Rom jubelt
Die Ära Berlusconi geht zu Ende
publiziert: Samstag, 12. Nov 2011 / 22:47 Uhr / aktualisiert: Samstag, 12. Nov 2011 / 23:25 Uhr
Silvio Berlusconi hat sich als Ministerpräsident verabschiedet. (Archivbild)
Silvio Berlusconi hat sich als Ministerpräsident verabschiedet. (Archivbild)

Rom - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Berlusconi reichte am Samstagabend bei Staatschef Giorgio Napolitano - wie angekündigt - ein entsprechendes Gesuch ein, während auf den Strassen Roms tausende Berlusconi-Gegner feierten.

7 Meldungen im Zusammenhang
Zuvor hatte das Parlament am Samstag in Rom ein von der EU gefordertes Spar- und Reformpaket verabschiedet.

Das Präsidialamt bestätigte den Rücktritt des Regierungschefs. Unter dessen Gegnern vor dem Präsidentenpalast brandete daraufhin Jubel auf, in den Strassen der Hauptstadt waren Hupkonzerte zu hören.

Tausende Demonstranten hatten vor dem Parlament und dem Quirinalspalast des Staatspräsidenten in Erwartung des Rücktritts ausgeharrt. «Bye Bye Berlusconi» stand auf Schildern. Einige stimmten ein «Halleluja» an und riefen «Rücktritt». Als Berlusconi mit halbstündiger Verspätung bei Napolitano vorfuhr, schmähten ihn Demonstranten einen «Clown» (buffone).

17-jährige Ära

In einem Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zeigte sich der 75-Jährige «tief verbittert» angesichts der Anfeindungen. In den vergangenen 17 Jahren war Berlusconi insgesamt zehn Jahre lang in Italien als Regierungschef am Ruder. Zuletzt hatte er sich aber hauptsächlich wegen Sex- und Bestechungsskandalen in mehreren Prozessen verantworten müssen.

Abgeordnetenhaus für Sparpaket

Das Abgeordnetenhaus hatte Stunden zuvor wie bereits am Freitag der Senat das Spar- und Konjunkturpaket der Regierung gebilligt. Berlusconi hatte dies zur Bedingung für seinen Rücktritt gemacht. 380 von insgesamt 630 Abgeordneten stimmten für das Massnahmenbündel.

Dies sieht unter anderem Privatisierungen, ein Erhöhung des Rentenalters, den Abbau von Bürokratie- und Wettbewerbshindernissen vor und soll die Schaffung von Arbeitplätzen erleichtern. 26 Abgeordnete votierten dagegen, 2 enthielten sich. Die stärkste Oppositionskraft, die linksbürgerliche Demokratische Partei (PD), blieb der Abstimmung fern.

Monti in den Startlöchern

Nach Berlusconis Rücktritt wollte Präsident Napolitano mit Vertretern politischer Parteien Sondierungsgespräche über eine Übergangsregierung führen und aller Wahrscheinlichkeit nach den Wirtschaftswissenschaftler und früheren EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti mit der Bildung der Interimsregierung betrauen.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Cristiano Ronaldo soll im Prozess ... mehr lesen
Reals Superstar Cristiano Ronaldo.
Die Dominanz des Mediaset-Konzerns steht auf der Kippe.
Rom - Durch den Verlust des ... mehr lesen
Rom - Mario Monti soll Italien aus der ... mehr lesen
Mario Monti, neuer italienischer Regierungschef.
Rom - Der Weg für einen Rücktritt des ... mehr lesen
Silvio Berlusconis Rücktritt steht nichts mehr im Wege.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Silvio Berlusconi wird heute sein Amt niederlegen.
Rom - In Rom wird am heutigen ... mehr lesen
Rom - In Italien hat der Senat das ... mehr lesen
Zustimmung im Senat.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der Schriftzug das Dach der Vertretung zieren. mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 2°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
Basel 3°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
St. Gallen 3°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeschauer
Bern 1°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, wenig Schnee
Luzern 2°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Schneeschauer
Genf 3°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Lugano 6°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich starker Schneeregen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten