Didier Cuche: Neuer Trainer, alte Stärken
publiziert: Sonntag, 25. Okt 2009 / 22:00 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 25. Okt 2009 / 22:16 Uhr

Der Sieg von Didier Cuche und der starke Auftritt von Silvan Zurbriggen erfüllten deren Trainer Mauro Pini mit grosser Genugtuung. Der Nachfolger von Patrice Morisod erlebte in Sölden einen Einstand nach Mass.

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Als Patrice Morisod im Frühling unter Nebengeräuschen von Swiss-Ski zum französischen Skiverband wechselte, verlor Didier Cuche den Mentor aus Juniorenzeiten und die Vertrauensperson der bisher erfolgreichsten Jahre seiner Karriere.

Der Neuenburger haderte nicht mit dem Abgang von Morisod, der sich mit der Swiss-Ski-Führung nicht auf eine weitere Zusammenarbeit hatte einigen können. «Ich versuchte gar nicht, Patrice umzustimmen. Ich kenne ihn. Wenn er mir sagt, dass er geht, dann weiss ich, dass die Sache für ihn schon gegessen ist.»

Cuche schaltete sich stattdessen gleich selber in die Suche nach einem Nachfolger ein. Er rief Mauro Pini an, der sich als Privattrainer von Lara Gut in einer ähnlichen Situation befand wie Morisod. Weil auch Cheftrainer Martin Rufener von den fachlichen und menschlichen Qualitäten des Tessiners überzeugt war, kam die Verpflichtung rasch zustande.

Dass Pini seine Erfolge mit den «Alleingängerinnen» Maria Jose Rienda und Lara Gut erreicht hatte und auf höchster Ebene nie mit Männern oder einer grösseren Gruppe gearbeitet hatte, fiel nicht ins Gewicht.

Viele Gespräche und neue Impulse

Pini und Cuche mussten in den letzten Monaten vor allem viel miteinander reden, eine gemeinsame Skisprache finden, damit die Tipps und Korrekturen des Trainers sowie die Feedbacks des Athleten auch unverfälscht auf der anderen Seite ankamen. «Mit Patrice gab es nicht mehr viel zu diskutieren, wir kannten uns genau», sagt Cuche. «Mauro kannte ich vorher nicht.»

Geholfen hat in der Phase der gegenseitigen Annäherung, dass die anderen Positionen in der Trainingsgruppe WC1 unverändert blieben. Sowohl Cuche als auch Pini betonen die wichtige Rolle von Assistent Roland Platzer. «Kontinuität muss das Ziel sein», sagt Pini – auch aus eigenen Erfahrungen mit der Spanierin Rienda.

Technisch hätten sie grundsätzlich auf der gleichen Linie weitergemacht. Pini liefert Inputs, wie Cuche die Kraftdosierung noch besser an die Scheebeschaffenheit oder die Kurssetzung anpassen kann. «Ich will nicht überheblich tönen, aber es geht wirklich nur noch um Feinheiten», sagt Cuche.

Er nutzt die Chance, im Herbst seiner Karriere neue Impulse zu erhalten. «Man kann von jeder neuen Person wieder etwas lernen.» Eine neue Motivation sei der Wechsel aber nicht. «Ich bin immer motiviert, dafür brauche ich keinen Trainer.»

Coach für einen Perfektionisten

Für Pini dürfte die neue Herausforderung grösser sein. Dass er statt den Teenager Lara Gut nun die «Methusalems» Didier Cuche und Marco Büchel trainiert, verändert seine Rolle. «Solche Athleten brauchen eher einen Coach und Berater als einen Trainer und Ausbildner.»

Pini ist beeindruckt vom Perfektionismus, den Cuche vorlebt. «Er erwartet das nicht nur von sich, sondern auch von allen um ihn herum.» Der Hunger von Cuche ist ungestillt. Ob das perfekte Rennen auf dem Weg zu WM-Gold im Super-G in seinem Kopf noch präsent sei, wurde er drei Tage vor dem Gletscher-Prolog gefragt. «Überhaupt nicht. Das ist Schnee von gestern.»

(Philipp Bärtsch, Sölden/sda)

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