Weltcup-Riesenslalom der Männer in St. Moritz
Didier Cuche verpasst den Sieg nur knapp
publiziert: Sonntag, 3. Feb 2002 / 13:51 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Feb 2002 / 17:30 Uhr

St. Moritz - In den Abfahrten wills nicht klappen, dafür sorgt Didier Cuche in den heimischen Riesenslaloms für Erfolgserlebnisse. Nach dem Sieg in Adelboden fehlten in St. Moritz nur 2/100 zum erneuten Triumph. Als Siebter schaffte auch Tobias Grünenfelder die Olympia-Limite.

Dider Cuche zeigte in St. Moritz einen brillanten zweiten Lauf.
Dider Cuche zeigte in St. Moritz einen brillanten zweiten Lauf.
Der überragende Athlet war aber auch im Riesenslalom Stephan Eberharter, der nach fünf Siegen in der Abfahrt und drei im Super-G nun auch im Riesenslalom erstmals gewann. Bisher war ein 2. Platz zum Saisonauftakt in Sölden sein bestes Ergebnis gewesen. Mit diesem 9. Saisonerfolg baute der Österreicher auch seine Führung im Weltcup auf praktisch uneinholbare 456 Punkte aus.

Der 2. Platz von Didier Cuche war so viel wert wie ein Sieg. Nach dem Debakel in der Abfahrt richtete er mit diesem Resultat das Schweizer Team wieder auf. «Das gibt den nötigen Schub für die Olympischen Spiele», freute sich Cheftrainer Dieter Bartsch. Und «Riesen»-Chef Osi Inglin meinte: «Damit wird uns die Arbeit in Salt Lake City erleichtert.»

0,04 - 0,02 - 0,02 -- kehrts an Olympia?

Zum dritten Mal in diesem Winter musste sich Didier Cuche nur um Hundertstelsekunden geschlagen geben. Im ersten Super-G von Val d'Isère, wo noch Silvano Beltrametti (3.) mitfuhr, war Stephan Eberharter um 0,04 Sekunden schneller, im Super-G von Garmisch um 0,02 Sekunden und nun im Riesenslalom von St. Moritz erneut 0,02 Sekunden. Das sind umgerechnet etwa 50 Zentimeter.

Cuche, der nach dem ersten Lauf erst Siebenter gewesen war, trugs mit Fassung: «Ich habe meine Siegeschance durch zwei grosse Fehler im ersten Lauf vergeben», sagte der Neuenburger, «ich trauere deshalb nicht den verlorenen Hundertsteln nach. Im nächsten Rennen kanns wieder unmgekehrt sein.» Vielleicht schon in Salt Lake City.

2 1/2 Trümpfe für Cuche -- MvG noch angeschlagen

Didier Cuche besitzt nun an den Olympischen Spielen zweieinhalb Medaillen-Trümpfe. In den vier Weltcup-Super-G dieses Winters stand er jedesmal auf dem Podest, in den sieben bisherigen Riesenslaloms dreimal (in den letzten drei Rennen immer), und auch in der Abfahrt, wo er zwei 6. Plätze als Bestresultate aufweist, ist er nicht chancenlos. «In der Abfahrt kann ich unbeschwert antreten», sagt Cuche, «um eine Medaille zu gewinnen, bräuchte ich in dieser Disziplin aber Glück.»

Die zweite Schweizer Medaillenhoffnung, Michael von Grünigen, musste sich in St. Moritz mit dem 14. Rang begnügen. Der zweifache Weltmeister fuhr mit einer Ellbogenschiene und war entsprechend gehemmt. «Erwartet habe ich nichts», sagte MvG, «ich habs einfach probiert.» Wie weit seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt war, wollte er offen lassen: «Das kann man nicht in Zahlen ausdrücken, aber 120-prozentig war ich sicher nicht in Form.»

Bestes Weltcup-Resultat von «Grüeni» III

Für den zweiten Höhepunkt des Tages sorgte Tobias Grünenfelder, der mit der Startnummer 37 den 7. Platz erkämpfte und damit im letzten Rennen noch die Olympia-Qualifikation holte. Verlangt wurde ein 15. Rang. Sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis war ein 14. Platz aus dem Jahr 1999. Der Jüngste der drei Grünenfelder-Geschwister -- Abfahrer Jürg ist auch im zweiten aufeinanderfolgenden Winter verletzt -- befand sich nach Ansicht der Trainer während der ganzen Saison in Hochform, konnte aber wegen Materialproblemen seine Leistungen nicht umsetzen.

Wegen der speziellen Präparation der Pisten mit Wasser waren in dieser Saison ausser Salomon die meisten Marken benachteiligt --St. Moritz bildete diesbezüglich als normales (Kunst-)Schneerennen eine Ausnahme. «Eigentlich wäre ich froh gewesen, wenn der erste Lauf schon das Schlussklassement gewesen wäre», meinte Grünenfelder, «aber so ist es mir natürlich noch lieber.» Dank viertbester Laufzeit verbesserte er sich noch vom 14. auf den 7. Rang. Dank Bestzeit (vor Cuche) und dem 3. Schlussrang schaffte auch der Österreicher Hans Knauss im letzten Moment die Olympia- Qualifikation. Weltcup-Riesenslalom der Männer in St. Moritz

Das Schlussklassement:


1. Stephan Eberharter Ö Atomic 2:32,66
2. Didier Cuche Sz Salomon 2:32,68 0,02
3. Hans Knauss Ö Atomic 2:33,04 0,38
4. Bode Miller USA Fischer 2:33,32 0,66
5. Sami Uotila Fi Salomon 2:33,42 0,76
6. Christoph Gruber Ö Atomic 2:33,74 1,08
7. Tobias Grünenfelder Sz Stöckli 2:33,76 1,10
8. Christian Mayer Ö Atomic 2:33,79 1,13
9. Fredrik Nyberg Sd Salomon 2:33,92 1,26
10. Joel Chenal Fr Dynastar 2:34,05 1,39

11. Benjamin Raich (Ö), Atomic, 1,43 zurück.
12. Alexander Ploner (It), Rossignol, 1,69.
13. Stephan Görgl (Ö), Atomic, 1,77.
14. Michael von Grünigen (Sz), Fischer, 1,86.
15. Didier Defago (Sz), Atomic, 1,91.

16. Marco Büchel (Lie), Stöckli, 1,95.
17. Bjarne Solbakken (No), Atomic, 1,99.
18. Frédéric Covili (Fr), Salomon, 2,07.
19. Arnold Rieder (It), Atomic, 2,09.
20. Vincent Millet (Fr), Dynastar, 2,15.
21. Uros Pavlovcic (Sln), Elan, 2,18.
22. Davide Simoncelli (It), Salomon, 2,20.
23. Alessandro Roberto (It), Völkl, 2,34.
24. Dane Spencer (USA), Atomic, 2,37.
25. Jernej Koblar (Sln), Elan, 2,50.
26. Raphael Burtin (Fr), Dynastar, 2,67.
27. Jeff Piccard (Fr), Atomic, 2,80.

(sk/news.ch)

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