatien wird das wohl anders sein."

Welches war der schlimmste Moment in den letzten Tagen?

"Unmittelbar nach der MRI-Untersuchung in Interlaken, welche die Diagnose Kreuzbandriss ergab, war ich schon sehr niedergeschlagen. Doch dann habe ich am Radio die Aktualität um die schreckliche Flutwellen-Katastrophe verfolgt und schnell wieder nach vorne geschaut."

Warum haben Sie sich für eine Operation in Lausanne entschieden?

"Dr. Siegrist hat mich schon 1996 nach meinem Unterschenkelbruch operiert. Zu ihm habe ich besonderes Vertrauen."

Die WM in Bormio wird ohne sie stattfinden. Denken Sie nun bereits an die Olympischen Spiele von nächster Saison in Turin?

"Nein. Ich will einfach wieder rennmässig Ski fahren, wo immer das auch ist. Vielleicht kann ich schon nächsten Oktober beim Weltcup-Start in Sölden wieder antreten. Das wäre wunderbar. Aber wichtig ist, dass ich die nötige Geduld aufbringe. Man will immer möglichst schnell zurückkommen. Aber der Körper bestimmt, wie schnell es geht. Es wartet viel Arbeit auf mich."

Trainer Patrice Morisod hat gemeint, sie kämen vermutlich noch stärker zurück als je?

"Als junger Fahrer ist mir das nach zwei schweren Verletzungen jeweils gelungen. Ich hoffe, er hat Recht. Aber ich bin schon 30 Jahre. Da habe ich nicht mehr so viel Spielraum."

Hermann Maier fuhr nach seiner schweren Verletzung in die Karibik und wollte sich die Skirennen gar nicht mehr ansehen. Machen Sie es ähnlich. Verreisen Sie während der WM in Bormio?

"Maier war wirklich schwer verletzt. Mein Fall ist nicht vergleichbar. Bei mir ist es nicht so schlimm. Ich werde mir die Rennen ganz gewiss ansehen und höchstwahrscheinlich werde auch am nächsten Dienstag den Riesenslalom von Adelboden live vor Ort mitverfolgen."

Im Januar haben sie meist ihre grössten Erfolge gefeiert. So gesehen kam die Verletzung im dümmsten Augenblick.

"Es gibt für so etwas eigentlich keinen guten oder schlechten Moment. Sicher ist es schade, dass ich ausgerechnet jetzt ausfalle, da ich die richtige Abstimmung bezüglich Ski, Schuhe, Kopf und Kondition für alle drei Disziplinen gefunden habe. Aber dennoch war es mir lieber, jetzt so auszufallen als vor einem Jahr. Damals wäre alles viel schwerer gewesen."

Warum das?

"Letztes Jahr befand ich mich um dieselbe Zeit in einem grossen Tief. Wenn ich mich da auch noch verletzt hätte, wäre ich vielleicht zurückgetreten. Dann hätte ich mich gefragt, ob das Ganze überhaupt noch Sinn macht. Jetzt aber befand ich mich mit an der Spitze. Das gibt Mut und Zuversicht für die kommenden Monate.

Was machen Sie in den Tagen bis zur Operation?

"Ich muss schauen, dass sich im Knie nichts entzündet, dass es keine Schwellung gibt. Und ich hoffe, in den nächsten Tagen etwas Ruhe zu finden. Deshalb habe ich mich auch nach Chamonix begeben."

(von Werner Eisenring, Chamonix/Si)

 
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