Michael von Grünigen Sechster, Defago Siebenter
Didier Cuche erstmals auf dem 'Riesen'-Podest
publiziert: Freitag, 21. Dez 2001 / 14:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Dez 2001 / 22:52 Uhr

Krajnska Gora - Erstmals in seiner Karriere schaffte Didier Cuche im Riesenslalom den Sprung aufs Podest: Hinter Benjamin Raich (Ö) und Bode Miller (USA) erreichte Cuche in Kranjska Gora Platz 3. Michael von Grünigen wurde Sechster, Didier Defago Siebenter.

Didier Cuche.
Didier Cuche.
Er sei reif für einen Platz auf dem Treppchen, hatte Didier Cuche am Vortag angekündigt. Gesagt, getan: 24 Stunden nach seinem 4. Rang im ersten Rennen verbesserte sich der 27-jährige Neuenburger aufs Podium.

In Abfahrt und Super-G ist ihm dies schon sechs Mal gelungen, im Riesenslalom wars eine Première. «Ich bin so gut in Form wie noch nie in meinem Leben», gab sich Cuche euphorisch. Und sofort steckte er sich ein neues Ziel: «Nun möchte ich auch im Riesenslalom einmal zuoberst stehen.»
Seinen bisher einzigen Sieg errang er vor knapp vier Jahren, bei der Sprint- Abfahrt in Kitzbühel.

Im zweiten Riesenslalom von Kranjska Gora war Cuche allerdings weit weniger nahe am Sieg dran als im ersten Rennen. Dort hatte er als Vierter 39 Hundertstel verloren, im zweiten Anlauf lag er als Dritter 1,24 Sekunden zurück. Im Gesamt-Weltcup rückte Cuche noch ein bisschen näher an Leader Stephan Eberharter heran. Der Österreicher (gestern 9.) liegt 160 Punkte vor Miller und noch 206 Zähler vor Cuche.

Weltmeister Michael von Grünigen gelang gegenüber dem Vortag eine eklatante Steigerung. Nach Platz 18 kam er im zweiten Anlauf als Sechster ins Ziel, was indes seine Laune nicht sonderlich zu heben vermochte. MvG war griesgrämig wie noch selten, und die Fragen nach seinem Abschneiden nervten ihn sichtlich. «Ich habe gegenüber dem ersten Rennen ein anderes Paar Ski eingesetzt, doch die Piste», so von Grünigen, «war der gleiche 'Chabis' wie am Vortag.»

Die mit Wasser behandelte Strecke, auf der neben vielen eisigen Stellen unvermittelt wieder weichere folgten, behagte MvG überhaupt nicht. Sein Ärger mochte auch darin begründet sein, dass es nun nach Kranjska Gora im Kampf um den Riesenslalom-Weltcup ganz schwer wird. Als Fünfter liegt er jetzt 95 Punkte hinter dem Franzosen Frédéric Covili, der mit den Verhältnissen von Kranjska aber auch nicht optimal zurecht kam und im zweiten Rennen nur Elfter wurde. Ausstehend sind nur noch die Riesenslaloms in Adelboden, St. Moritz und Flachau. Auf den heutigen Slalom in Kranjska Gora wird der an der Schulter verletzte Michael von Grünigen verzichten.

Michael von Grünigen klassierte sich unmittelbar vor Teamkollege Didier Defago, der als Siebenter sein bisher bestes Ergebnis im Riesenslalom egalisierte. Siebenter war der Walliser im März 2000 beim Weltcup-Finale in Bormio geworden. Defago hatte sich im Gegensatz zum Vortag keine Spritze mehr geben lassen. Schmerzmittel für seine seit der Abfahrt von Val Gardena lädierte Schulter mussten genügen. Im zweiten Durchgang, gesetzt vom Schweizer Trainer Osi Inglin, verbesserte sich Defago dank zweitbester Laufzeit vom 17. auf den 7. Platz.

An Benjamin Raich kam aber keiner vorbei. Der 23-jährige Pitztaler, der sich schon im ersten Lauf an die Spitze gesetzt hatte, behauptete sich souverän vor Bode Miller und errang den ersten österreichischen Riesenslalom-Sieg in diesem Winter. «Der zweite Platz vom Vortag gab mir das nötige Selbstvertrauen», meinte Raich hinterher. Und ganz wesentlich sei gewesen, dass er seit einigen Tagen wieder schmerzfrei fahren kann. Seit den Amerika- Rennen vom November hatte Raich wochenlang an Rückenschmerzen gelitten. Ursprünglich glaubte man an ein Bandscheibenproblem, doch dann stellte sich heraus, dass es sich um eine Muskelentzündung handelte. Erst vor Kranjska Gora konnte er endlich wieder einmal richtig trainieren.

Raich errang seinen insgesamt 10. Weltcupsieg, den vierten in der Sparte Riesenslalom, in welcher er im März 2000 beim Finale in Bormio letztmals gewonnen hatte. Letzten Winter siegte Raich ausschliesslich im Slalom, in dem er viermal triumphierte und auch Disziplinen-Weltcupsieger wurde. Und ein kurioses Detail am Rande: Erstmals blieb Raich noch im alten Jahr erfolgreich. Die neun Rennen zuvor hatte er stets nach Silvester für sich entschieden.

Weltcup-Riesenslalom der Männer in Kranjska Gora (Slowenien)

Schlussklassement:

1. Benjamin Raich (Ö) 2:07,46.
2. Bode Miller (USA) 0,42 zurück.
3. Didier Cuche (Sz) 1,24.
4. Fredrik Nyberg (Sd) 1,38.
5. Joel Chenal (Fr) 1,76.
6. Michael von Grünigen (Sz) 1,90.
7. Didier Defago (Sz) 1,94.
8. Vincent Millet (Fr) 2,01.
9. Stephan Eberharter (Ö) 2,04.
10. Christoph Gruber (Ö) 2,24.
11. Frédéric Covili (Fr) 2,26.
12. Hans Knauss (Ö) 2,35.
13. Sami Uotila (Fi) 2,50.
14. Kjetil André Aamodt (No) 2,52.
15. Mario Matt (Ö) 2,56.

16. Florian Seer (Ö) 2,57.
17. Alessandro Roberto (It) 2,63.
18. Massimiliano Blardone (It) und Josef Strobl (Ö) 2,70.
20. Arnold Rieder (It) 2,80.
21. Jean-Philippe Roy (Ka) 3,00.
22. Thomas Grandi (Ka) 3,01.
23. Bjarne Solbakken (No) 3,02.
24. Andreas Schifferer (Ö) 3,07.
25. Kenneth Sivertsen (No) 3,24.
26. Thomas Vonn (USA) 3,31.
27. Tobias Grünenfelder (Sz) 3,96.

27 der 30 Finalisten klassiert.
Ausgeschieden: Christian Mayer (Ö), Lasse Kjus (No), Uros Pavlovcic (Sln).

(bb/sda)

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